Diversitytag: Eine Vielfalt an jungen Menschen, die unsere Gesellschaft bunt macht (Foto: DASDING)

Interview

Diversity: Wir sind mehr als unsere "Besonderheit"

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Was ist eigentlich divers? Also klar: Das ist erst mal das dritte Geschlecht. Aber es bedeutet auch Vielfalt! So wie wir sie auch in Deutschland sehen. Hier leben Menschen mit verschiedenen Hautfarben, verschiedener Herkunft, unterschiedlicher Sexualität und Menschen mit Behinderung.

Wir ALLE sind Teil unserer Gesellschaft! Genau diese Vielfalt wird jedes Jahr gefeiert, bundesweit, am Diversity-Tag! Aber leider müssen diese Leute, die genauso sind wie du und ich, sich immer wieder was anhören. Wir haben mit ihnen geredet und sie gefragt, was sie sich von unserer Gesellschaft wünschen.

Diese Vorurteile können wir nicht mehr hören

Asiaten sehen alle gleich aus und Schwarze können gut Rappen? Nope! Pani, Yuxi und Simon sind mit mehreren Kulturen aufgewachsen und haben keinen Bock auf Schubladen-Denken. Wie geht’s euch, habt ihr schon ähnliche Sprüche gehört? Morgen ist bei DASDING Diversity-Tag im Radio und auch hier auf Instagram. ___________ #Rassismus #bipoc #migration #integration #video #meinung #dasding #igtv #diversitytag #diversityday #diversity #diversitymatters #vorurteile #vielfalt #SWR #ZusammenFürVielfalt #FlaggeFürVielfalt

Wegen der Hautfarbe in Schubladen gesteckt

So geht es zum Beispiel Simon aus Heidelberg. Simon ist Schwarz und deswegen immer wieder Vorurteilen ausgesetzt. "Darf ich mal deine Haare anfassen?"-Sprüche sind dabei, genauso wie die Annahme, dass er super rappen und Basketball spielen kann. Simon ist hier geboren, zuhause, hat einen mega Freundeskreis.

Wann immer ich mich vorstelle und auf die Frage, woher ich komme, die Antwort "Heidelberg" nicht reicht, ist ein kleiner Teil in mir, der einfach nur seufzt. In meiner eigenen Auffassung, bin ich einfach nur deutsch.

Es gab auch schon Situationen, in denen er Rassismus erfahren hat. Wenn dann seine Freunde oder auch Fremde für ihn einstehen und etwas dagegen sagen, gibt ihm das ein super positives Gefühl. Sein Wunsch an uns alle:

Ich wünsche mir, dass sich jeder und jede Einzelne von uns hinterfragt, inwiefern man sein Gegenüber gerade in eine Schublade gesteckt hat.

Vorurteile gegenüber anderer Nationalitäten

"Essen Chinesen wirklich Hund?" - Eine Frage, die Yuxi gleich am ersten Tag in Deutschland gestellt wurde. Sie kommt aus China und ist vor vier Jahren zum Studieren und Arbeiten nach Deutschland gekommen. Gegen die vielen Voruteile wünscht sie sich:

Für die Menschen in Deutschland bin ich ein kleines Fenster in die chinesische Kultur. Und ich hoffe, dass die Menschen dadurch mehr sehen können, als die gängigen Vorurteile.

Anderer Fall, ähnliche Erfahrungen: Als Pantea mit 13 Jahren mit ihrer Familie aus dem Iran nach Deutschland gekommen ist, hatte sie auch Probleme Anschluss zu finden. Das größte Problem: Sie konnte noch kein Deutsch und in ihrer Schule war sie das erste ausländische Kind. Hilfe bekam sie vor allem von einer pensionierten Französischlehrerin.

Mittlerweile ist sie seit über 10 Jahren in Deutschland, es gibt allerdings immer noch Fragen, die sie mittlerweile wirklich nerven:

"Wo kommst du her, du siehst ja so exotisch aus?" – Das gibt mir das Gefühl, nicht dazu zu gehören, aufgrund meines Aussehens, das nicht klischeehaft deutsch ist.

Ihr Wunsch deswegen an uns alle:

Wie sich die Gesellschaft von mir und meinesgleichen wünscht, integriert zu sein, würde ich mir wünschen, mich auch als Teil dieser Gesellschaft zu sehen.

Das nervt Menschen mit Behinderung

Jochen hat bei einem Unfall einen Arm verloren. Seitdem muss er sich immer wieder Sprüche anhören wie „Krass, dass Menschen mit Behinderung arbeiten drüfen!“ Jochen nimmt’s mittlerweile mit Humor. Egal ob mit oder ohne Behinderung – welche Vorurteile musstest du dir schon anhören? Heute ist Diversity-Tag: Leider gibt es nach wie vor Vorurteile gegenüber zum Beispiel Hautfarbe, Herkunft oder Sexualität. Damit verbunden haben Einige Probleme im Alltag, die uns teilweise gar nicht so bewusst sind. Auch bei DASDING ist morgen Diversity-Tag, um auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen - sowohl hier auf Facebook, als auch auf DASDING.de und bei uns im Radio. __________ #Behinderung #disability #inklusion #tokenism #lebenmitbehinderung #ableism #video #meinung #dasding #igtv #diversitytag #diversityday #diversity #diversitymatters #vorurteile #vielfalt #SWR #ZusammenFürVielfalt #FlaggeFürVielfalt

Weniger Mitleid, mehr machen lassen

Jochen hat auf den ersten Blick eine körperliche Behinderung. Er hat bei einem Unfall vor etwa zehn Jahren einen Arm und beide Beine verloren. Mittlerweile arbeitet er völlig normal, wie du und ich es könnten, im Krankenhaus. Was ihm wirklich wichtig ist: Er "meistert" das Leben nicht, er kämpft nicht, er lebt halt einfach. Was er auch blöd findet:

Wenn man immer gesagt bekommt „du kannst das nicht, du sollst das nicht“ dann rede ich mir irgendwann ein, dass ich Dinge tatsächlich nicht kann, die ich eigentlich könnte.

Sein Wunsch an uns alle:

Ich wünsche mir von der Gesellschaft mehr Offenheit, jeden Menschen so zu sehen, wie er ist.

Wir sind mehr als unsere Sexualität!

Trans, Bi, Gay – ist doch voll egal, als was sich jemand sieht und wen man liebt! Oder? ____________ #queer #gay #pansexualpride #queerpride #transisbeautiful #transrightsarehumanrights #comingout #lgbtq #lgbtqia #video #meinung #dasding #igtv #diversitytag #diversityday #diversity #diversitymatters #vorurteile #vielfalt #SWR #ZusammenFürVielfalt #FlaggeFürVielfalt

Was Schwule nicht mehr hören können...

...ist unter anderem die Frage: "Wer von euch ist denn jetzt die Frau?", erzählt uns Mario. Er ist Anfang 20, kommt aus Freiburg, studiert soziale Arbeit und macht unsere Gesellschaft vielfältiger, weil: Er ist schwul. Sein Outing lief unproblematisch, für seine Familie und Freunde ist seine Sexualität kein Problem. Trotzdem bekommt er hin und wieder doofe Fragen und Bemerkungen ab. Deswegen ist sein Wunsch an uns alle:

Ich würde mir wünschen, dass wir nicht so darauf gucken was machen die anderen, wie machen die das - sondern was mach ich, wie mache ich mein Leben, damit ich damit glücklich bin.

Liebe kennt kein Geschlecht

Wie egal ist es eigentlich, ob der Mensch, in den man sich verliebt, eine Frau oder ein Mann ist? Für Tatiana spielt das Geschlecht überhaupt keine Rolle . Sie ist Pan-/Bisexuell und non-binär. Das heißt: Sie fühlt sich von Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, angezogen. Sich selbst bezeichnet sie als "non-binär", was mehr oder weniger bedeutet: Sie fühlt sich weder ganz typisch männlich noch “klischee-weiblich". Das wirkt auf die meisten natürlich erstmal ungewöhnlich. Im besten Fall, reagieren die Leute so darauf:

Leute, die positiv reagieren, machen meine sexuelle Orientierung einfach zu keinem großen Thema – die akzeptieren einfach, dass ich mich als bi- oder pansexuell oute. Die sagen, „in Ordnung“ und definieren mich nicht über meine Beziehungen.

Leider führt ihre sexuelle Orientierung trotzdem manchmal zu blöden Kommentaren oder Fragen. Zum Beispiel beim ersten Date die Frage "Na, ist dann nicht auch mal ein Dreier drin?", ist unabhängig von der sexuellen Orientierung einfach daneben. Tatianas Wunsch an die Gesellschaft:

Ich würde mir wünschen, dass es in der Schule im Sexualkundeunterricht mal benannt wird, dass es nicht nur Mann und Frau als Paar gibt und, dass Mann und Frau auch nicht die einzigen Geschlechter sind.

Was Transsexuelle nicht mehr hören können...

...ist unter anderem diese Frage: "Als was fühlst du dich denn jetzt, Mann oder Frau?". Tom hat darauf die einzig richtige Antwort: "Ich bin ein Mensch, das reicht!". Tom wurde im Körper eines Mädchens geboren, lebt mittlerweile aber als Mann. Damit gilt er als "transsexuell". Er sagt, in der Gesellschaft habe sich schon viel getan - allerdings gibt es leider noch super viele Hürden, auch vom System her. So müssten manche sechs Jahre lang auf einen Psychologen warten, der sich mit Transsexualität auskennt. Und den bräuchte man, weil: Dass jemand trans ist, MUSS ein Psychologe bescheinigen. Erst dann dürfe man z.B. eine Hormontherapie oder Operationen machen. Sein Wunsch:

Ich würde mir von der Gesellschaft wünschen, dass noch mehr aufgeklärt wird über Transsexualität oder überhaupt über Sexualitäten und, dass jeder einfach machen kann, was er will.

Und auch für das Schlusswort findet Tom die perfekten Worte, die wir nicht besser hätten schreiben können:

Einfach den Menschen sehen, nicht die Hautfarbe, die Behinderung, das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung, sondern einfach den Menschen an sich, und nicht nur seine Besonderheit.

Diversity-Check: Die Fünf-Finger-Challenge

Um sich über Diversität bewusst zu werden, ist es natürlich wichtig, mit vielen verschiedenen Menschen darüber zu sprechen.

Weil nicht überall in Unternehmen, Vereinen oder der Politik wahrgenommen oder abgebildet wird, wie vielfältig und bunt die Gesellschaft ist, gibt es zum Beispiel Diversity-Trainer*innen wie Chiara aus Köln. Sie selbst ist queer, hat eine Migrationsgeschichte und ist eine Frau. Sie berät Arbeitsgruppen und Unternehmen, um mehr Bewusstsein für Diversity zu schaffen:

Ich möchte Menschen dafür sensibilisieren, dass eine Vielfalt da ist und mit ihnen gemeinsam überlegen, wie man die Vielfalt in ihrer Organisation abbilden kann.

Um sich selbst seiner Privilegien bewusst zu werden oder auch, um zu checken, in welche Lebensbereiche man vielleicht noch gar keinen Einblick hat, kann man Challenges wie die Fünf-Finger-Challenge ausprobieren, die ihr vielleicht schon mal auf Tiktok oder Instagram gesehen habt. Dafür nimmt streckt man seine Hand und nimmt immer einen Finger herunter, wenn die Aussage auf einen selbst zutrifft. Diversity-Trainerin Chiara schlägt vor:

Nimm einen Finger runter, wenn...

  • ... du schon mal über deine Sexualität gelogen hast.
  • ... deine Kompetenzen aufgrund deines Geschlechts nicht ernst genommen wurden.
  • ... dir schon mal gesagt wurde, dass du etwas aufgrund deines Alters nicht kannst.
  • ... du schon mal mit dem falschen Pronomen angesprochen wurdest.
  • ... du schon mal aufgrund deiner Hautfarbe diskriminiert wurdest.

Na, wie viele Finger habt ihr noch oben?

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