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Das bin ich (Foto: DASDING)

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat anti-asiatischer Rassismus dramatisch zugenommen. Unter Hashtags wie #StopAsianHate wird auch online dagegen gekämpft, informiert und aufgeklärt.

Was steckt hinter dem Hashtag #StopAsianHate?

Schon 2020 wurde versucht, mit Hashtags wie #IchBinKeinVirus auf den drastisch ansteigenden Rassismus gegenüber asiatisch gelesenen Personen aufmerksam zu machen. Im April 2020 hat zum Beispiel die freie Journalistin, Speakerin und Moderatorin Nhi Le in einem Artikel für ZEIT Campus von ihren eigenen Erlebnissen erzählt und dazu geschrieben:

Seit Beginn der Epidemie vor zwei Monaten schlägt asiatischen und asiatisch-aussehenden Menschen jeden Tag Rassismus entgegen. So viel, dass sie sich gezwungen sehen, zu betonen, kein Virus zu sein.

Nhi Le im Artikel "ICH.BIN.KEIN.VIRUS."

Entsprechende Meldungen sind auch schon zu Beginn des Jahres 2020 bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes eingegangen. In den letzten Monaten haben rassistisch motivierte Übergriffe nochmal drastisch zugenommen.

Allein in den USA wurden zwischen März 2020 und Februar 2021 etwa 3800 durch Hass motivierte Vorfälle gegenüber asiatisch gelesenen Personen gemeldet (zunächst war von etwa 3000 Fällen die Rede, die Zahl wurde aber später nochmal nach oben korrigiert). Darunter Beleidigungen, Vandalismus, Belästigung im Internet, Diskriminierung am Arbeitsplatz, Verweigerung von Dienstleistungen und körperliche Angriffe - vor allem gegenüber älteren Personen. Mehrere Menschen sind ums Leben gekommen. Genaue Zahlen kannst du hier nachlesen. Zu beachten ist dabei, dass es hier nur um gemeldete Vorfälle geht - dazu kommt noch die Dunkelziffer an Übergriffen, die aus verschiedenen Gründen nicht gemeldet wurden.

Neben #StopAsianHate gibt es noch weitere Hashtags zu dem Thema wie zum Beispiel #StopAsianHateCrimes, #EnoughIsEnough, #AsiansAgainstRacism oder #StopAAPIHate. Und natürlich wird nicht nur online auf den Hass aufmerksam gemacht, sondern auch offline - zum Beispiel mit Demonstrationen oder verschiedenen Hilfsaktionen.

Auch Kawai aus Trier erlebt seit der Corona-Pandemie vermehrt anti-asiatischen Rassismus. Sie ist in Deutschland geboren - wird aber oft wegen ihres Aussehens als Ausländerin beschimpft. Corona hätte die Situation noch schlimmer gemacht, sagt sie.

Mir ist das auch schon passiert, dass man mir "Corona" hinterher gerufen hat, wenn ich draußen unterwegs war.

Kawai aus Trier

Was dieser anti-asiatische Rassismus mit ihr macht und wie sie dagegen kämpft, könnt ihr euch hier anschauen:

„Wieso sprechen erst jetzt alle über anti-asiatischen Rassismus?“

Nur weil die Hashtags und Geschichten aktuell besonders in den sozialen Medien sind und in den Kommentarspalten diskutiert werden, heißt das nicht, dass das Thema neu ist und erst jetzt darüber gesprochen wird. Im Gegenteil: Die Geschichte des anti-asiatischen Rassismus ist lang. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat das hier nochmal ausführlich zusammengefasst.

Auch in diesem Posting wird die Geschichte von anti-asiatischem Rassismus in Deutschland zusammengefasst (durchswipen für mehr Informationen):

Und auch auf die Gefahr von Stereotypen und Vorurteilen in Filmen, im Fernsehen oder in vermeintlichen "Witzen" wurde und wird aufmerksam gemacht:

Unzählige Witze, Spott und Häme übers Hunde essen, Fledermaussuppen, eingeschränktes Sichtfeld, Massagesalons, CCC-Slurs usw. Wir sind es sowas von leid. Dehumanisierung ist kein Witz! Rassismus tötet!! Checkt das endlich, verdammt nochmal! #STOPASIANHATE

Das Coronavirus hat den anti-asiatischen Rassismus aber weiter verstärkt. Unter anderem wird Donald Trump vorgeworfen, die Situation durch seine Wortwahl in Bezug auf die Corona-Pandemie verschärft zu haben, indem er zum Beispiel vom "China Virus" gesprochen hat. Außerdem wird kritisiert, wie Medienhäuser international mit Meldungen zum Coronavirus umgegangen sind. Reißerische Titelseiten hätten zum Beispiel die Vorurteile zusätzlich verschärft.

Von ähnlichen Erfahrungen berichten asiatisch gelesene Menschen auch in Bezug auf die SARS-Pandemie 2002/2003.

Mehrere Menschen in Atlanta erschossen: Was hat der Hashtag #StopAsianHate mit der Tat zu tun?

In der Stadt Atlanta im US-Bundesstaat Georgia wurden am Dienstagabend acht Menschen in verschiedenen Massage- und Wellness-Spas erschossen, sechs davon asiatischstämmige Frauen. Der 21-jährige Tatverdächtige wurde kurz danach festgenommen. Die Polizei hatte daraufhin erklärt, man sei „noch am Anfang“ der Ermittlungen. Die Tat wurde offiziell aber erst mal nicht als rassistisch motiviert eingestuft.

Diese Aussage und ganz allgemein der Umgang mit der Tat wurde in den sozialen Netzwerken heftig diskutiert und kritisiert.

"Schlechte Tage" oder "Sexsucht" rechtfertigen keinen Mord - Rassismus hat hier zu tödlicher Gewalt geführt. Nichts anderes. #StopAsianHate

Die Pandemie hat den anti-asiatischen Rassismus massiv verstärkt. Hier haben viele Menschen mit #ichbinkeinVirus darauf aufmerksam gemacht. Dass in #Atlanta sechs Asiatische Frauen durch einen weißen Attentäter erschossen wurden, zeigt das Ausmaß des Rassismus. #StopAsianHate

Unter dem Hashtag #StopAsianHate haben sich nach der Tat in Atlanta auch mehr und mehr Politiker*innen und Prominente eingeschaltet.

#StopAsianHate: Was kann ich selbst tun?

Informationen, was du tun kannst, wenn du selbst Rassismus erfahren hast oder Zeuge bzw. Zeugin von Rassismus wurdest, gibt es zum Beispiel hier. Tipps, wie du dich selbst gegen Hatespeech im Internet wehren kannst, liefert zum Beispiel dieses Video von represent.

In Bezug auf Allyship wird der Schauspieler Simu Liu im "Oprah Magazine" außerdem so zitiert:

Für unsere Allys ist es wichtig, unsere Worte zu hören und unseren Kampf nicht mit dem von anderen Gruppen zu vergleichen. Wir brauchen alle (...) um die Tragweite dieses Themas zu verstehen und aktive Schritte dagegen einzuleiten.

Zitat von Simu Liu im "Oprah Magazine"

Falls du nicht ganz sicher bist, was mit den Begriffen "Allyship" und "Ally" gemeint ist, kannst du dir zum Beispiel nochmal die Erklärung von Tupoka Ogette anschauen:

Auf stopasianhate.info werden grundsätzlich drei Schritte erklärt, um gegen anti-asiatischen Rassismus aktiv zu werden:

1. Artikel, Inhalte, Postings lesen/sich selbst über die aktuelle Situation informieren

2. Bewusstsein schaffen, indem man wichtige Inhalte auf Social Media oder im persönlichen Umfeld teilt

3. Aktiv anti-rassistisch sein

Auch Talkshow-Host Ellen DeGeneres hat auf ihrer Seite ellentube verschiedene Möglichkeiten aufgelistet.

Und unter den vorher erwähnten Hashtags wurden auch in den sozialen Netzwerken in den letzten Tagen viele Inhalte geteilt, wie genau das aussehen und ablaufen kann.

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