Pia und Leo (beide 18 Jahre alt) sitzen auf Pias Bett. Sie leben beide in betreutem Wohnen in Tübingen. (Foto: DASDING)

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Als Teenie ausziehen: Pia und Leo aus Tübingen

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Theresa Krampfl
Theresa Krampfl (Foto: DASDING)

Leo und Pia sind beide 18 Jahre alt und leben seit mehreren Jahren nicht mehr bei ihren Eltern, sondern in Wohngruppen. Warum und wie ihr Alltag aussieht, erfährst du hier.

Leo und Pia sind beide 18 Jahre alt und leben seit mehreren Jahren nicht mehr bei ihren Eltern, sondern in Wohngruppen. Warum und wie ihr Alltag aussieht, erzählen sie im Video.

Leo und Pia hatten beide Probleme mit ihren Familien, es lief nicht gut zuhause. Und beide kamen dann für eine Weile in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dort merkten sie, dass sie nicht mehr zu ihren Eltern zurück wollten und entschieden sich, in ein betreutes Wohnen zu ziehen. Pia war gerade 16 Jahre alt, Leo 15. Das Jugendamt stimmte zu.

"In eine Wohngruppe zu ziehen, ist dann schon der letzte Weg. Davor wird vieles anderes versucht."

Der Alltag in einer Wohngruppe

Pia und Leo leben in unterschiedlichen Wohngruppen. In jeder Einrichtung gibt es zwar unterschiedliche Regeln, aber die Grundlagen sind ähnlich. Was überall safe ist: Zu jeder Zeit am Tag gibt es Betreuende, die einem helfen. Die leben meistens in einem Zimmer im Haus, wo sie arbeiten, aber auch während ihrer Schicht schlafen und abhängen. Mittags und/ oder abends gibt's Kochdienste, da müssen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen abwechselnd kochen. In Pias Einrichtung gibt es mittags eine Hauswirtschaftlerin, die für alle kocht.

Ausgangszeiten

In jeder Wohngruppe gibt es unterschiedliche Regeln, meistens sind sie aber nach Alter gestaffelt. Je nach Alter darf man dann länger oder kürzer raus, darf Übernachtungsgäste haben oder auch mal auswärts schlafen. In Leos Wohngruppe zum Beispiel müssen die unter 16-jährigen Bewohnenden um 21:30 Uhr das Handy abgeben. Bei Leo dürfen zum Beispiel auch keine Jungs übernachten, weil die Gefahr einer Schwangerschaft zu groß sein könnte...

Taschengeld und Kleidergeld

Auch wieder nach Alter gestaffelt gibt es Taschen- und Kleidergeld. Mit 17 Jahren zum Beispiel haben sie beide rund 60 Euro pro Monat bekommen. Schon ein Jahr später sind es 120 Euro. Außerdem bekommen sie Geld, um Kleidung zu kaufen.

"Du bist selten das Problem"

Allen, die in einer ähnlichen Situation sind und von zuhause weg wollen, möchten die beiden noch was mitgeben:

"Es gibt immer einen Weg, den du einschlagen kannst. Und du bist in den allermeisten Fällen nicht das Problem."

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  2. Sack Reis Sonderfolge mit Melina Borčak

    +++ HINWEIS ZUR FOLGE +++
    Es war ein Fehler, die Podcast-Folge „Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina“ zu veröffentlichen. Wir hätten erkennen müssen, dass diese die Gefühle von Menschen verletzt, schlimmer noch, sie retraumatisiert hat. Der Genozid von Srebrenica ist ein furchtbares Kriegsverbrechen, mithin ein historischer Fakt. Unsere Einordnung der Aussagen unserer Gesprächspartnerin dazu war unzureichend. Dafür bitten wir ausdrücklich um Entschuldigung.



    Wir bedauern auch, dass das Gespräch mit Melina Borčak so unversöhnlich endete. Sie hatte die Ausgabe dieses Podcasts bereits im April kritisiert. Wir nehmen ihre und Eure Kritik sehr ernst und setzen uns nochmals intensiv mit den Vorwürfen und damit, was sie für unsere Arbeit bedeuten, auseinander. Bis wir das alles aufgearbeitet haben, wollen wir mit unserem Podcast “Sack Reis” pausieren.

    Wir haben uns im Sinne der Transparenz entschieden, die Folge zu Bosnien-Herzegowina sowie die Sonderfolge mit Melina Borčak weiterhin online vorzuhalten.

    +++

    Vor fast zwei Jahren haben wir den Podcast „Sack Reis – Was geht dich die Welt an?“ gestartet, weil wir eine neue Form der Auslandsberichterstattung ausprobieren wollten: Wir schauen hinter die Schlagzeilen, begegnen jungen Leuten aus der ganzen Welt, die das erleben, was wir nur aus den Nachrichten kennen. Statt über Menschen sprechen wir mit ihnen und lernen ihren Alltag kennen.
    Um die Folge „Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina“ hatte sich eine Diskussion entfacht. Insbesondere die Journalistin Melina Borčak hatte sie scharf kritisiert und deshalb haben wir mit ihr gesprochen.
    Hier geht es zur Folge, die die Kritik ausgelöst hat: https://www.ardaudiothek.de/episode/sack-reis/kurz-vor-krieg-der-zerbrechliche-frieden-in-bosnien-herzegowina/dasding/10383273/
    Hinweis: Direkt nach der Veröffentlichung im März hatte uns Melina Borčak auf sachliche Fehler hingewiesen. Das politische System Bosnien-Herzegowinas war von uns im Text falsch beschrieben worden. Solche Fehler nehmen wir ernst, sie dürfen nicht passieren. Wir haben diese Stelle herausgeschnitten und den Podcast neu hochgeladen.  mehr...

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