In einer Bahn werden die Tickets von Fahrgästen von einem Mitarbeiter kontrolliert.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Daniel Reinhardt)

Bus & Bahn

Fahren ohne Ticket bald keine Straftat mehr?

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Mario Demuth
Mario Demuth (Foto: privat)

Wer mehrmals ohne Ticket in Bus und Bahn erwischt wird, kann im Gefängnis landen. Das könnte sich in Zukunft ändern.

Um Gerichte zu entlasten, will die neue Bundesregierung sogenannte Bagatelldelikte - also kleinere Vergehen - nicht mehr so streng bestrafen. Das könnte nach Informationen des "Spiegel" auch das Schwarzfahren betreffen. So soll dem Bericht zufolge untersucht werden, ob das Fahren ohne Ticket künftig nur noch als Ordnungswidrigkeit gewertet werden kann - und nicht mehr als Straftat.

Straftat vs. Ordnungswidrigkeit: Wo ist der Unterschied?

Bei Ordnungswidrigkeiten gibt es in der Regel ein Bußgeld und die Sache ist erledigt. Man muss nicht vor Gericht. Auch die Höhe der Bußgelder ist festgelegt - man kann also vorher ziemlich gut abschätzen wie viel Geld man bezahlen muss.

Anders sieht es bei Straftaten aus. Hier sind auch Gefängnisstrafen möglich. Über die Strafe entscheidet ein Gericht. Kommt es zur Geldstrafe, dann hängt diese vom Einkommen des Verurteilten ab. Wer mehr Geld verdient, zahlt höhere Strafen. Je nach Höhe der Strafe gilt man danach als vorbestraft, was bei Bewerbungen für bestimmte Berufe zu Problemen führen kann.

Was gilt bisher?

Wer wiederholt in Bus und Bahn ohne Ticket erwischt wird und das Bußgeld nicht bezahlt, kann zu einer sogenannten Ersatzfreiheitsstrafe verurteilt werden - konkret heißt das: Bis zu einem Jahr Knast sind möglich.

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