Die Arme eines Mannes (r) halten mit Gewalt die Arme einer Frau fest. (gestellte Szene) Die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt in Deutschland hat deutlich zugenommen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Maurizio Gambarini)

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Gewalt gegen Frauen: Jeder dritte Mann findet das ok

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Hannah Bechmann
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Isabel Gebhardt
Isabel GebhardtNEWSZONE-Team (Foto: SWR DASDING)

Das zeigt eine Umfrage der Organisation Plan International Deutschland. Inzwischen wird sie aber kritisch hinterfragt.

Ein möglicher Grund: traditionelle Rollenbilder, "Toxic Masculinity" und das klassische Bild der "Hausfrau".

Was heißt das konkret?

33 Prozent der befragten Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren finden es "akzeptabel", wenn ihnen im Streit mit der Partnerin gelegentlich "die Hand ausrutscht". Das zeigt eine laut der Organisation repräsentative Umfrage. Noch mehr Männer seien gegenüber Frauen außerdem schon mal handgreiflich geworden, um ihnen "Respekt einzuflößen".

Die Umfrage zeigt auch, dass es fast die Hälfte der Männer stört, wenn sie Homosexualität beobachten. Noch dazu sind mehr als 50 Prozent der Befragten der Meinung, dass es ihre Rolle ist, genug Geld zu verdienen - die Frau könne sich dann hauptsächlich um den Haushalt kümmern.

Was sind die Folgen?

Problematisch ist, dass ein Drittel der befragten Männer Handgreiflichkeiten gegenüber Frauen verharmlosen.

Das müsse sich dringend ändern. Außerdem seien die klassischen Rollenbilder doch noch in den Köpfen der Gesellschaft verankert, so Alexandra Tschacher, Sprecherin von Plan International Deutschland. Das zeigt sich vor allem darin, dass ungefähr die Hälfte der Männer angaben, dass sie schwach und angreifbar seien, wenn sie Gefühle zeigen würden - Stichwort "Toxic Masculinity".

Wie kann das Problem gelöst werden?

Nach Veröffentlichung der Umfrage haben sich schon einige Leute Gedanken gemacht, was man tun kann, um Gewalt gegen Frauen zu verhindern.

Viele Männer sind zwar grundsätzlich bereit, sich für mehr Gleichberechtigung und gegen Rollenklischees einzusetzen, setzen dies aber nicht in konkrete Taten um.

Dafür müsse die Politik Rahmenbedingungen schaffen. Ansätze dafür gibt es schon: die von der Bundesregierung geplante bezahlte Freistellung nach der Geburt für Väter. So können auch Papas nach der Schwangerschaft beim Baby bleiben und Mütter können schneller zurück ins Berufsleben finden.

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