Symbolbild Coronatest. Die Delta-Variante breitet sich weiter aus und lässt die Inzidenzen in Ländern wie Israel und Großbritannien steigen. Was bedeutet das für Deutschland? (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa/dpa-Zentralbild | Britta Pedersen)

Coronavirus

FAQ: Was müssen wir jetzt über die Delta-Variante wissen?

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Wahrscheinlich siehst du gerade auch viele Berichte über die Delta-Variante, eine Corona-Mutation, die in einigen Ländern die Inzidenz wieder steigen lässt. Die häufigsten Fragen - und was verschiedene Experten darauf antworten - haben wir hier für dich gesammelt.

Die aktuelle Situation in einem Meme zusammengefasst:

Deshalb wollen wir in diesem Artikel ein paar Fragen klären. Klick einfach auf das Thema, zu dem du mehr wissen möchtest.

Welche Virusmutationen gibt es gerade in Deutschland - und was ist an der Delta-Variante so anders?

Welche Symptome gibt es bei der Delta-Variante?

Schützen die Impfstoffe auch vor der Delta-Variante?

Kann ich mich mit der Delta-Variante infizieren, auch wenn ich schon Corona hatte?

Wird die Inzidenz in Deutschland jetzt wieder steigen?

Wie ist der aktuelle Stand in RLP und BW?

Kann man die Ausbreitung überhaupt noch verhindern?

EM-Halbfinale und Finale: Wird trotz Delta-Variante in London gespielt?

Können wir diesen Sommer dann gar nicht verreisen?

Welche Virusmutationen gibt es in Deutschland - und was ist an der Delta-Variante so anders?

Das Robert Koch-Institut spricht im Moment von vier verschiedenen als „besorgniserregend“ eingestuften Virusvarianten: Alpha, Beta, Gamma und Delta. Es werden auch immer wieder andere Virusvarianten entdeckt und vom Robert Koch-Institut untersucht, aber nicht alle gelten als „besorgniserregend“. So werden nur bestimmte Virusvarianten bezeichnet, die zum Beispiel leichter übertragen werden können oder schwerere oder andere Verläufe hervorrufen. Andere Varianten werden auch einfach nur als „unter Beobachtung stehend“ eingestuft.

Erste Erkenntnisse aus anderen Ländern, vor allem aus England, zeigen, dass die Delta-Variante, die zuerst in Indien entdeckt wurde, wohl deutlich ansteckender ist und andere Symptome hervorruft als die anderen Varianten.

Die Gefahr, andere Personen zu infizieren, soll etwa 60% höher sein als bei der inzwischen weit verbreiteten Alpha-Variante, die zuerst in Großbritannien entdeckt wurde. Außerdem wird vermutet, dass das Immunsystem weniger gut auf die Virusvariante reagieren kann. Manche Experten sprechen außerdem von einem höheren Risiko, einen schweren Verlauf zu erleben und ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Ob die Variante aber tatsächlich gefährlicher - also auch tödlicher - ist, kann im Moment noch nicht eindeutig gesagt werden.

Welche Symptome gibt es bei der Delta-Variante?

Die Symptome der Delta-Variante sollen nach ersten Erkenntnissen - vor allem bei jungen Menschen - zunächst an eine Erkältung erinnern und damit von den bisherigen Erfahrungen abweichen: Es wird von Kopfschmerzen, einem Kratzen im Hals, einer laufenden Nase und Fieber berichtet.

Symptome, die als typisch für andere Corona-Varianten gelten, wurden bei der Delta-Variante bisher kaum festgestellt. Dazu zählt zum Beispiel der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Genau das könnte aber auch ein Problem sein: Dass Menschen, die glauben, nur eine leichte Erkältung zu haben, sich trotzdem mit anderen treffen und das Virus so weiter verbreiten.

Biontech, AstraZeneca, Moderna und Johnson & Johnson: Schützen die Impfstoffe auch vor der Delta-Variante?

Im Moment wird davon ausgegangen, dass vollständig mit Biontech Geimpfte „sehr gut“ vor einem schweren Verlauf geschützt sind. Der Schutz könnte jedoch etwas geringer ausfallen, als bei dem ursprünglichen Virus-Erreger und anderen Varianten. Und: Die zweite Impfung gilt als besonders entscheidend - das würde man gerade auch an den Entwicklungen in Großbritannien sehen. Dort wären nämlich vergleichsweise viele Menschen erst-, aber nicht genug zweitgeimpft.

Eine Studie hat bestätigt, dass auch der AstraZeneca-Impfstoff vor der Delta-Variante schützt. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung dazu inzwischen aber ein bisschen angepasst: Jede Person (unabhängig vom Alter), die eine Erstimpfung mit AstraZeneca bekommen hat, soll jetzt als zweite Impfung einen mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) bekommen, weil der Schutz bei dieser Mischung noch besser sein soll, als bei zwei Impfungen mit AstraZeneca.

Für Moderna und Johnson & Johnson gibt es noch keine genauen Daten, es wird aber davon ausgegangen, dass Moderna eine ähnliche Wirkung wie der Biontech-Impfstoff hat.

Trotz der Virusmutationen müssen die Impfstoffe nach aktuellem Stand noch nicht verändert werden - das bestätigte jetzt auch nochmal Biontech-Gründer Ugur Sahin.

Dennoch würde die Wirksamkeit (auch gegenüber neu auftretenden Varianten) ständig überprüft werden, um rechtzeitig zu erkennen, falls eine Anpassung des Impfstoffes oder eine dritte Impfung notwendig wird.

Kann ich mich mit der Delta-Variante infizieren, auch wenn ich schon Corona hatte?

Ähnlich wie bei Geimpften könnte auch für Genesene gelten, dass sie vor einer Ansteckung weniger geschützt sind, als bei anderen Varianten. Das hat damit zu tun, wie die Virus-Variante auf die Antikörper reagiert. Genaue Daten liegen hierzu aber noch nicht vor.

Delta-Variante aktuell die dominierende Variante in Deutschland: Wird die Inzidenz jetzt wieder steigen?

David aus der SWR-Wissenschaftsredaktion sagt: „Das könnte passieren, die Frage ist nur: wie stark?“.

Anfang Juli hat das RKI festgestellt, dass die Delta-Variante inzwischen mit etwa 59% auch in Deutschland die vorherrschende Variante ist (Stand: 7.7.21). Der Anteil der Delta-Variante hat sich damit im Vergleich zur Vorwoche fast verdoppelt. Die Zahl der Neuinfektionen hat sich parallel dazu insgesamt leicht erhöht, die 7-Tage-Inzidenz bleibt momentan aber weiterhin im einstelligen Bereich.

Heißt:

Wir müssen ein Auge drauf haben und im Zweifel Maßnahmen auch wieder hochfahren.

Panik sollte man deshalb natürlich nicht haben! Aber:

Wir sollten die Vorsicht nicht verlieren. Wir dürfen wieder mehr, können dabei aber auch immer noch vorsichtig sein. Also zum Beispiel am liebsten draußen treffen, wo die Ansteckungs-Wahrscheinlichkeit niedriger ist.

Hat sich die Delta-Variante auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ausgebreitet?

Es gibt erste Berichte, dass sich die Delta-Variante auch in Baden-Württemberg ausbreiten würde und auch in Rheinland-Pfalz wurden mehr und mehr Fälle gemeldet. Genaue Zahlen sind laut Experten aber schwer einzuschätzen, weil nicht bei jeder Neuinfektion analysiert wird, ob es sich um eine Mutation handelt.

Kann man denn überhaupt verhindern, dass sich die Delta-Variante weiter ausbreitet?

Die WHO hat gegenüber dem ZDF zumindest Tipps gegeben, wie man dazu beitragen kann, die Verbreitung einzudämmen. Zusammengefasst ist die Empfehlung:

  • Überlegen, welche Reisen diesen Sommer wirklich sinnvoll sind.
  • Maßnahmen wie Händewaschen, Abstand halten und Maske tragen weiterhin einhalten.
  • Geschlossene und überfüllte Räume meiden und überlegen, wo man das Risiko sich anzustecken verringern kann.

EM-Finale: Wird trotz Ausbreitung der Delta-Variante in London gespielt?

Nach aktuellem Stand: Ja. Nach den Halbfinal-Spielen sollen auch beim Final-Spiel im Wembley-Stadion bis zu 60.000 Zuschauer*innen zugelassen werden. Das Stadion wäre damit zu zwei Drittel ausgelastet. Das sehen viele aber auch kritisch. In Deutschland rät unter anderem der Präsident der Bundesärztekammer aufgrund der aktuellen Ausbreitung der Delta-Variante vor Ort davon ab, für eines der Spiele nach London zu reisen.

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bezeichnete die Delta-Variante als „einfach zu gefährlich“ und Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich wegen der vollen EM-Stadien skeptisch.

Können wir wegen der Delta-Variante diesen Sommer dann gar nicht verreisen?

Die WHO rät dazu, über Reisen genau nachzudenken und auch die Bundesärztekammer warnt davor, in Gebiete zu reisen, die von der Delta-Variante besonders betroffen sind. Der Ärztepräsident schließt Reisen aber nicht grundsätzlich aus, man solle aber vorsichtig sein und sich an die Hygieneregeln halten. Welche Länder das RKI im Moment als Risikogebiete sieht, kannst du nochmal hier nachschauen.

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