Das Ulmer Münster erstrahlt in den Farben der Ukraine (Foto: Ralf Zwiebler)

vor Ort

Privater Hilfskonvoi bringt mehr als 100 Geflüchtete nach Ulm

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In Sachen Hilfsaktionen für die Ukraine tut sich ganz schön viel in der Doppelstadt und ihrem Umland - und auch die ersten Geflüchteten sind in Ulm schon untergekommen.

"Ich muss helfen!" - das hat sich Marina aus Ulm gedacht. Und sie hat schnell gehandelt: Zwei Tage nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Ulmer Bloggerin eine Hilfsaktion ins Leben gerufen und über Instagram einen Spendenaufruf gemacht.

Die Ulmer Bloggerin Marina Giessbrecht spricht mit ihren Abonnenten auf Instagram über die Hilfsaktion auf dem Münsterplatz. (Foto: DASDING, Hannah Schulze)
Auf dem Münsterplatz: Die Follower von Marina werden immer auf dem Laufenden gehalten. Hannah Schulze

Zusammen mit der ehemaligen Bundestagsabgeordneten, Hilde Mattheis, hat sie zwei Tage lang auf dem Münsterplatz Hilfsgüter gesammelt und nicht nur das. Mit insgesamt sieben Reisebussen - bis unter's Dach beladen mit Spenden - haben sich die beiden Frauen auf den Weg an die slowakisch-ukrainische Grenze gemacht.

Menschen sammeln auf dem Münsterplatz Spenden für die Ukraine (Foto: SWR)
1. März: Spenden stapeln sich auf dem Münsterplatz - bereit um an die Grenze gebracht zu werden.

Ich hatte zu keiner Sekunde Angst oder das Gefühl der Unsicherheit, dass mir etwas passieren kann. Es war nur ganz viel Nervosität.

An der Grenze übergab die Ulmer Crew die Hilfsgüter an eine ukrainische Hilfsorganisation. Auf dem Rückweg wurden ukrainische Familien, Frauen und Kinder mit nach Ulm genommen. Mehr als 100 Kriegsgeflüchtete sind durch Marinas Aktion schon in Ulm angekommen, mehr als die Hälfte ist aber schon weitergereist - zu Familie oder Bekannten.

In einem Lager an der slowakisch-ukrainischen Grenze, wo der Ulmer Hilfskonvoi angekommen ist, stehen vor einem Pavillon Flüchtlingshelfer.  (Foto: Marina Giessbrecht)
Eine Zeltstadt direkt an der slowakisch-ukrainischen Grenze. Marina Giessbrecht Bild in Detailansicht öffnen
Die Organisatorinnen aus Ulm bei der Überfahrt an die Grenze. Marina Giessbrecht Bild in Detailansicht öffnen
Mit sieben Bussen wurden die Ulmer Spenden an die Grenze gebracht und mehr als 120 Geflüchtete mit nach Ulm genommen. Marina Giessbrecht Bild in Detailansicht öffnen
An der Grenze werden die Hilfsgüter an eine ukrainische Hilfsorganisation übergeben. Marina Giessbrecht Bild in Detailansicht öffnen
Die ersten Kriegsgeflüchteten kommen in der Region an. Timo Staudacher Bild in Detailansicht öffnen
Es kommen überwiegend Frauen und Kinder in Elchingen an. Frank Polifke Bild in Detailansicht öffnen

Rund 50 Menschen wurden privat in Ulm und Umgebung untergebracht. Organisatorinnen, Helfende und Geflüchtete wollen in Kontakt bleiben, um sich weiterhin austauschen zu können.

Wie kann ich helfen?

Die Aktion von Marina ist nur eine von vielen in Ulm und drumherum. Wenn du deine Hilfe anbieten möchtest, gibt es einige Anlaufstellen, an die du dich wenden kannst. Der engagiert in ulm e.V. beispielsweise hat eine Datenbank ins Leben gerufen, um Hilfsangebote und -gesuche zu finden. Der Verein menschlichkeit-ulm hat sogar eine digitale Pinnwand errichtet. Hier kannst du dich eintragen für Kinderbetreuungsangebote, kurzfristige Anfragen oder auch Begleitungshilfen für Behördengänge.

Am Freitag, 18. März, hat es ein erstes großes Treffen in der Friedrichsau zwischen Geflüchteten und Helfenden gegeben. Organisiert wurde es unter anderem von der Ukrainischen Katholischen Kirche in Neu-Ulm. Rund 300 Menschen kamen, weitaus mehr als erwartet, um Kontakte zu knüpfen und zusammen zu planen, was in Ulm für die Geflüchteten angeboten werden kann und welche Hilfe sie noch brauchen.

Infopoint am Ulmer Hauptbahnhof

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt seit dem 12. März zusammen mit der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof Ulm einen Infopoint für Geflüchtete aus der Ukraine. Im Empfangsgebäude des Ulmer Hauptbahnhofs bekommen Flüchtlinge aus der Ukraine jetzt schnelle Hilfe - direkt bei ihrer Ankunft. Dort gibt es ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die Geflüchtete in ihrer Heimatsprache betreuen können.

Infopoint vom Deutschen Roten Kreuz und der Bahnhofsmission für ukrainische Geflüchtete am Ulmer Hauptbahnhof  (Foto: DASDING, Hannah Schulze)
Hier können sich ankommende Geflüchtete melden, wenn sie zum Beispiel eine Unterkunft oder anderweitig Hilfe suchen. Hannah Schulze

Hilfetelefon in Neu-Ulm eingerichtet

Seit Montag, dem 13. März, schaltet das Landratsamt Neu-Ulm ein Bürgertelefon zur Ukraine-Hilfe.

Unter der 0731 / 7040-5050 können Bürger*innen Fragen zur Hilfe für ukrainische Kriegsgeflüchtete stellen. Die Hotline ist von Montag bis Freitag, von 9 bis 13 Uhr erreichbar.

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DASDING

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  2. Sack Reis Sonderfolge mit Melina Borčak

    +++ HINWEIS ZUR FOLGE +++
    Es war ein Fehler, die Podcast-Folge „Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina“ zu veröffentlichen. Wir hätten erkennen müssen, dass diese die Gefühle von Menschen verletzt, schlimmer noch, sie retraumatisiert hat. Der Genozid von Srebrenica ist ein furchtbares Kriegsverbrechen, mithin ein historischer Fakt. Unsere Einordnung der Aussagen unserer Gesprächspartnerin dazu war unzureichend. Dafür bitten wir ausdrücklich um Entschuldigung.



    Wir bedauern auch, dass das Gespräch mit Melina Borčak so unversöhnlich endete. Sie hatte die Ausgabe dieses Podcasts bereits im April kritisiert. Wir nehmen ihre und Eure Kritik sehr ernst und setzen uns nochmals intensiv mit den Vorwürfen und damit, was sie für unsere Arbeit bedeuten, auseinander. Bis wir das alles aufgearbeitet haben, wollen wir mit unserem Podcast “Sack Reis” pausieren.

    Wir haben uns im Sinne der Transparenz entschieden, die Folge zu Bosnien-Herzegowina sowie die Sonderfolge mit Melina Borčak weiterhin online vorzuhalten.

    +++

    Vor fast zwei Jahren haben wir den Podcast „Sack Reis – Was geht dich die Welt an?“ gestartet, weil wir eine neue Form der Auslandsberichterstattung ausprobieren wollten: Wir schauen hinter die Schlagzeilen, begegnen jungen Leuten aus der ganzen Welt, die das erleben, was wir nur aus den Nachrichten kennen. Statt über Menschen sprechen wir mit ihnen und lernen ihren Alltag kennen.
    Um die Folge „Kurz vor Krieg? Der zerbrechliche Frieden in Bosnien-Herzegowina“ hatte sich eine Diskussion entfacht. Insbesondere die Journalistin Melina Borčak hatte sie scharf kritisiert und deshalb haben wir mit ihr gesprochen.
    Hier geht es zur Folge, die die Kritik ausgelöst hat: https://www.ardaudiothek.de/episode/sack-reis/kurz-vor-krieg-der-zerbrechliche-frieden-in-bosnien-herzegowina/dasding/10383273/
    Hinweis: Direkt nach der Veröffentlichung im März hatte uns Melina Borčak auf sachliche Fehler hingewiesen. Das politische System Bosnien-Herzegowinas war von uns im Text falsch beschrieben worden. Solche Fehler nehmen wir ernst, sie dürfen nicht passieren. Wir haben diese Stelle herausgeschnitten und den Podcast neu hochgeladen.  mehr...

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