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Daniela Rapp (Foto: DASDING)

Unter dem #magersucht oder #anorexie findet man in den sozialen Netzwerken hunderttausende Ergebnisse. Über den Zusammenhang zwischen Essstörungen und Social Media wird schon lange gesprochen. Instagram hat jetzt eine neue Funktion eingeführt, mit der sie gegen Essstörungen kämpfen will.

In Deutschland leiden von 1.000 Frauen (zwischen 12 und 35 Jahren) etwa drei bis sechs unter einer Magersucht, wenn man den Zeitraum eines Jahres anschaut. Bei Männern zwischen 13 und 24 Jahren ist es einer.

In sozialen Netzwerken werden Nutzer*innen jeden Tag mit "perfekten" Selfies und schlanken Körpern bombardiert. Das kann Druck aufbauen, einem bestimmten Körperideal zu entsprechen und eine Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper bewirken - weil ein unrealistisches Schönheitsideal vermittelt wird. Natürlich spielen bei der Entstehung, dem Verlauf und der Bewältigung einer Essstörung auch andere Faktoren wie genetische, soziale und familiäre Bedingungen eine Rolle.

So will Instagram bei Essstörungen helfen

Durch Netztrends wie die "Thigh Gap" oder die "Bikini Bridge" werden wir zusätzlich mit einem bestimmten Körperideal konfrontiert.

Instagrammer*innen, die über ihre Essstörung berichten, können Identifikationsfiguren sein, die Betroffene zum Beispiel auch motivieren können, bei Rückschlägen weiter gegen die Krankheit zu kämpfen.
Andererseits landet man unter bestimmten Hashtags im Zusammenhang mit Essstörungen auch schnell bei Inhalten, die (teilweise lebensgefährliche) Tipps zum Abnehmen oder zum Verheimlichen der Erkrankung geben. Instagram und Youtube gehen dagegen bereits vor, indem sie entsprechende Hashtags komplett sperren. Jetzt wollen sie aber noch mit einem anderen Feature helfen.

It's National Eating Disorders Awareness Week and we’re sharing new ways we’re supporting people affected by negative body image or eating disorders. Now when you search for eating disorder-related content, the first thing you'll see is expert resources ❤️ https://t.co/3fRLpGtPxw

Zur "National Eating Disorders Awareness Week" in den USA, also einer Woche für mehr Aufmerksamkeit für Essstörungen, führte Instagram jetzt eine Funktion ein, die Nutzer*innen, die nach Begriffen in Zusammenhang mit Essstörungen suchen, Hilfe anbietet.

Gibt man bei Instagram zum Beispiel die Begriffe "Bulimie" oder "Magersucht" ein, bekommt man einen inhaltlichen Hinweis und wird auf eine Seite mit Infos und Tipps zu Essstörungen weitergeleitet:

Instagram Screenshot Essstörung (Foto: DASDING)

Bei den Suchbegriffen "Binge Eating" oder "Anorexia" kommt man auf eine Seite, auf der Instagram Unterstützung anbietet in Form von beispielsweise Telefonseelsorge-Nummern in Deutschland:

Instagram Screenshot Essstörung2 (Foto: DASDING)

Ganz ausgereift scheint die Funktion in Deutschland aber noch nicht zu sein: Bei #essstörungen, #gewichtsverlust oder #abnehmen schlägt sie nämlich beispielsweise (noch) nicht an.
Während in den USA auch TikTok eine vergleichbare Funktion eingeführt hat, bekam ich bei meinen Recherchen in Deutschland auf TikTok keinen Hinweis.

Hier bekommst du Hilfe

Wenn du das Gefühl hast, dass dich psychisch etwas belastet, scheu nicht davor zurück, dir Hilfe zu suchen.

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