Ein Hubschrauber der Bundeswehr beim Einsatz nach der Flutkatastrophe im Ahrtal. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Boris Roessler)

Flutkatastrophe

Ahrtal: Bundeswehr hätte wohl mehr Menschen retten können!

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Niklas Behrend
NEWSZONE-Redakteur Niklas Behrend (Foto: SWR, privat)

Die Bundeswehr hätte in der Flutnacht einen Hubschrauber einsetzen können, um Menschen zu retten. Er war in der Nähe...

...und wurde angefragt. Doch der Hubschrauber, der mit Seilwinden ausgestattet war, hob nicht ab. Dabei stand er nur wenige Flugminuten vom Ahrtal entfernt. Das haben WDR und SWR herausgefunden. Mit diesem Hubschrauber hätte man Menschen, die zum Beispiel auf ihren Dächern standen und vom Wasser eingeschlossen waren, retten können.

Es sei "händeringend" nach Hubschraubern gesucht worden!

Im Untersuchungsausschuss von Rheinland-Pfalz sagte ein zuständiger Offizieller, dass er in der Flutnacht "händeringend" versucht habe, so einen Hubschrauber zu finden - europaweit. Nach den Infos von SWR und WDR wurde dabei auch der Bundeswehr-Hubschrauber angefragt, der in der Nähe war. Die Bundeswehr behauptet, dass aufgrund der Wetterlage am Abend der Flut kein Hubschraubereinsatz möglich gewesen sei. Aber: Ein Hubschrauber der hessischen Polizei und einer des ADAC sind an dem Abend ins Ahrtal geflogen.

Wie passt das mit der Aussage der Bundeswehr zusammen?

Darauf gab die Bundeswehr dem WDR und SWR keine Antwort. Zudem besserte sich das Wetter in der Flutnacht gegen 23 Uhr. Trotzdem sind Helikopter der Bundeswehr erst am nächsten Morgen gestartet. Rückfragen dazu wurden ebenfalls nicht beantwortet. Insgesamt sind bei der Flutkatastrophe im Ahrtal 134 Menschen gestorben.

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