Emilia ist Jüdin (Foto: Dasding)

vor Ort Trier "Wir sind keine Außerirdischen"

Emilia ist Jüdin und wurde deswegen schon angefeindet. Jetzt setzt sie sich ein gegen Antisemitismus und für Toleranz.

Hass schlägt Juden immer wieder entgegen. Emilia hat den in Trier persönlich zum Glück nicht erfahren. Wohl aber im Internet. Weil sie auf Instagram und Facebook Beiträge mit jüdischen Themen geteilt oder private Bilder gepostet hat, auf denen sie in Israel zu sehen war, wurde sie dort angefeindet.

Ich laufe auch mal mit Davidstern rum. Allerdings verstecke ich den unter meinem Pulli. Man weiß ja nie, auf wen man trifft.

Emilia

Emilia hat nicht lange überlegt – und den Vorfall der Polizei gemeldet. Sie sagt, es gebe Antisemitismus in Deutschland, und das solle man nicht unter den Tisch kehren.

Emilia ist Mitglied der jüdischen Gemeinde in Trier. Daraus macht sie kein Geheimnis. Offen jüdische Symbole tragen wie den Davidstern würde sie aber nicht. Man wisse nie, wem man begegnet, sagt sie. Aber jeder solle selbst entscheiden, wie wichtig ihm Symbole sind und wie offen er sie tragen möchte.

Niemanden wegen seines Aussehens oder Glaubens angreifen

Dass Menschen auf Symbole und Kleidungsstücke verwundert schauen, weil die meisten das nicht gewöhnt sind, versteht sie. Aber sie hat kein Verständnis dafür, wenn Menschen wegen ihres Aussehens oder Glaubens angegriffen werden.

Mit Jugendlichen auf Augenhöhe reden

Emilia engagiert sich gegen Antisemitismus – und für Toleranz. Sie macht mit beim Projekt Likrat. Jüdische Jugendliche gehen in Schulen und Reden mit anderen Schülern über das Judentum – auf Augenhöhe. Sie will Vorurteile abbauen. Ihre Botschaft: „Wir sind keine Monster oder Außerirdischen. Wir sind genauso menschlich wie ihr.“

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