Rechte Demo Dritter Weg mit Polizei (Foto: IMAGO, IMAGO / Kay-Helge Hercher)

Rechte Gewalt

Verfassungsschutz: Wir haben beim Rechtsextremismus versagt

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AUTOR/IN
Katharina Kunz
Redakteurin Katharina Kunz (Foto: SWR)

Rechte Gewalt in Deutschland wurde jahrelang unterschätzt. Das hat der Präsident des Verfassungsschutzes zugegeben.

200 Menschen sind seit 1990 durch rechte Gewalt gestorben - das sind mehr als durch islamistischen Terror. Das seien "fürchterliche Fallzahlen" sagte Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang auf einer Demokratieveranstaltung des SWR.

Auf die Frage, ob der Verfassungsschutz beim Rechtsextremismus versagt hat, sagte Haldenwang: "Ganz klar, ja!" Zum Beispiel wurde der Mörder eines jungen Tankstellenangestellten in Idar-Oberstein nicht als Rechtsextremer registriert. Obwohl er Kontakte zu rechtsextremen Gruppen hatte.

Linke Taten bekommen mehr Aufmerksamkeit

Taten linksextremer Gruppen würden in der Öffentlichkeit immer noch stärker beachtet. Das hat laut Extremismusforscher Matthias Quent einen Grund: Linker Extremismus richtet sich gegen gesellschaftliche Verhältnisse und rechter Extremismus gegen sogenannte Minderheiten. Zugespitzt heißt das: Rechtsextremismus passiert und niemand regt sich drüber auf.

Was du gegen Rechtsextremismus tun kannst?

Betroffene:

  • mit anderen Betroffenen austauschen
  • Kontakt mit lokalen Anti-Diskriminierungsstellen oder -initiativen
  • Straftaten anzeigen
  • rechte Täter ansprechen, wenn die Situation nicht gefährlich ist

Nicht-Betroffene:

  • über dass Rassismus informieren bei Anti-Diskriminierungsstellen, in Medien und Literatur. Wichtig: NICHT bei Betroffenen informieren!
  • Rassismus erkennen und offen ansprechen, in Gespräche gehen
  • Betroffene in Situationen unterstützen, an ihrer Seite bleiben, filmen (als Beweismittel für Polizei)
  • Sei ein guter Ally (Verbündeter)! Wie dass geht, liest du hier

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