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Die Impfreihenfolge ist seit dem 7. Juni aufgehoben - aber was bedeutet das für mich? Wann kann ich selbst einen Impftermin bekommen? Und welche Lockerungen gelten für Geimpfte? Antworten auf diese Fragen bekommst du hier.

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Die Impfreihenfolge: Wer ist wann dran?

Wann werde ich in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg geimpft?

Corona-Impfung: Ich bin dran - was jetzt?

FAQ Corona-Impfung

FAQ Corona-Impfstoffe

Die Impfreihenfolge - Wer ist wann dran?

Durch die festgelegte Impfreihenfolge sollte garantiert werden, dass Risikogruppen - also zum Beispiel ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen oder medizinisches Personal - zuerst geimpft werden. Die Impfreihenfolge ist nach Impfgruppen 1-4 geordnet.

Seit dem 7. Juni ist die Impfpriorisierung aufgehoben. Das bedeutet, dass sich theoretisch jede Person, die das möchte, impfen lassen kann - sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz. Manche Bundesländer halten an der Impfreihenfolge weiterhin fest.

Wann werde ich in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz geimpft?

Wie viele Menschen geimpft werden können, hängt auch davon ab, wie viele Impfdosen geliefert werden. Mehr Informationen dazu gibt's hier:

Baden-Württemberg

Seit dem 17. Mai können in Baden-Württemberg in Hausarztpraxen theoretisch alle Personen ab 16 (bzw. 18) Jahren mit allen Impfstoffen geimpft werden. Die Impfreihenfolge wird hier aufgehoben, Hausärztinnen und Hausärzte können selbst entscheiden, wen sie wann impfen - vorausgesetzt, es gibt ausreichend Impfstoff.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg bittet aber aktuell um etwas Geduld, weil der Impfstoff begrenzt ist und deswegen auch die Termine. Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, dazu:

Alle werden geimpft werden – und das so schnell wie möglich. Aber nicht alle auf einmal!

In Impfzentren können seit dem 7. Juni alle Personen geimpft werden - auch hier wurde die Impfreihenfolge bzw. -priorisierung aufgehoben.

Rheinland-Pfalz

Auch in Rheinland-Pfalz ist die Impfreihenfolge seit dem 7. Juni aufgehoben und jede Person kann sich theoretisch sowohl bei Ärztinnen und Ärzten als auch im Impfzentrum impfen lassen. Auch hier ist dein Impftermin davon abhängig, wie viel Impfstoff vorhanden ist.

Corona-Impfung: Ich bin dran - Was jetzt?

Schritt 1: Impfzentrum finden

Wenn du impfberechtigt bist, ist der erste Schritt, das nächste Impfzentrum zu finden. Die Standorte der Zentralen Impfzentren (ZIZ) für Rheinland-Pfalz findest du online. Du kannst aber auch unter der Hotline 116 117 nachfragen.

Die Kommunalen Impfzentren in Baden-Württemberg (KIZ) findet ihr auch im Netz oder über die Hotline 116 117.

Schritt 2: Impftermin ausmachen

Impftermin ausmachen in Baden-Württemberg:

Einen Impftermin kannst du entweder über die zentrale Telefonhotline oder online ausmachen. Wenn du einen Termin mit deinem Hausarzt ausmachen möchtest, informierst du dich am besten nochmal individuell, wie die jeweilige Praxis das löst.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg bittet aber darum, nicht "reihenweise Praxen abzutelefonieren", da das die Hausarztpraxen überlastet. Besser: Bei der Haus- oder Facharztpraxis deines Vertrauens informieren, wie die Terminvergabe abläuft, zum Beispiel über die Homepage.

Impftermin ausmachen in Rheinland-Pfalz:

Das geht entweder online oder mit einem Anruf unter der 0800-5758100. Auch hier gilt für Termine mit der Hausärztin oder dem Hausarzt: am besten informieren, wie das die jeweilige Praxis macht.

Wie geht es dann weiter?

Bei der Impfterminvergabe bekommst du einen Termin für beide Impfungen. Du weißt dann also auch gleich, wann du zur zweiten Impfung kommen musst. Was du zum Termin mitbringen und dafür einreichen musst, erfährst du bei der Termin-Registrierung.

Zum Impftermin musst du grundsätzlich Folgendes mitbringen:

  • Impfpass
  • Elektronische Gesundheitskarte
  • ein Ausweisdokument (beispielsweise den Personalausweis)
  • Bei Vorerkrankungen: Nachweis (z.B. ärztliches Attest)

Nach der Corona-Impfung: Warum sollte ich meinen Impfpass nicht auf Social Media posten?

Einige Menschen freuen sich so sehr über ihre Corona-Impfung, dass sie ihren aktuellen Impfpass auf Social Media, zum Beispiel in der Instagram-Story, gepostet haben.

Davor wird aber gewarnt: Darauf sind nämlich sensible Daten wie die Chargennummer des Impfstoffs oder der Praxisstempel zu sehen. Diese Informationen könnten von anderen genutzt werden, um einen Impfnachweis zu faken. Laut einer Recherche von "Report Mainz" wurden bereits gefälschte Impfpässe im Netz angeboten.

Wer Impfdatum und Chargennummer kennt, könnte außerdem auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts Nebenwirkungen melden - es wird befürchtet, dass Impfgegner das ausnutzen könnten, um Unsicherheit zu verbreiten.

Alternativ posten manche deshalb auch sogenannte "Vaccies", also Selfies - oder auch einfach Fotos - bei der Impfung, wie hier zum Beispiel Schauspielerin Blake Lively:

ODER man freut sich ausnahmsweise einfach mal ohne Foto. 😉

FAQ Corona-Impfung

Kann ich auch für andere Personen einen Impftermin ausmachen?

In Baden-Württemberg sind Anmeldungen für einen Impftermin für mehrere Personen gleichzeitig möglich, zum Beispiel für Ehepartner*innen oder die Bewohner*innen einer Alten-WG.

In Rheinland-Pfalz kann man auf dem Registrierungsformular unter www.impftermin.rlp.de die Option „Sammeltermin für zwei Personen“ wählen. Auch kann man einen Termin für bis zu 15 Personen ausmachen.

Was ist mit Personen, die nicht mobil sind - kann jemand zum Impfen zu ihnen kommen?

Wohnt die betreffende Person in einem Altenheim oder einer Pflegeeinrichtung, erfolgt dort sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Baden-Württemberg die Impfung durch sogenannte mobile Impfteams, die gezielt in die Einrichtungen kommen.

Über 80-jährige immobile Personen können durch teilnehmende Hausarztpraxen durch die mobilen Impfteams auch zu Hause geimpft werden.

FAQ zu den verschiedenen Impfstoffen

Welche Impfstoffe gibt es und wie wirken sie?

In Deutschland werden aktuell vor allem die Impfstoffe von Moderna, Biontech/Pfizer, AstraZeneca und Johnson & Johnson verimpft - AstraZeneca wird aktuell aber nur für Personen über 60 Jahren empfohlen.

Die Mittel von Moderna und Biontech/Pfizer sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Da ist ein Boten-Protein drin, das den Körper dazu bringt, selbst Zellen zu bauen, die ähnlich aussehen wie das Coronavirus. Und gegen die wehrt sich dann unser Immunsystem, indem es Abwehrzellen losschickt. Wenn dann tatsächlich Virus-Zellen in den Körper kommen, dann ist das Immunsystem vorbereitet und kann sie viel besser abwehren. Das heißt: Wir werden nicht krank.

Die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson funktionieren ähnlich. Da ist aber ein ungefährliches Virus drin, das dem Coronavirus ähnlich ist. Der Körper bildet Abwehrzellen gegen dieses Virus, die aber auch gegen das Coronavirus helfen. Impfstoffe, die so funktionieren, nennt man Vektorimpfstoffe.

Ich bin unter 30 und wurde mit AstraZeneca geimpft - was sollte ich jetzt wissen?

Wenn du als Person, die jünger als 60 Jahre ist, in Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg eine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten hast, bleibt dein Termin für die Zweitimpfung bestehen, du bekommst an dem Tag aber ggf. einen anderen Impfstoff (Biontech oder Moderna). Das empfiehlt die STIKO. Auch hier gelten aber Ausnahmen, wenn du dich weiterhin (und nach umfassender Aufklärung und Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt) mit AstraZeneca impfen lassen möchtest.

Update: Die STIKO hat ihre Empfehlung mittlerweile angepasst: Nicht mehr nur Menschen unter 60 Jahren sollen als Zweitimpfung nach einer AstraZeneca-Impfung einen mRNA-Impfstoff erhalten, sondern unabhängig vom Alter. Der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis solle dann mindestens vier Wochen betragen.

Wissenschaftliche Daten aus Spanien zeigen, dass eine Zweit-Impfung mit dem Biontech-Pfizer-Impfstoff (nach einer Erst-Impfung mit AstraZeneca) sicher und hochwirksam ist - das geht aus den vorläufigen Ergebnissen der Combivacs-Studie des spanischen Gesundheitsinstituts Instituto de Salud Carlos III hervor. Das Antikörperniveau war hier bei der zweiten Dosis mit dem Biontech-Impfstoff zwischen 30 und 40 Mal höher als bei einer Kontrollgruppe, die nur eine einzelne Dosis Astra Zeneca erhielt. Bei der Studie berichteten 1,7% der Teilnehmenden (679 Freiwillige im Alter von 18 bis 59 Jahren) über Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und allgemeines Unwohlsein.

Erste Studienergebnisse der Universität Oxford hatten gezeigt, dass Personen, die zwei verschiedene Corona-Impfstoffe erhalten, häufiger über leichte oder mittelschwere Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Schüttelfrost berichten, als wenn ihnen zwei Dosen des gleichen Mittels verabreicht wurden.

Was sollte ich über den "neuen" Impfstoff von Johnson & Johnson wissen?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson wurde anfangs vor allem von mobilen Impfteams (z.B. in Einrichtungen wie Obdachlosenunterkünften, Frauenhäusern oder Einrichtungen für Asylbegehrende) eingesetzt. Die Besonderheit bei diesem Impfstoff ist nämlich, dass nur eine Impfung notwendig ist. Die Wirksamkeit wird ähnlich wie bei AstraZeneca eingestuft. Ähnlichkeiten soll es aber auch bei den Nebenwirkungen geben: Auch hier kann es in sehr seltenen Fällen zu Blutgerinnseln kommen. Das wurde vor allem bei jüngeren Frauen festgestellt. Deshalb wird der Impfstoff - wie auch bei AstraZeneca - für Menschen ab 60 Jahren empfohlen.

Allerdings ist auch hier die Impf-Priorisierung in Arztpraxen aufgehoben worden, was bedeutet, dass sich jüngere Menschen nach ärztlicher Aufklärung damit impfen lassen können.

Wie gut schützt eine Impfung gegen Corona?

Bei den Herstellern Moderna und Biontech/Pfizer schützt die Impfung zu 95 Prozent. Dieser Wert kommt so zustande: Die Wissenschaftler*innen haben sich 100 Personen angeschaut, die an Covid-19 erkrankt sind. Von ihnen waren fünf Menschen geimpft und 95 nicht-geimpft. Deshalb spricht man von einer Wirksamkeit von 95 Prozent. Bei AstraZeneca kam in so einer Studie ein Wert von 60 Prozent heraus, bei Johnson & Johnson 66 Prozent. Aber die Forscher sagen, dass der Impfstoff noch viel wirksamer sein kann, wenn die beiden Dosen - so wie in Deutschland – mit mehr Zeitabstand verabreicht werden. Zum Vergleich: Bei der Grippe-Impfung liegt die Wirksamkeit teilweise nur bei 20 oder 30 Prozent.

Können Geimpfte dann auf andere Schutzmaßnahmen verzichten?

Für vollständig Geimpfte und Genesene gibt es seit dem 9. Mai einige Lockerungen. Lokale Ausgangssperren gelten zum Beispiel nicht mehr und auch die Kontaktbeschränkungen sind dann aufgehoben. Außerdem müssen sie zum Beispiel beim Friseur oder beim Shoppen keinen negativen Corona-Test vorweisen und auch die Quarantäne-Pflicht entfällt.

Aber ein paar Punkte sind hier noch zu beachten:

  • Als vollständig geimpft gilt man erst 14 Tage nach der letzten notwendigen Impfung (bei Johnson & Johnson ist nur eine Impfung notwendig, bei den anderen Impfstoffen zwei)
  • Man muss die Impfung nachweisen können. Mittlerweile gibt es auch den digitalen Impfpass, der gelbe Impfausweis aus Papier oder ein vom Impfzentrum ausgefülltes Formular gelten aber weiterhin trotzdem
  • Maskenpflicht, Abstands- und Hygieneregeln gelten weiterhin für alle

Schützt die Impfung auch gegen mutierte Corona-Varianten?

Gerade gegen die britische Mutante scheinen alle Impfstoffe ziemlich gut zu helfen. Probleme könnte es bei der südafrikanischen Variante geben – da hat eine kleine Studie gezeigt, dass das Mittel von AstraZeneca da wohl schlechter wirkt. Denn viele Geimpfte haben leichte Symptome bekommen – schwer krank ist aber niemand geworden. Aber die Wissenschaft sagt, dass man das noch besser untersuchen muss, weil bei dieser Studie relativ wenige Menschen mitgemacht haben.

Außerdem wird aktuell auch von einer indischen Mutation berichtet, zu der aber noch recht wenige Erkenntnisse vorliegen. In Großbritannien hat die noch ansteckendere Deltavariante des Coronavirus die Alphavariante abgelöst. Auch in Deutschland ist sie angekommen. Mehr Infos dazu bekommst du hier.

Welche Impfreaktionen gibt es?

Es kann sein, dass die Einstichstelle am Oberarm rot wird, juckt und auch etwas anschwillt. Außerdem haben manche Geimpfte von Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit oder auch Schüttelfrost und gelegentlich Fieber an den Tagen nach der Impfung erzählt. Schwere Reaktionen wie ein allergischer Schock kommen kaum vor. Um möglichst auszuschließen, dass es gefährlich wird, sollen die Menschen nach der Impfung noch einige Zeit im Impfzentrum bleiben. Dann können die Ärztinnen und Ärzte sie beobachten und sicherstellen, dass es ihnen gut geht.

Es wurden außerdem Fälle von Hirnvenenthrombosen festgestellt, die in zeitlichem Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung oder einer Johnson&Johnson-Impfung stehen könnten. Dies trat vor allem bei Menschen unter 60 Jahren auf. Deswegen werden beide Impfstoffe für diese Personengruppe nicht mehr empfohlen. Anzeichen für eine Thrombose sind Kopfschmerzen, Sehstörungen oder epileptische Anfälle. Auch Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen oder anhaltende Bauchschmerzen können Anzeichen sein. Sofort zu Arzt oder Ärztin sollte man, wenn man einige Tage nach der Impfung Blutergüsse auf der Haut hat, die sich nicht an der Einstichstelle der Impfung befinden.

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