Gericht Stock Foto (Foto: DASDING)

Verbrechen

Wendung nach Skandal-Urteil: Vergewaltigte Elfjährige darf abtreiben

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In Brasilien verweigerte die Richterin einem Vergewaltigungsopfer die Abtreibung. Diese wurde jetzt dennoch vorgenommen.

Update [24.06.] Die Familie des Mädchens soll nach dem Urteil einen Antrag gestellt haben. Ärzte in einem Krankenhaus hätten daraufhin den Eingriff in der 29. Schwangerschaftswoche vorgenommen. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Was war passiert?

Das Kind wurde vergewaltigt und merkte die Schwangerschaft erst in der 22. Woche. Nach brasilianischem Recht darf sie unter den Umständen eigentlich immer abtreiben. Die Richterin wollte das jedoch nicht, wie im Video der Anhörung vom 9. Mai zu sehen ist.

Das Video

Sie fragte die Elfjährige, ob sie verstehe, wie Schwangerschaften entstehen. Den Vergewaltiger bezeichnete sie als Vater des Babys und bat das Mädchen, die Schwangerschaft auszutragen. Das Vergewaltigungsopfer sollte sogar einen Namen für das Baby wählen. Die Elfjährige sagte immer wieder, dass sie kein Kind zur Welt bringen möchte.

Das war noch nicht alles!

Anschließend nahm sie die Elfjährige sogar nach der Anhörung aus ihrer Familie raus und steckte sie in ein staatliches Heim. Am Dienstag durfte das Kind wieder nach Hause. Gegen die Richterin läuft jetzt ein Ermittlungsverfahren. Menschenrechtsgruppen fordern, sie aus dem Richteramt zu entlassen.

Hier das Video der Anhörung:

Auch in Deutschland hat sich gerade etwas zum Thema Abtreibungen verändert:

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