Mehrere Pfleger und Pflegerinnen schieben einen Covid-Patienten auf einer Liege durch einen Gang in einer Intensivstation. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/UKSH | -)

Corona

Das bedeutet das Triage-Urteil

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Mario Demuth
Mario Demuth (Foto: privat)

Viele Menschen werden gleichzeitig krank, nicht alle können behandelt werden - was dann? Die Politik muss jetzt Antworten liefern.

Als Triage bezeichnet man die Entscheidung, wer medizinisch versorgt wird und wer nicht. Diese Entscheidungen müssen nur in extremen Situationen gefällt werden - beispielsweise, wenn sehr viele Menschen gleichzeitig krank werden und es nicht mehr ausreichend Platz, Geräte oder Personal in Krankenhäusern gibt. Bisher kam es noch nicht dazu. Aber wegen der Corona-Pandemie könnte Triage notwendig werden.

Urteil: Gesetz für Triage muss kommen

Jetzt hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die Politik Triage-Entscheidungen mit einem Gesetz regeln muss. Geklagt hatten neun Menschen mit Behinderungen und Vorerkrankungen. Sie befürchten, weil sie Risikopatienten sind, dass sie möglicherweise keine Behandlung mehr im Krankenhaus bekommen, wenn Triage-Entscheidungen notwendig werden sollten.

Behinderte Menschen dürfen jedoch laut Grundgesetz nicht benachteiligt werden. Wie das neue Gesetz genau aussehen soll, dazu hat das Gericht keine Vorgaben gemacht.

Triage - Wie würden Mediziner heute entscheiden?

Seit März 2020 gibt es zumindest Empfehlungen, wie Mediziner entscheiden sollen, wenn es zu Triage-Situationen kommt. Den Leitfaden hat die Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) erstellt und inzwischen mehrfach aktualisiert. Darin steht zum Beispiel, dass lediglich "die klinische Erfolgsaussicht" entscheidend bei der Auswahl sein soll, wer behandelt wird und wer nicht. Alter, Grunderkrankungen, Behinderungen und auch der Impfstatus sollen demnach keine Rolle spielen.

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