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INTERVIEW
AUTOR/IN
Anne (Foto: SWR, DASDING)

Eine WG aus Studierenden und Menschen mit Behinderung. Wie gut das funktioniert? Wir haben die Integrative WG in Tübingen mal besucht.

Eine WG aus Studierenden und Menschen mit Behinderung. Wie gut das funktioniert? Wir haben die Integrative WG in Tübingen mal besucht.

"Wir leben hier eigentlich wie in einer ganz normalen Hausgemeinschaft", sagt Fabian. Er wohnt seit 2015 in der WG in Tübingen. Davor hat er alleine gewohnt und hat vermisst, dass einfach nie jemand zum Reden da war. Das ist in der 9er-WG in Lustnau anders - hier ist immer jemand da zum Quatschen.

Gemeinsamer Alltag

Tagsüber geht jeder seinen eigenen Dingen nach: Vier der Mitbewohner studieren, die anderen fünf gehen zur Arbeit. Den Feierabend verbringen sie oft zusammen. Jeden Abend kocht ein Zweier-Team für alle Mitbewohner, die da sind. Sie gehen gemeinsam einkaufen, es gibt einen Putzplan. Abends eine Serie oder einen Film schauen, ab und zu am Wochenende gemeinsam etwas unternehmen - wie in jeder anderen WG auch.

Viele Regeln helfen bei der Inklusion

Es gäbe viele Regeln in der WG, die aber einfach einzuhalten seien, sagt Mitbewohnerin Mareen. Und so komme eben auch erst ein richtiger gemeinsamer Alltag zustande. Davon könnten sich viele andere WGs was abschauen, meint die Medizinstudentin. Denn wenn es gar keine Regeln gibt, fühle sich auch nie jemand für irgendwas verantwortlich und man bliebe meistens alleine für sich. Bevor sie in die Integrative WG gezogen ist, hat sie im Wohnheim gewohnt. "Das war total unpersönlich - hier ist es ganz anders.". Beim gemeinsamen Kochabend einmal in der Woche, wo wirklich alle Mitbewohner zusammenkommen und es meistens mehrere Gänge zu essen gibt, fühlt sich das WG-Leben für Mareen sogar ein bisschen wie Familie an.

"Inklusive WGs sind ein Symbol dafür, dass wir uns als Gesellschaft Mühe geben sollten, möglichst alle Menschen zu integrieren."

Nils, Mitbewohner

Hilfe im Alltag und günstige Miete

Die meisten Aufgaben teilen sich die Mitbewohner gleichmäßig auf. Die Bewohner, die im Alltag etwas mehr Hilfe brauchen, bekommen 365 Tage im Jahr Unterstützung durch Mitarbeiter der Bruderhaus Diakonie. Die hat die Integrativen WGs auch ins Leben gerufen. Es gibt zwei in Tübingen und zwei in Reutlingen. Die Studierenden pflegen die Mitbewohner mit Behinderung nicht. Sie übernehmen aber ein paar mehr Alltagsaufgaben. Die Miete ist daher auch ziemlich günstig.

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