Ein Thronhocker vom Hofe des Königreichs Nso ist in der Ausstellung «Ozeanien - Kontinent der Inseln» in einer Vitrine im Linden-Museum zu sehen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Stuttgart

Stuttgarter Museum: Werden Kunstgegenstände an Kamerun zurückgegeben?

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Zilan Hatun
Autorenprofil Zilan Hatun (Foto: SWR, privat Zilan Hatun)

Das ist zumindest im Gespräch. Raubgüter aus Namibia und Nigeria wurden schon zurückgegeben.

Zu den Gegenständen aus Kamerun zählen unter anderem Ketten und Hauben. Eine Aktivistin hat schon einen Antrag an das Linden-Museum gestellt, um die Stücke des Volks der Nso zurückzukriegen. Der König muss noch sagen, welche der 45 Objekte er genau zurückhaben möchte.

Woher kommen die Gegenstände?

Die Objekte im Stuttgarter Museum sind in Kamerun keine Kunstwerke, sondern wichtig für das spirituelle und traditionelle Wohlbefinden des Volks. Es gehe beim Zurückgewinnen der Gegenstände darum, Gerechtigkeit für die Überlebenden des Kolonialismus zu erreichen. Die Kolonie Kamerun war von 1884 bis 1916 Teil des Deutschen Reichs.

Was ist Kolonialismus?

Kolonialismus bedeutet, dass ein Land Gebiete in einem anderen Teil der Welt erobert. Das geschieht meistens mit Gewalt. Die Eroberer, deren Länder Kolonialmächte genannt werden, herrschen dann über die Einwohner der Kolonien. Oft wurden diese vertrieben, versklavt, ermordet und beklaut.

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