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Vor fünf Jahren sagte Merkel zur Flüchtlingskrise: "Wir schaffen das". Damals kam Sami aus Syrien nach Stuttgart. Wie geht es ihm heute? Und was haben wir geschafft - und was nicht?

Vor fünf Jahren sagte Merkel zur Flüchtlingskrise: "Wir schaffen das". Damals kam Sami aus Syrien nach Stuttgart. Wie geht es ihm heute? Und was haben wir geschafft - was nicht?

Fünf Jahre ist es her, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel den berühmten Satz sagte: "Wir schaffen das!" Sie meinte damit die Flüchtlingskrise, die 2015 ihren Höhepunkt in Deutschland erreichte. Ungefähr zu gleichen Zeit ist Sami mit seiner Familie aus Syrien nach Deutschland geflohen. Seitdem lebt er in Stuttgart in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge. Wir haben ihn gefragt: Wie ist es ihm die vergangenen fünf Jahre ergangen? Was haben wir geschafft - und was nicht?

Mit 15 Jahren übernahm Sami die Verantwortung für die Familie

Leicht war die Zeit für Sami ganz und gar nicht, erzählt er. Denn neben der Schule musste er sich um seine Familie kümmern: Drei jüngere Geschwister hat er, die Eltern können kaum Deutsch. Gerade bei den Hausaufgaben, bei Arzt- oder den vielen Amtsterminen musste Sami helfen - und das mit gerade einmal 15 Jahren. "Manchmal konnte ich nicht schlafen", sagt er. "Ich musste einfach an zu Vieles denken."

Manchmal konnte ich nicht schlafen.

Sami

Es mache keinen Unterschied, ob er sich angestrengt habe oder nicht

Was den 20-Jährigen frustriert, ist, dass es ganz egal sei, ob er sich die letzten Jahre angestrengt habe oder nicht: Er ist immer noch an der gleichen Stelle, am gleichen Ort wie 2015. "Das ist lächerlich, witzig und auch traurig", sagt er. Mittlerweile hat Sami aber seinen Realschulabschluss gemacht und möchte ein Studium oder eine Ausbildung anfangen, zum Beispiel zum Bankkaufmann.

"Die Sprache ist der Schlüssel", sagt Sami. Er bitte alle seine Bekannten, Freunde und Mitbewohner, die deutsche Sprache zu lernen - genauso wie er. Der 20-Jährige hofft, sich in Deutschland eine Zukunft aufbauen zu können. Natürlich vermisse er Syrien: "Das ist meine Heimat. Da habe ich meine Kindheit verbracht." Aber zurückgehen?

Sami will sich in Deutschland seine Zukunft aufbauen

Entweder du gehst zur Armee oder du stirbst.

Sami

Sami bezweifelt, dass das möglich ist. In Syrien sei alles am Boden. Als er 2015 nach Deutschland floh, gab es wenige andere Optionen. Sami beschreibt es so: "Entweder du stirbst oder du gehst zur Armee." In Deutschland hat er auch Schwierigkeiten: Eine Wohnung für seine Familie zu finden, Anschluss und Freunde zu finden, das ist alles nicht leicht für ihn. Aber er ist sich sicher: "Mit Geduld wird dann alles funktionieren. Es wird klappen."

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