Neue Corona-Regeln in BW und RLP im Herbst (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa | Marijan Murat)

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Neue Corona-Regeln im Herbst: Das gilt jetzt in BW und RLP

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Corona-Ampel mit drei Warnstufen, 3G-,2G- oder 2G+-Regeln: Hier erfährst du, was das alles bedeutet und was gerade in deiner Region in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gilt.

Die Ferien sind vorbei, der Sommer (zumindest offiziell) auch und die Zahl der Corona-Neuinfektionen schwankt. Viele fragen sich jetzt, wie das mit den Corona-Regeln in den nächsten Wochen weitergehen soll. Denn: Im letzten Jahr sind die Inzidenzen mit dem Beginn des schlechten Wetters wieder gestiegen und es wurden strengere Maßnahmen eingeführt. Da gab es aber auch noch keine Impfungen gegen das Virus.

Ein paar allgemeine Informationen für den Herbst sind schon seit August bekannt:

  • Ab dem 11. Oktober wird es für Ungeimpfte keine kostenlosen Corona-Tests mehr geben
  • Wer nicht geimpft ist, muss aber bei Aktivitäten in Innenräumen in den meisten Fällen einen negativen Test vorzeigen, zum Beispiel in der Innengastro, in Friseursalons oder in Fitnessstudios.
  • Der medizinische Mund-Nasen-Schutz bleibt in Geschäften, in Bussen und Bahnen weiterhin Pflicht.

Welche Regeln speziell in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gelten, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Wenn dich ein Thema oder ein Bundesland besonders interessiert, kannst du zum passenden Abschnitt springen, indem du hier auf das entsprechende Thema klickst:

Neues Corona-Warnsystem in RLP: Was bedeutet das?

Ich bin geimpft/genesen: Welche Corona-Regeln gelten in RLP für mich?

Ich bin nicht geimpft und nicht genesen: Welche Corona-Regeln gelten in RLP für mich?

Neues Corona-Warnsystem in Baden-Württemberg: Was bedeutet das?

"Grundstufe", "Warnstufe" und "Alarmstufe" in Baden-Württemberg: Mit diesen Einschränkungen müssen Ungeimpfte rechnen

Neues Corona-Warnsystem in RLP: Was bedeutet das?

Seit dem 12. September gilt in Rheinland-Pfalz eine neue Corona-Verordnung. Ein wichtiger Punkt dabei: Es soll keinen weiteren Lockdown mehr geben. Geschäfte, Restaurants, Hotels, Kinos und Co. sollen geöffnet bleiben und auch Personen, die nicht geimpft sind, sollen weiterhin die Möglichkeit haben, diese Angebote zu nutzen, indem sie statt eines Impfzertifikats oder eines Nachweises über ihre Genesung einfach ein aktuelles negatives Testergebnis vorzeigen.

Steigt die Inzidenz, gibt es aber Zulassungsbeschränkungen für nicht-immunisierte Menschen. Dann dürfen insgesamt weniger Personen ohne Schutz an Veranstaltungen und Co. teilnehmen. Es wird hier von einer „2G+“-Regel gesprochen.

Außerdem gibt es neue Kriterien, die bestimmen, welche Regeln wann gelten. Vorher war dafür nur die Sieben-Tage-Inzidenz entscheidend, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Jetzt kommen zwei neue Werte dazu: die „Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz“ und der „Anteil an Intensivbetten“.

Diese drei Werte entscheiden, welche Warnstufe gerade in deiner Region gilt. Zu Beginn der neuen Corona-Verordnung gilt erst mal automatisch Warnstufe 1, das bedeutet: Inzidenz bis 100, maximal 5 Krankenhausfälle pro 100.000 Einwohner, maximal 6% der Intensivbetten sind belegt. Wenn mindestens zwei dieser Werte in einem Landkreis oder einer Stadt an drei aufeinander folgenden Werktagen überschritten werden, gilt Warnstufe 2.

Warnstufe 2 bedeutet: Die Inzidenz liegt zwischen 100 und 200, es gibt 5 bis 10 Krankenhausfälle aufgrund des Virus, 6-12% der Intensivbetten sind belegt. Werden auch hiervon mindestens zwei Werte in einem Landkreis oder einer Stadt an drei aufeinander folgenden Werktagen überschritten, gilt Warnstufe 3.

Die Inzidenz liegt bei Warnstufe 3 über 200, es gibt mehr als 10 Covid-Krankenhausfälle und über 12% der Intensivbetten sind belegt.

Wenn drei Tage hintereinander nur einer dieser Grenzwerte oder vielleicht sogar gar keiner mehr überschritten wird, gilt zwei Tage später wieder die niedrigere Warnstufe. In dem Fall würde der Landkreis oder die Stadt also von Warnstufe 3 auf 2 oder von 2 auf 1 springen.

Welche Regeln in den einzelnen Warnstufen gelten, erklären wir dir weiter unten. Erst mal eine kleine Hilfe, wie du dir das übersichtlich abspeichern kannst:

„Corona-Ampel“: Warnstufen in Rheinland-Pfalz

Das klingt alles zuerst mal sehr kompliziert, vielleicht kann dir diese Grafik aber dabei helfen, das besser einzuordnen (klicke einfach auf den kleinen Pfeil im Bild, um zur Übersicht zu kommen).

Nachdem wir die neuen Warnstufen und Werte geklärt haben, ist jetzt natürlich wichtig zu wissen, welche Regeln hinter dieser neuen Einstufung stecken.

Corona in RLP: Diese Regeln gelten seit 12. September

Ich bin geimpft/genesen: Welche Corona-Regeln gelten in RLP für mich?

Wer geimpft, genesen oder jünger als 12 Jahre ist, ist in seinem Privatleben von diesen Schwankungen zwischen den einzelnen Warnstufen erst mal relativ wenig betroffen.

Das sind die wichtigsten Punkte dazu:

  • Private Treffen: Es gibt keine Obergrenze, wie viele „immunisierte Personen“ sich treffen dürfen.
  • Gastronomie: Der Innen- und Außenbereich kann genutzt werden. Es ist nur ein Impf- oder Genesenen-Nachweis notwendig.
  • Veranstaltungen: Es gibt eine Begrenzung, wie viele nicht-immunisierte Personen bei einer Veranstaltung dabei sein dürfen, aber keine Begrenzung, wie viele immunisierte Personen zugelassen werden. Aber: Es gelten weiterhin Abstandsregeln, Maskenpflicht und die Kontaktdaten müssen erfasst werden. Außerdem sind bei Veranstaltungen im Freien ohne feste Plätze maximal 25.000 Menschen zugelassen.
  • Einkaufen: Es wird eine Person pro 5 Quadratmeter Verkaufsfläche zugelassen, sonst ändert sich nichts.

In allen anderen Innenbereichen, bei sogenannten „körpernahen Dienstleistungen“, in Hotels und Co., aber auch in Freizeiteinrichtungen, Zoos oder Museen gilt wie bisher: Nachweis vorzeigen, dass man geimpft oder genesen ist - dann gibt es auch hier aktuell keine weiteren Einschränkungen.

Ich bin nicht geimpft und nicht genesen: Welche Corona-Regeln gelten in RLP für mich?

Ungeimpfte über 12 Jahre, die nicht genesen sind, brauchen für einige Bereiche einen Test oder müssen mit Einschränkungen rechnen.

Die wichtigsten Punkte sind:

  • Private Treffen: Bei Warnstufe 1 dürfen sich maximal 25 Personen treffen, bei Warnstufe 2 maximal zehn und bei Warnstufe 3 maximal fünf. Geimpfte, Genesene und Kinder unter 12 Jahren werden jeweils nicht mitgezählt.
  • Gastronomie: Im Innenbereich ist ein Test notwendig, egal, welche der drei Warnstufen gerade gilt. Wenn nicht mehr als 25 nicht-immunisierte Personen anwesend sind, entfallen die Abstandsregeln und die Maskenpflicht. Bei Warnstufe 2 gilt das für maximal 10 Nicht-Immunisierte und bei Warnstufe 3 für fünf.
  • Veranstaltungen in geschlossenen Räumen: Bei Warnstufe 1 dürfen maximal 250 Nicht-Immunisierte an einer Veranstaltung in einem geschlossenen Raum teilnehmen, bei Warnstufe 2 sind es noch 100 und bei Warnstufe 3 sind es 50. Geimpfte und Genesene werden nicht dazugerechnet. Sie dürfen zusätzlich auch an der Veranstaltung teilnehmen.
  • Veranstaltungen im Freien: Bei Warnstufe 1 dürfen maximal 1000 Nicht-Immunisierte an einer Veranstaltung im Freien mit festen Sitzplätzen teilnehmen, bei Warnstufe 2 sind es noch 400, bei Warnstufe 3 sind es 200. Gibt es keine festen Sitzplätze dürfen es bei Warnstufe 1 maximal 500 nicht-immunisierte Menschen sein, bei Warnstufe 2 maximal 200 und bei Warnstufe 3 maximal 100. Geimpfte und Genesene werden auch hier nicht mitgerechnet.
  • Sport: Sowohl drinnen als auch draußen sind bei Warnstufe 1 maximal 25 nicht-immunisierte Personen erlaubt. Das gilt sowohl für den Wettkampf, als auch das Training. Bei Warnstufe 2 sind es maximal 10 Personen, bei Warnstufe 3 sind es noch 5. Im Innenbereich und in Schwimmbädern gibt es zusätzlich eine Testpflicht.
  • Einkaufen: Es wird eine Person pro 5 Quadratmeter Verkaufsfläche zugelassen, sonst ändert sich nichts.
  • „Körpernahe Dienstleistungen“: Es gilt bei allen Warnstufen die Testpflicht.
  • Hotels und Co.: Es gilt die Testpflicht bei Anreise, alle 72 Stunden muss ein weiterer Test folgen.
  • Freizeiteinrichtungen, Zoos, Museen und Co.: Es gilt für nicht-immunisierte Personen eine Testpflicht.

Du hast noch eine Frage zu einem ganz konkreten Bereich, der hier noch nicht erklärt wurde? Dann kann dir diese Übersicht vom Land Rheinland-Pfalz vielleicht weiterhelfen:

Seit Donnerstag neue Corona-Regeln in BW: Mit diesen Einschränkungen müssen Ungeimpfte rechnen

Seit Donnerstag, dem 16. September, gilt in Baden-Württemberg eine neue Corona-Verordnung. Dabei ist die Sieben-Tage-Inzidenz nicht mehr alleine entscheidend. Es wird stattdessen mit „Warnstufen“ und „Alarmstufen“ gearbeitet, die von der Zahl der Krankenhausfälle aufgrund einer Corona-Erkrankung und der Zahl der belegten Intensivbetten abhängen.

"Grundstufe", "Warnstufe" und "Alarmstufe": Das soll bald in Baden-Württemberg gelten

In der "Grundstufe" gelten die gleichen Regeln wie die letzten Wochen. Das heißt unter anderem: 3G-Regel in Innenräumen und bei Veranstaltungen. Das bedeutet: In bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens kannst du nur noch geimpft, genesen oder getestet am Start sein.

❗ Die Maskenpflicht bleibt unabhängig von der 3G-Regel vorerst bestehen, z.B. beim Einkaufen, in Bus und Bahn oder geschlossenen Räumen wie öffentlichen Gebäuden oder Arztpraxen.

Die „Warnstufe“ soll laut dem Land dann gelten, wenn die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz - also die Zahl der Covid-Krankenhausfälle pro 100.000 Einwohner - die Zahl von 8,0 überschreitet oder wenn mehr als 250 Corona-Fälle auf den Intensivstationen behandelt werden müssen. In dieser Stufe ist von einer PCR-Test-Regelung für Ungeimpfte die Rede. Das heißt, für Restaurant, Kino und Co. reicht dann kein Antigen-Test mehr, dafür aber der Nachweis über einen negativen PCR-Test. Die nächste Stufe wird laut Landesgesundheitsminister Manfred Lucha immer dann erreicht, wenn die Grenzwerte fünf Werktage hintereinander überschritten wurden.

Die „Alarmstufe“ soll gelten, wenn die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz bei 12,0 oder darüber liegt oder mehr 390 Corona-Fälle auf den Intensivstationen behandelt werden müssen. Dann soll eine 2G-Regelung („geimpft oder genesen“) gelten. Ins Restaurant, Kino und Co. dürfen dann nur noch Geimpfte und Genesene.

Besonders über die 2G-Regelung wird im Moment aber heftig diskutiert.

Im Einzelhandel soll in Zukunf bei der "Alarmstufe" die 3G-Regel gelten: Wer shoppen möchte und weder geimpft, noch genesen ist, braucht dann einen negativen Corona-Schnelltest. Außerdem gibt es dann Kontaktbeschränkungen: Ein Haushalt darf sich mit einer weiteren Person treffen - Geimpfte, Genesene, Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen oder aufgrund der Stiko-Empfehlung nicht impfen lassen können, werden nicht mitgezählt.

Corona-Verordnung in BW: Neue Regeln für Beschäftigte und Selbstständige

Noch eine Änderung in der neuen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg: In der Warnstufe und der Alarmstufe gibt es eine Testpflicht für Menschen, die bei ihrer Arbeit Kontakt zu anderen Menschen außerhalb des eigenen Unternehmens haben. Als Beispiele werden Kund*innen, Lieferant*innen, externe Mitarbeitende, Klient*innen, Kinder, die betreut werden usw. genannt. Wer nicht geimpft und nicht genesen ist, muss sich dementsprechend zwei Mal pro Woche testen lassen.

Die ganzen Regeln klingen ziemlich kompliziert? Hier bekommst du die Änderungen nochmal als Grafik zum Abspeichern:

Wie hoch ist die Inzidenz in meiner Region in BW oder RLP gerade?

Das kannst du hier checken:

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