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Janis (Foto: SWR, DASDING)

Philipp Lahm veröffentlicht ein Buch und empfiehlt dort, sich als aktiver Profi-Fußballer nicht zu outen. Meiner Meinung nach eine sehr schwierige Aussage!

Was hat Philipp Lahm in seinem Buch gesagt?

Demnächst erscheint ein Buch von Ex-Fußball-Profi Philipp Lahm. In diesem Buch wird unter anderem gesagt: es sei lebensklug, dass der ehemalige Fußballer Thomas Hitzelsberger, sich erst nach Ende seiner Karriere geoutet habe.

Oder: er würde einem Spieler nicht einmal raten, sich mit seinen Mitspielern im eigenen Club über das Thema zu unterhalten, wenn dieser noch aktiv sei.

Wahrscheinlich meint Philipp Lahm es nur gut

Philipp Lahm meint es wahrscheinlich echt nur gut und möchte vor Diskriminierung warnen. Und ja natürlich, LGBTQIA People werden noch immer benachteiligt, angefeindet oder sogar verletzt. Zumindest meinen Erfahrungen nach.

Problematik der Aussagen

Ich finde seine Aussagen dennoch sehr schwierig. Sie können das Gefühl geben, dass man als schwuler Fußballer nicht normal sei. Und im schlimmsten Fall hemmen sie jemanden seine/ihre Sexualität offen auszuleben. Eher vermitteln sie das Gefühl, dass man nicht einfach so sein darf, wie man ist.

Wenn ich diese Aussagen vor meinem Outing gehört hätte, hätte ich wahrscheinlich noch viel länger gewartet, es anderen Leuten zu erzählen.

Meiner Meinung nach braucht es viel mehr Sichtbarkeit von LGBTQIA People! Besonders junge Menschen brauchen Repräsentation und Vorbilder. Außerdem sehen dann Menschen, die sonst nie in Berührung mit dem Thema kämen, dass es nichts Abnormales ist, queer zu sein.

Solidaritätsaktion von mehr als 800 Fußballer*innen

Umso schöner ist es, dass mehr als 800 Fußballer*innen queere Menschen dazu ermutigen wollen, sich zu outen. Die Solidaritätsaktion solle aber niemanden dazu zwingen, aber man wolle die volle Unterstützung zeigen, betonen die Unterzeichner*innen.

#actout: 185 Schauspieler*innen outen sich

Eine ebenso schöne und wichtige Aktion gab es letztens erst in der deutschen Film- und Serienwelt.185 Schauspieler*innen haben sich zusammen geoutet. Es ginge ihnen darum, ein Zeichen für mehr Diversität zu setzen.

Jochen Schropp wurde beispielsweise am Anfang der Karriere geraten sich nicht zu outen. Als er es dann später trotzdem tat, hätte er nie mit einer so großen Resonanz gerechnet:

Davon war ich wirklich total überrascht, dass ein Outing (...) immer noch so ein riesen Ding ist. Ich muss aber auch sagen, die Resonanz war insgesamt fast nur positiv.

Jochen Schropp im Interview bei Auf Klo

Ich persönlich hoffe, dass sich noch viel mehr Personen des öffentlichen Lebens outen, damit queere Menschen Vorbilder haben und sehen, dass man erfolgreich und queer sein kann!

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