Framing Britney Spears Doku (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa/Amazon Prime Video)

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Gerichtsprozess, Dokus und #FreeBritney: Plant Britney Spears öffentliches Interview?

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Seit Jahren kämpft Britney Spears dagegen an, dass ihr Vater ihr Vormund ist. Jetzt gab es überraschende News: Jamie Spears wurde als Vormund abgesetzt. Nach #FreeBritney und mehreren Dokus plant Britney nun offenbar ein öffentliches Interview - bei einer ganz bestimmten Frau. Die ganze Story gibt's hier.

Wie geht es Britney Spears wirklich?

Darüber wurde schon jahrelang diskutiert - vor allem seit 2008, weil sie seither unter der Vormundschaft ihres Vaters bzw. dessen Mitarbeiter steht. Ende Juni hatte sich Britney Spears bei einer gerichtlichen Anhörung in Los Angeles geäußert: Sie erklärte, dass sie ein Ende der Vormundschaft möchte. Es solle nicht mehr über ihr Leben bestimmt werden. Bei ihrem Statement machte sie auch ihrer Familie Vorwürfe: Ihre Eltern hätten sie ausgebeutet, über ihr Privatleben bestimmt und von ihrem Geld profitiert.

Mehrere Medien berichteten, dass sie davon gesprochen habe "traumatisiert" zu sein. Etwas später hat sie auf Instagram ein längeres Statement veröffentlicht, das ungewöhnlich ernst und - laut ihrer eigenen Aussage - auch ungewöhnlich ehrlich ist. Darin schrieb sie unter anderem:

Ich entschuldige mich dafür, dass ich die letzten zwei Jahre so getan habe, als wäre ich okay. Ich habe das aus Stolz getan und weil ich mich geschämt habe zu teilen, was wirklich mit mir passiert ist.

Britney Spears Vater ließ nach der Anhörung Ende Juni über Anwälte ausrichten, es würde ihm leid tun, zu sehen, dass seine Tochter leidet. Er würde sie lieben und sehr vermissen. Darauf hat Britney aber nicht reagiert. Später soll sie ihn bei einer weiteren Anhörung erneut verbal angegriffen und angekündigt haben, ihn wegen Vormundschaftsmissbrauchs anzuzeigen, so US-Medienberichte. Laut der Deutschen Presseagentur soll sie bei der Anhörung außerdem gesagt haben, sie sei bedroht worden und habe große Angst vor ihrem Vater. Stellenweise sei der Popstar in Schluchzen ausgebrochen.

Laut US-Medienberichten soll Britney Spears' Vater Anfang September 2021 eingewilligt haben, die Vormundschaft freiwillig abzugeben. Er glaube nicht, dass ein öffentlicher Streit gut für seine Tochter wäre, hieß es da, deshalb wolle er mit dem Gericht und dem Anwalt seiner Tochter zusammenarbeiten und eine neue Lösung finden. Jetzt gibt es News:

Nach Dokus über Britney Spears: Jetzt plant sie ein öffentliches Interview - bei Oprah Winfrey

Nach einigen Dokumentationen, die Details über ihr Leben und die Vormundschaft preisgeben (mehr dazu weiter unten), gibt es jetzt News von Britney selbst:

Inspiriert von Meghan Markle und Prinz Harry soll Britney Spears laut einer Quelle des "Mirror" mit der US-Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey ein Interview planen.

Die Hintergründe: Warum bekam der Vater überhaupt die Vormundschaft?

Dass Britney mit psychischen Probleme zu kämpfen hat, wurde 2007 klar. Damals hatte sie sich nach einem Nervenzusammenbruch eine Glatze rasiert. Außerdem hatte Britney immer viel mit Drogenproblemen zu kämpfen, weshalb sie auch das Sorgerecht für ihre Söhne an ihren Ex-Mann Kevin Federline verloren hat. Nachdem sie sich dann einige Monate später mit ihren Kindern in einer Villa verbarrikadiert hatte, weil sie nicht wollte, dass ihr Ex die Söhne wieder bekommt, wurde sie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

#FreeBritney und die Diskussion um Britney Spears Vormundschaft

Britneys Vater hat sie zu der Zeit nicht mehr für zurechnungsfähig gehalten und deshalb 2008 die Vormundschaft über sie und ihre Finanzen übernommen. Die hat er dann 2019 aufgrund von gesundheitlichen Problemen an eine Mitarbeiterin übertragen. Ab dem 22. August 2020 wollte Britney Spears Vater die Vormundschaft wieder übernehmen - laut Britneys Anwalt soll sie da aber "strikt dagegen" sein.

So oder so darf Britney Spears bis heute wichtige Entscheidungen nicht selbst treffen - vor allem, wenn es um ihr Geld geht. Das finden die Fans von Britney extrem schlimm. Sie glauben, dass Britney gegen ihren Willen festgehalten und manipuliert wird. Die Fans versuchen deshalb schon seit Jahren durch ihren Protest etwas zu verändern. Bei Protest-Postings auf Twitter, Instagram und in anderen sozialen Netzen wird deshalb immer der Hashtag #FreeBritney verwendet. Es gibt auch regelmäßig Petitionen, bei denen Unterschriften für die Unabhängigkeit von Britney gesammelt werden. Eine läuft zum Beispiel gerade bei change.org.

#FreeBritney – auf diesen Postings wollen Fans Beweise erkannt haben

Auf Postings von Britney suchten die Fans immer wieder nach Zeichen und versteckten Hilferufen. Die Fans vermuteten nämlich, dass ihre Lieblingssängerin so sehr kontrolliert wird, dass sie nur durch kleine, versteckte Zeichen auf ihre Lage aufmerksam machen könne. Beweise für eine derartige Kontrolle und Beeinflussung von Britney gab es zu dem Zeitpunkt nicht.

Trotzdem glaubten die Fans immer wieder neue Hinweise zu entdecken. Auf diesem Foto wollten viele Follower zum Beispiel ganz deutlich erkennen können, dass unter Britneys Wimpern „Call 911“ steht.

It’s nice to go outside and shoot 📸🌳🌸 .... the natural light always reveals the magic in the eyes ☀️👀💋 !!!!!!  Ps no photoshop on this photo !!!!!!

911 ist die Notruf-Nummer in den USA. Der Postingtext soll nach der Meinung der Fans auch ganz klar darauf hindeuten, dass man in ihren Augen was erkennen kann.

Britney Spears (Foto: Instagram/ britneyspears)
Instagram/ britneyspears

Außerdem war für viele dieses Posting mit dem gelben Top ein klarer Beweis dafür, dass Britney dringend Hilfe braucht:

HOLY HOLY CRAP 😍 !!!!!! My florist surprised me today by making the flower arrangement all different colors 💐💐💐💐  ….. I was so excited I threw on my favorite yellow shirt and just had to SHARE 🌸🌸🌸⭐️⭐️⭐️ !!!!

Denn ein Follower hatte wohl unter ihrem Posting davor geschrieben, dass sie gelb auf dem nächsten Bild tragen soll, falls sie Hilfe braucht. Ob es den Kommentar allerdings wirklich gab oder ob der erst nachträglich gepostet wurde, konnten wir nicht herausfinden.

Die Diskussion wurde dann immer weiter angeheizt, zum Beispiel durch neue Dokus über das Leben der Sängerin.

Mehrere Dokus über #FreeBritney und ihr Leben

Nach den Diskussionen über Britney Spears' Leben, musste die Welt nicht lange auf Dokumentationen warten, die viele Details über ihren fremdbestimmten Alltag enthüllen.

Das sind die Aktuellsten:

Seit April 2021 kann die Doku "Framing Britney Spears" bei Amazon Prime Video gestreamt werden.

Regisseurin Samantha Stark hat in einem Interview erklärt, was hinter der „Framing Britney Spears“-Idee steckt:

„Es gibt da immer noch diese Fotos, an die Menschen immer denken, wenn es um Britney Spears geht (…) zum Beispiel das Foto, als sie ihre Haare abrasiert hat oder als sie mit einem Regenschirm auf das Auto eines Paparazzo einschlug.“

Dazu meint sie:

Diese Ausschnitte, diese „frames“, geistern jetzt schon so lange herum und wir wollten wissen, was es außerhalb dieser Bilder gibt.

Die Bilder, die sie meint, kennen wahrscheinlich alle genauso gut wie die Song-Texte aus den 90ern. Was viele nicht wissen, ist laut Samantha Stark, wie genau es dazu kommen konnte und was sich hinter den Kulissen abgespielt hat.

Das Besondere an dem Film ist für viele zum Beispiel, dass Regisseurin Samantha Stark größtenteils mit einer rein weiblichen Crew gearbeitet hat und im Laufe des Films auch darauf aufmerksam macht, wie mit dem jungen, weiblichen Star umgegangen wurde.

Wenn man sich die Bilder - insbesondere die aus den Jahren 2007 und 2008 - aus der heutigen Perspektive anschaut, also nach #MeToo und in ein einer Zeit, in der mehr über psychische Probleme gesprochen wird, ist das einfach schockierend.

Auch Netflix zog mit und versprach mit der Doku "Britney vs. Spears" Enthüllungen rund um die Vormundschaft von Britney Spears.

Kritisiert wird allerdings, Britney sei in die Produktion der Doku nicht involviert: "Dies ist eine weitere nicht genehmigte Dokumentation ohne ihren Segen oder ihre Beteiligung", erklärte ein Insider dem Magazin "Page Six". Regisseurin Erin Lee Carr beteuerte, immer wieder versucht zu haben, Britney zu kontaktieren.

Auch die neue Doku der New York Times "Controlling Britney Spears" haut viele Details über den fremdbestimmten Alltag von Britney Spears raus. Ihr Telefon soll überwacht und mitgeschnitten worden sein. Außerdem sei auch das Schlafzimmer verwanzt gewesen sein.

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