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Joost (Foto: SWR, DASDING)

In Großbritannien und Südafrika sind Fälle einer Mutation des Coronavirus aufgetaucht, weshalb umgehend der Grenzverkehr zwischen vielen Ländern eingestellt wurde. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Mutation? Wir klären für dich die wichtigsten Fragen!

Brauchen wir einen neuen Impfstoff?

Das sieht erstmal nicht so aus. Also so ein Virus verändert sich ständig. SARS-CoV-2 hat sich seit dem Start der Pandemie auch verändert, aber nie so richtig, sodass unsere Impfstoffe in Gefahr sind. Bei den mutierten Versionen aus England und Südafrika ist das wohl anders. Die Reporter aus der SWR-Wissenschaftsredaktion sagen: "Die in England und Südafrika gefundenen beiden Virusvarianten weisen nun aber durchaus bemerkenswerte Veränderungen an ihrer Außenseite, also auf der Virushülle auf. Diese Veränderungen sind nicht so massiv, dass die Wirkung von Impfungen sofort gefährdet wäre. Aber bei weiterer Mutation des Virus könnte in wenigen Jahren eine Anpassung der Impfstoffe notwendig werden."

Also kurz gesagt: Dieses Virus „Update“ ist jetzt wohl noch nicht so schlimm, aber wenn es irgendwann nochmal so ein „Update“ gibt, dann könnte das schlimm werden. So etwas kann aber auch Jahre dauern.

Ist diese Virus-Mutation wirklich ansteckender?

Anscheinend soll diese Coronavirus-Form bis zu 70 Prozent ansteckender sein. Diese Zahl haben Politiker*innen und Medien benutzt. Der Virologe Christian Drosten hat sich im Deutschlandfunk aber gewundert. Er sagt, dass wir noch gar nicht genug Material haben, um das zu behaupten.

Ich bin, wie jeder andere, im Moment in einer etwas unklaren Informationslage. Also ich kann das nachlesen, was an öffentlich bekannten Dokumenten verfügbar ist und das ist schon noch lückenhaft und das sagen die britischen Wissenschaftler genauso.

Christian Drosten im Deutschlandfunk

Auch Jörg Timm, Leiter des Instituts für Virologie aus Düsseldorf, hat diese Ansicht: „Die gesicherten Erkenntnisse über die Variante im Vereinigten Königreich sind noch sehr lückenhaft. Die Tatsache, dass die Variante sich so rasch in England verbreitet, lässt schon vermuten, dass die Übertragung dieser Variante effizienter ist. Das bedeutet nicht, dass die Variante auch eine schwerere Erkrankung auslöst. Dazu gibt es keine gesicherten Daten, dem ersten Eindruck zufolge ist das aber nicht der Fall.“

Wann gibts genauere Infos über die Virus-Mutation aus England?

Laut dem Virologen Christian Drosten sagen Forscher, dass sie zumindest noch diese Woche abwarten müssten, um genug Informationen über diese neue Form des Coronavirus zu sammeln, bis ein paar vorläufige Datenanalysen abgeschlossen sind. Erst dann kann man vermuten, ob diese neue Virus-Form wirklich so viel ansteckender ist.

Coronavirus-Mutation aus Großbritannien: Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

Nein, Sorgen müssen wir uns nicht machen. Dass sich ein Virus verändert ist erstmal ganz normal. Auch Christian Drosten sagt, dass er über diese Neuigkeiten im Moment nicht so sehr besorgt sei. Und Oberstarzt Dr. Roman Wölfel aus München sagt: „Am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München sequenzieren wir seit dem Frühjahr dieses Jahres immer wieder SARS-CoV-2-Isolate aus unseren diagnostischen Einsendungen. Die jetzt in Großbritannien beschriebene Variante haben wir in dieser Form tatsächlich bisher bei unseren Patientenproben nicht beobachtet.“

Wir brauchen also noch mehr Infos über diese neue Virus-Form, aber Kontakte reduzieren, das ist auch bei dieser Form nie falsch...

Das ist im BaWü und RLP gerade erlaubt - und das nicht.

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