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Es gab eine Zeit vor zehn Jahren, da war Lady Gaga die Königin des Dance-Pop. Jetzt ist ihr neues Album "Chromatica" am Start, und wir fragen uns, ob man das ohne Gehhilfe überhaupt hören kann.

Wir hatten ja nix damals, außer David Guetta und Lady Gaga. Beide zusammen haben ab 2009 gefühlt 90% der Radio-Playlisten dieser Welt dominiert. Der gute David hat das mit einer fetzigen Kombi aus House und RnB-Stars, wie Kelly Rowland oder Akon, geschafft. Lady Gaga war einfach ein provokativer Paradiesvogel mit einem neuartig lärmenden Pop, der einen förmlich angeschrien hat - dem Dance-Pop.

Lady Gagas Chromatica - das Album nach dem keiner gefragt hat?

Glamour, Provokation und lauter Dance-Pop mit minimalem Trash-Faktor waren immer Lady Gagas Stärken. Heute ist jeder zweite Rapper bei Soundcloud ein größerer Trash-Faktor als Lady Gaga zu ihren besten Zeiten. Da kann man sich auch schon mal fragen, warum Lady Gaga extra für ein Dance-Pop Album aus ihrem alternativen Schauspieler-Jazz-Country-Leben zurück kommt?

Vielleicht weil jetzt sogar Diplo Country macht? Aus Spaß? Fragwürdig, denn Spaß scheint die gute Frau Gaga in ihrem Outfit nämlich nicht wirklich zu haben. Das sieht man im Video zu "Rain on me" mit Ariana Grande - könnte aber auch am Messer in ihrem Bein liegen.

Was auch immer der Grund sein mag, jetzt ist Lady Gaga jedenfalls "back in the game" und die Views und Streams sagen, dass die Fans nach wie vor verrückt nach Lady Gaga sind. Über 61 Millionen Views in einer Woche allein auf YouTube ist schon eine echte Nummer. Man muss dazu aber auch sagen, dass Lady Gagas Fanbase zur loyalsten Gruppe gehört, die es gibt.

Aber die wichtigste Frage bleibt: Taugt das Album jetzt überhaupt was?

Lady Gagas Chromatica - die Facts

  • 13 Songs und drei "Chromatica"-Skits sind auf dem neuen Album. Das ist Durchschnitt, aber zumindest ein vollwertiges Album im Vergleich zu den etwas größeren EPs, die andere als Album verkaufen.
  • Die Gästeliste auf "Chromatica" ist ein weirder Dreier bestehend aus Ariana Grande, Elton John und der südkoreanischen Girlgroup BLACKPINK.
  • Für die Produktion war in erster Linie BloodPop und Lady Gaga selbst zuständig.

Chromatica - so klingt Lady Gagas neues Album

  • Der Sound von "Chromatica" ist schon eher durchgestylter und modern produzierter House als trashiger Dance-Pop mit Nostalgie-Wert. Das passt aber auch viel besser zu einer erwachsenen Lady Gaga.
  • Das Hitpotential hat sich mit den Singles "Stupid Love", "Rain on me" und "Sour Candy" fast schon erschöpft. Die restlichen zehn Songs sind zwar auch Hits, gleichzeitig aber auch etwas beliebig.
  • Armer Sir Elton John - sein Part und der ganze Song an sich ist seinem Legendenstatus leider nicht würdig.
  • "Chromatica" ist jetzt nicht die schrille Freakshow, die wir von Lady Gaga erwartet hätten. Eine Gehhilfe braucht man aber definitiv NICHT, um das Album hören zu können. Das Tanzbein reicht völlig!

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