Flüchtende (Collage SWR) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Mission Lifeline | Hermine Poschmann / picture alliance/dpa | Kay Nietfeld (Collage SWR))

Flüchtlinge

DAS unterscheidet den Ukraine-Krieg von anderen Konflikten!

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Hans Liedtke
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Krieg ist für alle schrecklich. Für einige Länder sind aber bestimmte Flüchtlinge mehr wert als andere. Woran liegt das?

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist gerade jeden Tag in den News. Bei anderen Konflikten auf der Welt war das nicht so - zum Beispiel in Syrien oder Afghanistan. Auch die Flüchtlinge von dort wurden längst nicht so herzlich von der gesamten EU empfangen, wie die Ukrainer. Die Gründe dafür kennt SWR-Redakteur Cüneyt Özadali.

Ukraine ist nur zwei Flugstunden weg

Die Ukraine ist von Deutschland ungefähr so weit entfernt, wie das Urlaubsland Spanien. Das Kriegsgebiet liegt auf dem europäischen Kontinent und grenzt an die Europäische Union. Durch diese Nähe fühlen wir uns in Deutschland viel enger mit den Menschen in der Ukraine verbunden, sagt Özadali.

Wir erleben einen Krieg in Europa vor unserer Haustür, also nicht weit entfernt von uns. Das erhöht auch den Betroffenheitsgrad.

Warum sind syrische oder afghanische Flüchtlinge nicht so willkommen?

Seit viele Menschen 2015 aus Syrien und Afghanistan in die EU kamen, ist das Bündnis gespalten. Die einen wollen legale Wege für Flüchtlinge schaffen, damit sie in der EU leben und arbeiten können. Dazu zählen zum Beispiel Deutschland, Frankreich, Schweden und andere.

Die zweite Gruppe wollte 2015 und auch danach keine Menschen aufnehmen. Dazu zählen zum Beispiel Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn. Diese Länder sind jetzt aber bereit, ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen.

Özadali sagt, dass könnte daran liegen, dass die Menschen in den östlichen EU-Ländern enge Beziehungen zur Ukraine haben. Sie haben dort Freunde und Verwandte. Sie arbeiten in der Ukraine und fahren auch mal dorthin in den Urlaub. Sie und auch wir in Deutschland haben eine ähnliche Kultur, teilen ähnliche Werte und Traditionen, wie die Ukrainer. Das trifft auf Menschen zum Beispiel aus Syrien oder Afghanistan nicht so stark zu.

Ukrainer arbeiten in Polen, Ungarn, in der Slowakei und leben in Deutschland. Man hat das Gefühl, dass die Ukraine der EU angehört.

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