Blumen und Fotos der Opfer erinnern vor dem Kiosk in Hanau-Kesselstadt an die Opfer des Anschlags vom 19. Februar. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Boris Roessler)

Hanau

Wie konnte es zu dem Anschlag kommen?

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Shayan Mirmoayedi
Shayan Mirmoayedi (Foto: SWR DASDING)

Inzwischen sind drei Jahre seit dem rassistischen Attentat in Hanau vergangen. Einige Fragen bleiben offen.

Am 19. Februar 2020 ermordete ein Rechtsextremist neun Menschen aus rassistischen Motiven in zwei verschiedenen Bars und tötete im Anschluss seine Mutter und sich selbst.

Polizei ging nicht ans Telefon

Vili Viorel Păun verfolgte den Täter in seinem Auto, nachdem er gesehen hatte, wie der Rechtsextremist in der ersten Bar vier Menschen erschossen hatte. In dieser Zeit rief er mehrmals die Polizei an - ohne Erfolg. Der Grund: In der Tatnacht war nur eine Polizistin vor Ort, um Notrufe zu beantworten. Normalerweise werden die Notrufe, die nicht angenommen werden, an andere Polizeistellen mit mehr Personal weitergeleitet. Das war an diesem Abend nicht passiert, da die Polizei diese Funktion in Hanau nicht eingerichtet hatte. Seit 2021 ist die Technik auf dem aktuellen Stand. Vili Viorel Păun kostete es 2020 das Leben.

Warum war der Notausgang versperrt?

Der Notausgang der Arena Bar, in der fünf Menschen ermordet wurden, war an diesem Abend versperrt. Wäre er offen gewesen, hätten wohl viele überlebt, meinen Experten. Ein Bediensteter meinte, dass der Betreiber darauf gedrängt hätte, den Notausgang verschlossen zu halten - wohl in Absprache mit der Polizei. Das bestritten sowohl der Betreiber als auch die Polizei. Eine klare Antwort gibt es nicht.

Warum hatte der Täter legal eine Waffe?

Schon 2002 wurden dem Täter Tobias R. paranoide Wahnvorstellungen attestiert. Er erzählte der Polizei, dass er abgehört und belauscht werde. Als er einer Escort-Dame einmal ein Drehbuch vorlas, indem eine Sexarbeiterin am Ende stirbt, bekam sie Angst und rief die Polizei. Trotz seiner diagnostizierten Wahnvorstellungen hat er die Tatwaffe legal besessen. Die Bundesregierung plante Mitte 2022 daher zu beschließen, dass Waffenbehörden leichter bei Gesundheitsbehörden über mögliche psychische Erkrankungen nachfragen können.

Nach drei Jahren gibt es noch offene Fragen. Ein Angehöriger drückt seinen Frust so aus:

In Hanau erleben wir seit 3 Jahren, wie Polizei und Behörden nichts zur Aufklärung beitragen, vielmehr diese blockieren und sogar vertuschen.

Der Vater des Attentäters verbreitet immer noch Furcht bei den Angehörigen der Opfer. Mehr dazu erfährst du in dieser Doku:

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