Princess Charming (Foto: TVNOW)

Meinung

Princess Charming - Die beste Trash-Sendung EVER?!

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Die letzte Entscheidung wurde getroffen: Das Finale der ersten lesbischen Dating-Show weltweit ist raus. Damit endet die erste Staffel „Princess Charming“. Meiner Meinung nach die beste Trash-Sendung ever - aus vielen Gründen.

"Princess Charming" ist die erste lesbische Dating-Show der Welt. Irina sucht nach der großen Liebe und datet dafür jede Woche 20 Kandidat*innen. Damit bietet die Sendung endlich eine Fläche im TV für lesbische oder bisexuelle Frauen und nicht-binäre, lesbisch begehrende Menschen. Schon allein deshalb, meiner Meinung nach, ein sehr wichtiges Format.

Fünf Gründe, warum ich "Princess Charming" so abfeiere:

Sichtbarkeit und Bewusstsein für Queerness

Schon mit "Prince Charming", der ersten schwulen Dating-Show im deutschen Fernsehen, wurde ein Bewusstsein geschaffen für queere Menschen und Themen und macht sie damit einer breiten Öffentlichkeit sichtbar und zugänglich. Das findet jetzt mit "Princess Charming" endlich auch für lesbische oder bisexuelle Frauen und nicht-binäre, lesbisch begehrende Menschen statt. Meiner Meinung nach mega wichtig in einer Fernsehlandschaft, in der es fast ausschließlich Hetero-Formate gibt.

Warum diese Sichtbarkeit von queeren Menschen im Fernsehen so wichtig ist, zeigt auch ein selbstgeschriebenes Gedicht von Kandidatin Wiki, das sie mit Tränen in den Augen in Folge 4 rappt:

Ich, ich wollt mich niemals outen / ich wollt einfach nur durch mein Leben laufen, unpolitisch / doch das geht nicht. / Denn jeder Sex und jedes Händchenhalten / ist für euch kritisch.

Auswahl der Kandidat*innen

Die teilnehmenden Kandidat*innen sind sehr gut ausgewählt, denn sie sind sowohl charakterlich als auch äußerlich verschieden und - vor allem - nicht die wieder gleichen Typen und Charaktere, die sonst in Trash-Formaten zu sehen sind. Kandidat*in Gea zum Beispiel ist nicht-binär und bringt deshalb eine weitere Perspektive mit in die Sendung, die wichtig ist.

An der Diversität lässt sich trotzdem noch arbeiten, denn es fehlen (mehr) BIPoC, Menschen mit Behinderungen, Transmenschen und Menschen, die nicht der Norm-Schönheit entsprechen. Dennoch sind starke Persönlichkeiten vertreten, die eine (politische) Message haben und diese verbreiten wollen. Wie zum Beispiel Wiki, sie hat bei "Princess Charming" "aus politischen Gründen" mitgemacht - aber auch, weil sie "Bock auf kostenlosen Urlaub hatte".

Walerija vom YouTube-Kanal BRUST RAUS von DASDING hat mit Kandidatin Wiki und Trash TV Queen Annika vom YouTube-Kanal "Annikazion" gequatscht. Was da so hinter den Kulissen bei "Princess Charming" ablief und ob es vielleicht viel wahrscheinlicher ist, dass unter den Kandidat*innen Gefühle entstehen, checkt ihr im Video:

Umgang & Respekt

Die Kandidat*innen gehen respektvoll und wertschätzend miteinander um. Man merkt aber auch den Respekt der Produktion gegenüber den Kandidat*innen. Denn gewohnt ist man von Reality-TV, dass die teilnehmenden Personen vorgeführt werden, sodass sich Zuschauende oft fremdschämen. Bei "Princess Charming" wird allerdings keine Person künstlich vorgeführt. Außerdem wird auch nicht auf lesbischen oder queeren Klischees herumgeritten oder sich darüber lustig gemacht.

Die Dating-Show ist unterhaltsam, ohne dass sich Kandidat*innen dafür ins Gesicht schreien müssen. In fast allen Fällen sind die Kandidat*innen respektvoll miteinander umgegangen. Sie haben Themen oder Kritikpunkte empathisch und konstruktiv untereinander angesprochen. Klingt nach "normalem" Umgang, ist man aber aus den meisten Trash-Formaten nicht gewohnt. Es wurde "sogar" über gesellschaftspolitische Themen, wie zum Beispiel "Transfeindlichkeit" (Folge 6) diskutiert - ohne jegliche Eskalation, die in Beleidigungen oder Ähnlichem endete.

Unterbindung unangemessener Inhalte

Wie oben bereits beschrieben, konnten die Kandidat*innen untereinander offen diskutieren - ohne, dass es ekaliert ist. Allerdings gab es eine Ausnahme in der ersten Folge. Hier kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Kandidatinnen. Was genau passiert ist, ist nicht bekannt. Die Situation wurde von der Produktion als unangemessen empfunden und deshalb aus der Sendung genommen und nicht ausgestrahlt. Statt der anscheinend unangemessenen Auseinandersetzung, konnten die Zuschauenden dann auf dem Bildschirm lesen: "Leider kommt es bei Sonja und Ulle zu einer Auseinandersetzung, die bei "Princess Charming" keinen Platz hat und ihre Teilnahme mit sofortiger Wirkung beendet."

Queere Aufklärung

Nicht nur, dass "normale" Diskussionen unter dem Cast stattfinden konnten, ohne dass sie sich angeschrien oder beleidigt haben: die Kandidat*innen sprachen beispielsweise offen über lesbischen Sex - wie das im 21. Jahrhundert normal sein sollte - und andere queere Themen und leisteten damit auch noch Aufklärungsarbeit.

Es ist wichtig darüber zu sprechen, weil immer noch die Vorstellung herrscht, dass es einen Mann oder Penis braucht, um schönen Sex zu haben.

"Princess Charming" ist aufklärend, unterhaltsam, politisch und fühlt sich nicht wirklich nach "Trash" an – und ist damit für mich die beste Trash-Sendung EVER.

Oder wie Walerija von BRUST RAUS es zusammenfasst:

Die Selbstverständlichkeit, mit der über queeren Sex, Identität oder Liebe gesprochen wird, is‘ einfach cool!

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