Darlene aus Trier hat ihr Kind abgetrieben. (Foto: DASDING, Andrea Meisberger)

Vor Ort

Abtreibung: Darlene aus Trier will sprechen statt schweigen

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AUTOR/IN
Andrea Meisberger
Andrea (Foto: SWR, DASDING)

Darlene ist 17 als sie ungewollt schwanger wird. Für sie steht fest, dass sie in ihrer damaligen Lebenssituation das Kind nicht behalten will. Ein Tabubruch, finden einige in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis.

Darlene wurde nach einem One-Night-Stand schwanger. Eine Ausbildung hatte sie nicht, lebte bei ihren Eltern und zu dem Mann, mit dem sie Sex hatte, hatte sie keinen Kontakt mehr. Darlene war damals 17 und für sie stand fest: Das Kind kann sie nicht behalten.

Abtreibung stößt teilweise auf Unverständnis

Darlene geht sehr offen mit ihrer Geschichte um. Die hat sie uns auf Instagram in unseren Highlight-Storys erzählt. Sie sagt aber auch, dass viele Menschen in ihrem Umfeld sie in ihrer Entscheidung nicht unterstützt haben. Ihrer Mutter hat sie das Ganze erst einige Monate nach der Abtreibung erzählt. Die fand das gar nicht gut. Abtreibung war für sie ein NoGo. Auch einige ihrer engsten Freunde hätten ihren Entschluss nicht verstanden.

Ihre Stiefmutter und ihr Vater hätten aber hinter ihr gestanden, sagt Darlene. Heute würden auch viele ihrer Freunde verstehen, warum das damals so war.

Rechtliche Regelungen? Katastrophal!

Dass Abtreibung nach wie vor als Straftat im Strafgesetzbuch (StGB) steht, versteht die Triererin nicht. Darlene findet, dass jede Frau eigenständig und ohne bürokratische Hürden selbst entscheiden können sollte, ob sie ein Kind behalten möchte oder nicht. Das sei eine Frage der Selbstbestimmung. Die würde hier einfach eingeschränkt.

Auch der Verein ProFamilia Trier sieht den Paragraphen problematisch. Sie sagen, dass "Frauen nicht nur selbstständig und eigenverantwortlich, sondern auch frei von Strafandrohung und staatlicher Einflussnahme über die Fortsetzung oder den Abbruch einer Schwangerschaft entscheiden können" sollen.

Fünf Fragen an Darlene zum Thema Abtreibung

Auf unserem Instagram-Kanal @wirsindtrier haben wir Darlene Fragen aus der Community gestellt. Ihre Antworten seht ihr in unserem Video:

Paragraf 219a Werbeverbot für Abtreibungen abgeschafft

"Wie funktioniert eine Abtreibung?" - Diese Frage konntest du dir bislang nicht über die Webseite einer Arztpraxis beantworten, die Schwangerschaftsabbrüche selbst durchführt. Denn das galt als Werbung und war laut Paragraf 219a in Deutschland strafbar. Dieser Paragraf wurde jetzt gestrichen. Was das genau bedeutet und wieso er so umstritten war, checkst du hier.  mehr...

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  2. Sack Reis Sonderfolge mit Melina Borčak

    +++ HINWEIS ZUR FOLGE +++
    Es war ein Fehler, die Podcast-Folge „Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina“ zu veröffentlichen. Wir hätten erkennen müssen, dass diese die Gefühle von Menschen verletzt, schlimmer noch, sie retraumatisiert hat. Der Genozid von Srebrenica ist ein furchtbares Kriegsverbrechen, mithin ein historischer Fakt. Unsere Einordnung der Aussagen unserer Gesprächspartnerin dazu war unzureichend. Dafür bitten wir ausdrücklich um Entschuldigung.



    Wir bedauern auch, dass das Gespräch mit Melina Borčak so unversöhnlich endete. Sie hatte die Ausgabe dieses Podcasts bereits im April kritisiert. Wir nehmen ihre und Eure Kritik sehr ernst und setzen uns nochmals intensiv mit den Vorwürfen und damit, was sie für unsere Arbeit bedeuten, auseinander. Bis wir das alles aufgearbeitet haben, wollen wir mit unserem Podcast “Sack Reis” pausieren.

    Wir haben uns im Sinne der Transparenz entschieden, die Folge zu Bosnien-Herzegowina sowie die Sonderfolge mit Melina Borčak weiterhin online vorzuhalten.

    +++

    Vor fast zwei Jahren haben wir den Podcast „Sack Reis – Was geht dich die Welt an?“ gestartet, weil wir eine neue Form der Auslandsberichterstattung ausprobieren wollten: Wir schauen hinter die Schlagzeilen, begegnen jungen Leuten aus der ganzen Welt, die das erleben, was wir nur aus den Nachrichten kennen. Statt über Menschen sprechen wir mit ihnen und lernen ihren Alltag kennen.
    Um die Folge „Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina“ hatte sich eine Diskussion entfacht. Insbesondere die Journalistin Melina Borčak hatte sie scharf kritisiert und deshalb haben wir mit ihr gesprochen.
    Hier geht es zur Folge, die die Kritik ausgelöst hat: https://www.ardaudiothek.de/episode/sack-reis/kurz-vor-krieg-der-zerbrechliche-frieden-in-bosnien-herzegowina/dasding/10383273/
    Hinweis: Direkt nach der Veröffentlichung im März hatte uns Melina Borčak auf sachliche Fehler hingewiesen. Das politische System Bosnien-Herzegowinas war von uns im Text falsch beschrieben worden. Solche Fehler nehmen wir ernst, sie dürfen nicht passieren. Wir haben diese Stelle herausgeschnitten und den Podcast neu hochgeladen.  mehr...

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