Rollifahrer Matthias findet, dass Trier an manchen Stellen barrierefreier werden könnte. (Foto: DASDING, Anna-Carina Blessmann)

Vor Ort

Wie barrierefrei ist Trier? Stadttour mit Matthias

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Anna-Carina Blessmann

Schiefe Böden, ruckelige alte Pflastersteine, Treppen, Schwellen an den Eingängen zu Geschäften: Matthias muss über viele Hürden, wenn er in Triers Innenstadt einen Kaffee trinken will.

Matthias wohnt seit drei Monaten in Trier, weil er ein Stadtmensch ist und ihm sein Dorf zu klein geworden ist. Da er mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs ist, gibt es aber auch viele Hürden in der Trierer Innenstadt.

"Man fühlt sich schon ein bisschen von der Gesellschaft ausgegrenzt."

Erste Schwierigkeit: Viehmarkt

Der Boden am Viehmarkt ist ziemlich schräg. Mit dem E-Rolli kommt Matthias dort besser voran als mit dem Rollator. Trotzdem tut ihm sein Arm durch das ständige Gegenlenken oft sehr schnell weh.

Zweite Schwierigkeit: Shoppen

Viele Geschäfte haben für Matthias unüberwindbare Schwellen am Eingang. Oft muss er vor dem Geschäft warten. Sein Betreuer holt ihm dann die Klamotten raus. Dann kann Matthias sie sich wenigstens anschauen. Es gibt aber auch ein paar Geschäfte mit ebenerdigen Eingängen.

Rollifahrer Matthias findet, dass Trier an manchen Stellen barrierefreier werden könnte. (Foto: DASDING, Anna-Carina Blessmann)
Rollifahrer Matthias findet, dass Trier an manchen Stellen barrierefreier werden könnte. Anna-Carina Blessmann

Dritte Schwierigkeit: Kornmarkt

Matthias ist gerne auf dem Kornmarkt. Ohne Rampe kommt er dort aber nicht weit. Auch die wenigen Stufen sind eine zu große Barriere für ihn. "Deshalb bleibt eigentlich nur der Blick von Weitem."

Vierte Schwierigkeit: Hauptmarkt

Die alten Steine auf dem Hauptmarkt lassen Matthias' ganzen Körper vibrieren, wenn er mit dem Rollator darüber geht. Da ist eine große Belastung für ihn. In ein bekanntes Restaurant dort kommt er nicht, weil es keine Rampe gibt. Und auch die Toilette mit ihren steilen Stufen kann Matthias nicht benutzen.

Mehr Barrierefreiheit

Matthias weiß, dass man eine alte Stadt wie Trier nicht komplett barrierefrei machen kann. Aber eine neue Idee findet er sehr gut: Der Behindertenbeirat der Stadt arbeitet an einem neuen Leitfaden. Mit dem sollen zukünftige Bauprojekte barrierefrei werden.

"Im Jahr 2021 sollte es möglich sein, mehr Teilhabe am Leben zu haben."

Stadttour mit Matthias

Auf unserem Instagram-Kanal @wirsindtrier könnt ihr euch die Stadttour mit Matthias anschauen:

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