Sugar Free February (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres)

Food-Trend

Sugar Free February - Bringt das was?

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Marie Breuer
Marie  (Foto: DASDING, DASDING)
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Carina Stark
Das bin ich (Foto: DASDING)

Nach dem „Veganuary“ und dem „Dry January“ kommt jetzt der „Sugar Free February“. Ziel der Challenge ist es, sich vier Wochen lang zuckerfrei zu ernähren. Wie kann das funktionieren - und bringt das überhaupt was? Wir haben das mit einem Ernährungsberater gecheckt.

Beim #Veganuary wird auf tierische Produkte verzichtet, beim #DryJanuary auf Alkohol und beim #SugarFreeFebruary - wie der Name schon sagt - auf Zucker. Alle drei Hashtags trenden zum Jahresanfang auf Social Media und sind dir da vielleicht auch schon begegnet.

Worum geht’s beim „Sugar Free February“?

Der grundsätzliche Gedanke dahinter: Dauerhaft viel zu viel Zucker zu essen, ist nicht gesund und kann verschiedene Krankheiten, Entzündungsprozesse im Körper oder auch Heißhungerattacken fördern. Das sagen verschiedene Ärztinnen und Ärzte. Aber auch die Weltgesundheitsorganisation WHO, die schon vor einiger Zeit empfohlen hat, den Zuckerkonsum im Alltag zu reduzieren.

Durch die „Sugar Free February“-Challenge hoffen deshalb viele, dem Körper etwas Gutes zu tun - und nein, dabei geht es nicht ums Abnehmen. Dazu gibt es auch einige Social Media-Posts wie diesen hier:

Was muss man beim „Sugar Free February“ beachten?

Falls du jetzt denkst: „28 Tage auf Schokoriegel verzichten? Kann ja nicht so schwer sein!“ - ganz so ist es nicht.

Viele versuchen beim „Sugar Free February“ nicht nur auf offensichtliche Süßigkeiten, sondern (nahezu) komplett auf nachträglich hinzugefügten, industriellen Zucker zu verzichten.

Der versteckt sich in relativ vielen Lebensmitteln - von Toastbrot über Salami bis hin zu Getränken, Ketchup oder Fertigsoßen - und ist oft gar nicht so leicht zu erkennen.

Hinzu kommt, dass auch Hinweise wie „ohne Zuckerzusatz“ nicht unbedingt bedeuten, dass gar kein Zucker drin ist - und "weniger süß" bedeutet nicht gleich gar nicht süß.

Worauf du bei bestimmten Bezeichnungen achten solltest, hat die Verbraucherzentrale hier zusammengefasst.

Deshalb braucht der zuckerfreie Februar auch etwas Vorbereitung (checken, wo überall Zucker drin ist) und Zeit (eventuell Sachen, die man täglich isst, selbst kochen und backen, um Zuckerzusatz zu umgehen).

Aber bevor du jetzt mit langen Zutatenlisten losziehst, wollten wir erst mal checken, wie sinnvoll das alles überhaupt ist.

Sugar Free February - Das sagt Ernährungsberater Dominik dazu

Dominik aus Mannheim ist Ernährungsberater. Seine Einschätzung zum Februar-Food-Trend: „Das hängt immer davon ab, welche Ziele ich mir setze, welche Erwartungen ich daran habe.“

Dem Körper als gesunder Mensch, der bei der Ernährung nichts Besonderes beachten muss, mal ein bisschen den Zucker zu nehmen und zu schauen, wie man darauf reagiert und wie man sich fühlt, sei an sich eine interessante Geschichte.

Aber:

Wenn ich das jetzt einen Monat mache, dass ich keinen Zucker mehr esse und ab März fange ich genauso an zu essen wie davor, also viel Zucker. Dann haben wir da langfristig gesehen, was die Gesundheit angeht, keinen Effekt, der ins Gewicht fällt.

Kurz gesagt: Der Effekt sei zwar im Februar schon da, im März dann aber ganz schnell auch wieder weg.

Dazu käme, dass wir eine Art „Entzugserscheinungen“ empfinden würden, wenn wir von einem auf den anderen Tag überhaupt keinen Zucker mehr zu uns nehmen. Schlechte Laune, Unwohlsein und Trägheit könnten die Folge sein. Das sei zwar nach ein paar Tagen wieder weg, man würde sich daran gewöhnen und danach sogar besser fühlen. Um so Reaktionen zu vermeiden, könnte man aber auch einfach langsamer vorgehen.

Dominiks Tipp:

Wenn ich jeden Tag eine Tafel Schokolade esse, dann würde ich jetzt nicht anfangen zu sagen: ‚Ich esse jetzt gar keine Schokolade mehr‘ - gerade dann schaffe ich ein neues Problem. Dann gehe ich so vor, dass ich sage: ‚Okay, statt einer ganzen Tafel esse ich eine dreiviertel Tafel, wenn ich das Verlangen danach habe‘. Und wenn mir eine halbe reicht, nehme ich nur eine halbe.

Dominik selbst lebt auch nicht ohne Zucker, er ist stattdessen eher dafür, ein Gleichgewicht zu finden, ohne Verbote: „Eine Lebensweise muss einfach so gestaltet sein, dass sie zu mir passt. Es muss alles erlaubt sein, aber man sollte schauen: Okay, es gibt gewisse Dinge, die sind gut für mich, davon esse ich ein bisschen mehr. Und es gibt Dinge, die sind nicht so gut, davon esse ich einfach ein bisschen weniger.“

Extreme seien immer das Problem und Verbote würden auch nicht funktionieren.

Sinnvoller als einen Monat richtig krass auf alles zu verzichten und im nächsten Monat dann wieder zuzuschlagen, ist aus seiner Sicht, die Ernährung allgemein zu überdenken und vielleicht ohne Verzicht dauerhaft ein bisschen weniger Zucker im Alltag einzubauen.

Ein Bewusstsein zu schaffen, finde ich eine schöne Geschichte. Das ist der Effekt, der da gut ist. Nur was die Gesundheit betrifft, sehe ich bei einem Monat nicht wirklich einen Effekt, der ist da quasi gar nicht da.

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