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Demi Lovato sieht sich weder als Frau noch als Mann und outet sich damit als nicht-binär - das hat der Film- und Popstar jetzt in einem Instagram-Video bekannt gegeben.

Im März erklärte Demi Lovato in einem Podcast bereits, pansexuell zu sein, sich also von Menschen unabhängig der Geschlechteridentität hingezogen zu fühlen. Jetzt hat sich der Popstar als nicht-binär geoutet:

Ich bin stolz, euch wissen zu lassen, dass ich mich als non-binär identifiziere und nun offiziell meine Pronomen zu „they/them“ ändere.

Nicht-binär zu sein, heißt, dass die Person sich nicht in das zweigeteilte Geschlechtersystem von Mann und Frau einordnen kann oder möchte. Das hat aber oft keine biologische Ursache, wie es bei intergeschlechtlichen Personen der Fall sein kann.

Bezeichnungen wie "Sängerin" oder "Schauspielerin" passen demnach nicht mehr. In den USA und Großbritannien sind genderneutrale Pronomen wie "they/them" durch die Gender-Debatte weiter verbreitet worden als in Deutschland. „Gender“ steht für die soziale Geschlechtsidentität und meint vor allem die Selbstwahrnehmung. 2019 outete sich schon Sam Smith als nicht-binär.

Im Video auf Instagram will Demi dazu ermutigen, seine eigene Wahrheit zu leben: „Ich tue das für die, die bislang nicht in der Lage waren, ihrer Umgebung mitzuteilen, wer sie wirklich sind." Demi spreche aber nicht für alle, die so ähnlich fühlten.

Wie spreche ich nicht-binäre Personen richtig an?

Viele nicht-binäre Personen möchten nicht mit den Pronomen "er/sie" angesprochen werden, sondern bevorzugen anderen Pronomen oder einfach nur den Vornamen.

Viele bevorzusagen "they", andere sogenannte Neo-Pronomen wie "xier", "sier" oder das schwedische "hen" oder kein Pronomen, sondern nur den Vornamen. Es gibt natürlich auch nicht-binäre Personen, die "er" oder "sie" genannt werden möchten. Wenn du jemanden neu kennenlernst, versuch mal nicht nur "Hey, wie heißt du?" zu fragen, sondern auch "Wie soll oder darf ich dich ansprechen?".

Immer öfter sieht man auch in Instagram-Profilen, dass Menschen, die Pronomen, mit denen sie angesprochen werden möchten, in ihre Biografie schreiben - nicht nur trans-, sondern auch cis-Menschen. So sollen trans-Menschen nicht direkt als solche auffallen. Instagram führt mittlerweile in immer mehr Ländern ein eigenes Feld im Profil ein, in dem die Pronomen angegeben werden können:

Add pronouns to your profile ✨ The new field is available in a few countries, with plans for more. https://t.co/02HNSqc04R

Nicht-binäre Menschen müssen in Deutschland um die Anerkennung ihrer Identität kämpfen. Unter anderem, weil es krass kompliziert ist, den Geschlechtseintrag im Personalausweis zu streichen oder auch seinen Vornamen zu ändern. Am 19. Mai hatte der Bundestag abgestimmt, dass es erstmal kein Selbstbestimmungsgesetz für trans-Personen geben wird. Das funk-Format "reporter" hat Marcel-Jana bei diesem Weg begleitet:

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