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Der Shutdown wird grundsätzlich verlängert, die Kontaktbeschränkungen sollen aber ab dem 8. März gelockert werden. Was bei der Bund-Länder-Konferenz sonst noch beschlossen wurde und welche Corona-Regeln im Moment bei dir gelten, checkst du hier.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt wieder an und auch die Sorge um Virus-Mutationen bleibt bestehen. Deshalb wurde der Shutdown grundsätzlich bis 28. März verlängert.

Trotzdem wurde bei der Beratung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder am 3. März auch über weitere Lockerungen gesprochen.

Hier bekommst du Antworten auf diese Fragen:

Welche allgemeinen Corona-Regeln gelten (weiterhin)?

Was ändert sich im März in Rheinland-Pfalz?

Was ändert sich im März in Baden-Württemberg?

Welche allgemeinen Corona-Regeln gelten (weiterhin)?

Es gibt immer noch Corona-Kontaktbeschränkungen - aber mit einer Neuerung

Im Moment gilt: Private Treffen sind nur mit einer Person aus einem weiteren Haushalt erlaubt. Ab Montag, dem 8. März, sollen Treffen mit bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten möglich sein. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgerechnet.

Aber: Wenn die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an mehreren Tagen hintereinander auf über 100 steigt, soll sich das auch sofort wieder ändern. Dann würde die Regelung, die bis 7. März gegolten hat, wieder greifen. Diese "Notbremse" kann bei allen beschlossenen Maßnahmen zum Einsatz kommen und Lockerungen wieder rückgängig machen.

Medizinische Masken sind Pflicht

Nicht neu, aber immer noch aktuell: Medizinische Masken sind seit Montag, dem 25. Januar, in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften Pflicht. Erlaubt sind damit neben FFP2-Masken auch KN95/N95 oder OP-Masken.

Diese Regel gilt außerdem in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie bei Gottesdiensten und anderen religiösen Veranstaltungen.

Ausführlichere Informationen zu den verschiedenen Masken-Arten gibt es zum Beispiel hier - beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Das ist in Sachen Corona-Maßnahmen geplant: Öffnungen in mehreren Schritten

Auch wenn die Maßnahmen erstmal verlängert wurden, soll es fünf generelle Öffnungsschritte geben, die in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich umgesetzt werden können. Genaue Informationen für Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg findest du weiter unten im Artikel (klicke einfach auf dein Bundesland, um direkt zu diesen Punkten zu gelangen).

Erster Öffnungsschritt:

Dass Grundschulen, Kitas und Friseure wieder öffnen durften, gilt als erster bundesweiter Öffnungsschritt.

Zweiter Öffnungsschritt:

Ab 8. März sollen Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte wieder öffnen dürfen. Auch sogenannte "körpernahe Dienstleistungen" sollen dann wieder möglich sein und mit negativem Coronatest könnte man dann auch wieder in die Fahr- oder Flugschule.

Dritter Öffnungsschritt:

Bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner könnten der Einzelhandel (mit begrenzter Kundenanzahl), Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten wieder öffnen. Auch bestimmte Formen von Sport im Außenbereich seien dann wieder denkbar. Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100 müsste es zusätzliche Maßnahmen wie Terminvereinbarungen geben.

Weitere Öffnungsschritte könne es immer dann geben, wenn es in einem Zeitraum von 14 Tagen bei den Neuinfektionen eine "stabile oder sinkende Tendenz" gibt, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Vierter Öffnungsschritt:

Außengastronomie, Kinos und Theater können laut der Bundeskanzlerin bei einer stabilen Inzidenz frühestens am 22. März wieder öffnen. Je nach Infektionslage könnte dann aber ein Coronatest notwendig werden.

Fünfter Öffnungsschritt:

Der aktuell letzte Öffnungsschritt würde dann Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen draußen und Kontaktsport drinnen betreffen. Das soll frühestens ab 5. April wieder möglich sein.

Wann öffnen Fitnessstudios, Hotels und Co. wieder?

Noch keine genauen Aussagen gibt es zu den Innenbereichen der Gastronomie, zu den Themen Reisen und Hotels, zu größeren Veranstaltungen und zu Fitnessstudios. Zwar ist in dem Stufenplan von Sport im Innen- und Außenbereich die Rede. Genauer definiert ist das aber noch nicht. Fragen zu diesen Punkten könnten bei der nächsten Konferenz am 22. März geklärt werden.

Corona-Beschlüsse: Mehr Tests, mehr Impfungen und neue Apps

Die Öffnungen sind generell an zwei "Helfer" gebunden, das haben verschiedene Politiker*innen und auch Angela Merkel immer wieder erklärt: "verschiedene Impfstoffe und die ganze Bandbreite an Tests". Schnelltests würden die Öffnungsschritte absichern, der Impfstoff sei der Weg aus der Pandemie.

Deshalb soll in Zukunft jeder mindestens einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche machen können. Auch in Schulen und Kitas soll regelmäßig getestet werden: Pro Präsenzwoche sollen Schüler*innen und Lehrkräfte mindestens einen kostenlosen Test bekommen.

Laut Ministerpräsidentin Malu Dreyer sollen die kostenlosen Schnelltests in Rheinland-Pfalz schrittweise ab dem 8. März angeboten werden. Winfried Kretschmann hat auch für Baden-Württemberg ab Montag kostenlose Tests in Arztpraxen, Apotheken und Testzentren angekündigt.

Außerdem soll mehr geimpft werden: Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfung soll maximal ausgenutzt werden, sodass mehr Menschen die erste Impfung bekommen können. Der AstraZeneca-Impfstoff soll auch für Menschen über 65 Jahren empfohlen werden. Außerdem soll ab Ende März/Anfang April auch in manchen Hausarztpraxen geimpft werden und die Arbeit in Impfzentren könnte bei Bedarf ausgebaut werden.

Zusätzlich sollen Apps verstärkt bei der Kontaktnachverfolgung helfen. Dazu soll ein App-Angebot "bundeseinheitlich" ausgewählt werden. Als mögliches Beispiel hat die Bundeskanzlerin das System "luca" genannt. Entschieden ist hier aber noch nichts.

Coronavirus: Welche Regeln gelten in meiner Region?

Vielleicht ist dir beim Lesen schon aufgefallen, dass die Öffnungsschritte nicht für alle Bundesländer gleich passen und zum Beispiel in Rheinland-Pfalz im Moment schon Lockerungen gelten, die bei diesem bundesweiten Plan erst bei späteren Öffnungsschritten drankommen würden. Deshalb hier nochmal eine konkrete Übersicht, was bei dir in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gilt.

Friseure, Fahrschulen, Einzelhandel und Co.: Das gilt seit dem 1. März in Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz dürfen seit dem 1. März Friseure wieder öffnen. Dabei müssen allerdings die Corona-Regeln eingehalten werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass Friseurbesuche über Terminvergaben geregelt werden, Hygiene-Auflagen und Abstandsregeln unter Kund*innen eingehalten werden müssen und nur Leistungen angeboten werden dürfen, bei denen die Maskenpflicht eingehalten wird.

Außerdem dürfen Geschäfte ab sofort nicht mehr nur "Click & Collect" anbieten, es dürfen auch Shopping-Termine ausgemacht werden. Bei diesem "Termin-Shopping" gelten Abstandsregeln und die verschärfte Maskenpflicht, die Kontaktdaten müssen erfasst werden und zwischen den einzelnen Terminen müssen 15 Minuten liegen, sodass die Räume regelmäßig gelüftet und desinfiziert werden können.

Auch Büchereien und Archive dürfen Einzeltermine vergeben.

Blumenläden und die Außenbereiche von Gärtnereien, Gartenbaubetrieben und Gartenbaumärkten dürfen unter Auflagen wieder öffnen.

Dienstleistungen wie Fußpflege sind wieder erlaubt, wenn sie "medizinischen oder hygienischen Gründen dienen" - kosmetische Maßnahmen wie zum Beispiel das Lackieren der Nägel zählen nicht dazu.

Zoos, Tierparks und botanische Gärten dürfen ihre Außenbereiche wieder öffnen - auch hier gelten aber Abstandsregeln, Maskenpflicht und Zulassungsbeschränkungen. Die Zahl der Personen ist also begrenzt, in der Regel muss man sich vorab anmelden.

Fahrschulen dürfen ihre Angebote unter Auflagen ausüben.

In Musikschulen darf jeweils ein*e Schüler*in von einer Lehrkraft unterrichtet werden (ausgenommen ist Gesangsunterricht oder Unterricht für Blasinstrumente). Auch hier gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht.

Präsenzunterricht in Schulen und weitere Lockerungen: Das ist in den nächsten Wochen in Rheinland-Pfalz geplant

Rheinland-Pfalz plant wohl ab Montag, den 8. März, in den dritten Öffnungsschritt zu gehen. Das hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei einer Pressekonferenz gesagt. In Landkreisen mit Inzidenzen unter 50 könnte es dann weitere Öffnungen im Einzelhandel geben, Museen und Galerien dürften wieder aufmachen und Sport im Freien wäre in kleinen Gruppen möglich.

Außerdem soll ab dem 8. März der Wechselunterricht für die Klassenstufen 5 und 6 beginnen, weitere Klassenstufen und die berufsbildenden Schulen sollen am 15. März starten.

Ein nächster Öffnungsschritt könnte dann frühestens am 22. März erreicht werden, das würde dann zum Beispiel den Außenbereich der Gastronomie und unter Auflagen Theater und Kinos betreffen.

Friseure, Fahrprüfungen, Gartenmärkte und Co.: Das gilt seit 1. März in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg dürfen Friseure und Barbershops seit dem 1. März wieder öffnen, um Haare zu waschen, zu schneiden, zu färben oder zu föhnen. Rasuren und Co. sind nicht erlaubt, weil hierbei keine Masken getragen werden können. Medizinische Masken, das Einhalten von Abstandsregeln und feste Terminvergaben sind Pflicht.

In Fahrschulen gilt: Praktische Fahrstunden und Fahrprüfungen sind möglich, Theorieunterricht findet online statt. Während der Fahrstunden und -prüfungen müssen medizinische Masken getragen werden.

Gärtnereien, Blumenläden, Baumschulen, Garten- und Baumärkte dürfen "Pflanzen, gartenbauliche Erzeugnisse und Zubehör" verkaufen. Es darf sich hier aber nur eine begrenzte Anzahl an Personen in den Geschäften aufhalten, auch hier sind medizinische Masken Pflicht.

Einzelhandel, Baumärkte, Tattoo-Studios und Co.: Das ist in den nächsten Wochen in Baden-Württemberg geplant

Auch in Baden-Württemberg soll es ab der nächsten Woche weitere Öffnungen geben. "Termin-Shopping" und der Besuch von Galerien soll dann möglich sein. Außerdem sollen Baumärkte öffnen und manche "körpernahen Dienstleistungen" wieder möglich sein. Dazu würden zum Beispiel auch Tattoo-Studios oder Kosmetikstudios zählen. Voraussetzung sei hier aber, dass man einen negativen Corona-Test vorweisen kann.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat zudem ab dem 15. März nächste Öffnungsschritte in den Schulen angekündigt. Das soll Grundschulen, aber auch Fünft- und Sechstklässler betreffen.

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