Die New York Times hat vor ein paar Wochen eine Doku über Britney Spears rausgebracht, die die Person hinter den Schlagzeilen zeigen soll. Das hat die #FreeBritney-Diskussion verstärkt. Jetzt hat die Sängerin angekündigt, selbst vor Gericht über ihre Vormundschaft aussagen zu wollen. Hier gibt's alle News und die Hintergründe.

Seit die Doku über Britney Spears erschienen ist, wurde noch mehr über das Leben der Sängerin, die Vormundschaft, unter der sie steht und ihre aktuelle Situation diskutiert. Jetzt will Britney Spears sich laut ihrem Anwalt sogar selbst vor Gericht äußern. Das ist die ganze Story:

"Framing Britney Spears": Was du zur Doku wissen solltest

Regisseurin Samantha Stark hat in einem Interview erklärt, was hinter der „Framing Britney Spears“-Idee steckt:

„Es gibt da immer noch diese Fotos, an die Menschen immer denken, wenn es um Britney Spears geht (…) zum Beispiel das Foto, als sie ihre Haare abrasiert hat oder als sie mit einem Regenschirm auf das Auto eines Paparazzo einschlug.“

Dazu meint sie:

Diese Ausschnitte, diese „frames“, geistern jetzt schon so lange herum und wir wollten wissen, was es außerhalb dieser Bilder gibt.

"Framing Britney Spears"-Regisseurin Samantha Stark

Die Bilder, die sie meint, kennen wahrscheinlich alle genauso gut wie die Song-Texte aus den 90ern. Was viele nicht wissen, ist laut Samantha Stark, wie genau es dazu kommen konnte und was sich hinter den Kulissen abgespielt hat. Deshalb hat die New York Times der Sängerin eine 70-minütige Doku in der Reihe „The New York Times presents“ gewidmet. Die Doku lief in den USA im TV und auf einem Streamingdienst - hat aber auch in anderen Ländern Schlagzeilen gemacht.

Britney Spears: Deshalb sprechen alle über die neue Doku

Laut der Regisseurin wurde versucht, allen Seiten die Möglichkeit zu geben, sich zu äußern. Darunter war auch die frühere Assistentin von Britney Spears, die bisher kaum für Interviews zur Verfügung stand. Gleichzeitig seien aber auch die Sichtweisen von Britneys Familie oder außenstehenden Fotografen thematisiert worden.

Was vielen auffällt: Eindeutige Antworten liefert die Doku nicht - vielleicht auch, weil Britney selbst zum Beispiel gar nicht zu Wort kommt und eben nicht alle Seiten zu Interviews bereit waren. Trotzdem wurde viel über die Doku gesprochen.

Das Besondere an dem Film ist für viele zum Beispiel, dass Regisseurin Samantha Stark größtenteils mit einer rein weiblichen Crew gearbeitet hat und im Laufe des Films auch darauf aufmerksam macht, wie mit dem jungen, weiblichen Star umgegangen wurde.

Wenn man sich die Bilder - insbesondere die aus den Jahren 2007 und 2008 - aus der heutigen Perspektive anschaut, also nach #MeToo und in ein einer Zeit, in der mehr über psychische Probleme gesprochen wird, ist das einfach schockierend.

"Framing Britney Spears"-Regisseurin Samantha Stark

Und natürlich heizt die Doku auch weitere Spekulationen und Meinungen zur Vormundschaft von Britneys Vater und angebliche versteckte Hilferufe in den sozialen Netzwerken an.

Die Hintergründe: Warum bekam der Vater die Vormundschaft?

Dass Britney mit psychischen Probleme zu kämpfen hat, wurde 2007 klar. Damals hatte sie sich nach einem Nervenzusammenbruch eine Glatze rasiert. Außerdem hatte Britney immer viel mit Drogenproblemen zu kämpfen, weshalb sie auch das Sorgerecht für ihre Söhne an ihren Ex-Mann Kevin Federline verloren hat. Nachdem sie sich dann einige Monate später mit ihren Kindern in einer Villa verbarrikadiert hatte, weil sie nicht wollte, dass ihr Ex die Söhne wieder bekommt, wurde sie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

#FreeBritney und die Diskussion um Britney Spears Vormundschaft

Britneys Vater hat sie zu der Zeit nicht mehr für zurechnungsfähig gehalten und deshalb 2008 die Vormundschaft über sie und ihre Finanzen übernommen. Die hat er dann 2019 aufgrund von gesundheitlichen Problemen an eine Mitarbeiterin übertragen. Ab dem 22. August 2020 wollte Britney Spears Vater die Vormundschaft wieder übernehmen - laut Britneys Anwalt soll sie da aber "strikt dagegen" sein.

So oder so darf Britney Spears bis heute wichtige Entscheidungen nicht selbst treffen, vor allem, wenn es um ihr Geld geht. Das finden die Fans von Britney extrem schlimm. Sie glauben, dass Britney gegen ihren Willen festgehalten und manipuliert wird. Die Fans versuchen deshalb schon seit Jahren durch ihren Protest etwas zu verändern. Bei Protest-Postings auf Twitter, Instagram und in anderen sozialen Netzen wird deshalb immer der Hashtag #FreeBritney verwendet. Es gibt auch regelmäßig Petitionen, bei denen Unterschriften für die Unabhängigkeit von Britney gesammelt werden. Eine läuft zum Beispiel gerade bei change.org.

Im letzten Jahr wurde vor einem Gericht in Los Angeles dann erneut über die Zukunft von Britney Spears verhandelt. Britney wollte, laut SWR Reporterin Katharina Wilhelm in L.A., ihrem Vater die Vormundschaft entziehen. Stattdessen sollte sich eine professionelle Betreuerin um Britney kümmern. Bis mindestens Februar bleibt die Vormundschaft aber bei dem Vater. Der bekommt für die Betreuung wohl 130,000 US-Dollar pro Jahr.

#FreeBritney – auf diesen Postings wollen Fans Beweise erkennen

Auf Postings von Britney suchen die Fans immer wieder nach Zeichen und versteckten Hilferufen. Die Fans glauben nämlich, dass ihre Lieblingssängerin so sehr kontrolliert wird, dass sie nur durch kleine, versteckte Zeichen auf ihre Lage aufmerksam machen kann. Beweise für eine derartige Kontrolle und Beeinflussung von Britney gibt es nicht.

Trotzdem glauben die Fans immer wieder neue Hinweise zu entdecken. Auf diesem Foto wollen viele Follower zum Beispiel ganz deutlich erkennen können, dass unter Britneys Wimpern „Call 911“ steht.

It’s nice to go outside and shoot 📸🌳🌸 .... the natural light always reveals the magic in the eyes ☀️👀💋 !!!!!!  Ps no photoshop on this photo !!!!!!

911 ist die Notruf-Nummer in den USA. Der Postingtext soll nach der Meinung der Fans auch ganz klar darauf hindeuten, dass man in ihren Augen was erkennen kann.

Britney Spears (Foto: Instagram/ britneyspears)
Instagram/ britneyspears

Außerdem war für viele dieses Posting mit dem gelben Top ein klarer Beweis dafür, dass Britney dringend Hilfe braucht:

HOLY HOLY CRAP 😍 !!!!!! My florist surprised me today by making the flower arrangement all different colors 💐💐💐💐  ….. I was so excited I threw on my favorite yellow shirt and just had to SHARE 🌸🌸🌸⭐️⭐️⭐️ !!!!

Denn ein Follower hatte wohl unter ihrem Posting davor geschrieben, dass sie gelb auf dem nächsten Bild tragen soll, falls sie Hilfe braucht. Ob es den Kommentar allerdings wirklich gab oder ob der erst nachträglich gepostet wurde, konnten wir nicht herausfinden.

Was sagt Britney Spears selbst zu #freebritney?

Lange schwieg Britney zu den Theorien ihrer Fans. Vor Kurzem postete sie dann dieses Video, in dem sie sagt, es sei alles gut:

Auch zur Doku hat sie sich vor ein paar Wochen geäußert, allerdings weniger positiv. Sie habe sich durch das Licht, in das sie in dem Film gestellt wurde, "beschämt gefühlt" und zwei Wochen lang geweint.

Britney Spears will vor Gericht über Vormundschaft aussagen

Zur Vormundschaft äußert sich Britney eigentlich so gut wie gart nicht. Jetzt hat ihr Anwalt allerdings erklärt, dass sie im Juni vor Gericht eine Aussage machen möchte. Was genau sie vorhat, ist noch nicht bekannt - damit dürften die Spekulationen und #FreeBritney-Forderungen zumindest bis dahin erst mal weitergehen.

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