vor Ort Tübingen Neues Pflege-Studium an der Uni Tübingen

Gesa studiert im 3. Semester Pflege an der Uni Tübingen. Uns hat sie erzählt, wie sich das Studium von der Ausbildung unterscheidet.

Gesa studiert im 3. Semester Pflege an der Uni Tübingen. Uns hat sie erzählt, wie sich das Studium von der Ausbildung unterscheidet.

Gesa ist 22 und studiert den neuen Bachelorstudiengang Pflege. Den gibt es seit dem Wintersemester 2018/19 am Campus für Gesundheitswissenschaften an der Universität Tübingen. Bisher ist es nur an wenigen Unis und Hochschulen in Deutschland möglich, Pflege zu studieren. Momentan studiert Gesa mit sechs anderen im 3. Semester. Diesen Herbst gibt es außerdem 15 neue Erstsemester. Viele Vorlesungen besuchen sie zusammen mit Medizinstudierenden. Zum Beispiel Neurologie, Orthopädie oder Unfallchirurgie.

Abschluss international anerkannt

In insgesamt sieben Semestern können die Studierenden zwei Abschlüsse erwerben. Die staatliche Berufszulassung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in und den Bachelor of Science. In jedem Semester gibt es sowohl Theorie-, als auch Praxisunterricht. Damit hat man viele Möglichkeiten auch in der Wissenschaft zu arbeiten. Während des Semesterferien sind die Studierenden vier Wochen in einer Einrichtung, zum Beispiel im Krankenhaus, im ambulanten Dienst oder in der Psychiatrie. "Das ist sehr anstrengend und zeitintensiv, macht aber auch sehr viel Spaß, vor allem die Praxisphasen und der Patientenkontakt", erzählt Gesa. Im Gegensatz zu einer Ausbildung bekommt Gesa kein Geld - Im Gegenteil: Für das duale Studium muss sie Studiengebühren zahlen. Sie und ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen kämpfen derzeit dafür, wenigstens ein bisschen Geld zu bekommen. "Sonst is der Studiengang total unattraktiv", sagt Gesa.

Wir würden uns wünschen, dass wir zumindest unsere Praxisblöcke vergütet bekommen.

Gesa

Viele junge Leute wollen Studieren

Das Studium bietet die Möglichkeit, sich die Theorie zum großen Teil selber bei zu bringen. Gesa gefällt das. Das können die Studierenden zum Beispiel in der Bibliothek. Die Praxis üben sie im Simulationszentrum für den Pflegestudiengang - dem "Tüpass". Da liegt auch "Frau Mayer", eine Puppe, an der man beispielsweise üben kann eine Magensonde zu legen. Gesa glaubt zwar nicht, dass ein Pflegestudiengang die Lösung für den Fachkräftemangel in der Branche ist. Vielen liegt das theoretische Lernen aber mehr als eine reine Ausbildung. So wird für jeden der Beruf nochmal attraktiver gemacht, hofft Gesa.