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WhatsApp hat neue Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien angekündigt. Die Frist für die Zustimmung wurde jetzt aber verlängert. Was sich überhaupt ändert, was das mit Facebook zu tun hat und bis wann du jetzt zustimmen musst, um die App weiter nutzen zu können, erfährst du hier.

WhatsApp hat uns in den letzten Wochen ganz schön unter Druck gesetzt: Entweder wir sind einverstanden, oder wir sind raus.

Frist verlängert: Bis wann wir den neuen Datenschutzrichtlinien auf WhatsApp jetzt zustimmen müssen

Viele User*innen hatten schon das Pop-Up bekommen, das über die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien informiert hat. Hier konntest du ganz einfach "zustimmen" klicken und warst safe, um die App weiter nutzen zu können. Bisher galt aber auch: Machst du das nicht, ist WhatsApp ab dem 8. Februar für dich gesperrt. Jetzt wurde diese Frist bis 15. Mai verlängert. Der Grund dafür waren wohl zahlreiche Nutzer-Proteste, viele sollen auch schon zu anderen Plattformen abgewandert sein.

Warum wurde eigentlich so viel über die neuen Datenschutzrichtlinien bei WhatsApp diskutiert?

Über das Pop-Up-Fenster werden wir zu zwei Rubriken (Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien) geleitet, die uns einen Überblick geben sollten, was denn genau geändert wird und welche Daten genau verarbeitet werden. Auf den ersten Blick sieht das nach ziemlich viel aus.

Besonders abschreckend wirkt da der Teil zum Datenaustausch mit Facebook.

WhatsApp Service und wie wir deine Daten verarbeiten

Stichpunkt im WhatsApp-Pop-Up

Schon 2014 wurde die Plattform vom Unternehmen von Mark Zuckerberg aufgekauft. In den neuen Nutzungsbedingungen wird vor allem geregelt, wie Daten an Facebook gehen und wie sie dort verwendet werden dürfen. Aber: Das ist nichts Neues.

Wie das ZDF schreibt, konnte Facebook bis jetzt schon genauso viele Daten abgreifen: In den seit 2018 geltenden Bestimmungen für den europäischen Raum heißt es, "als Teil der Facebook-Unternehmen erhält WhatsApp Informationen von den Facebook-Unternehmen und teilt auch Informationen mit diesen." Angeblich soll es mit der neuen Datenschutzrichtlinie nicht mehr Macht für Facebook geben, sondern genauso viel, wie sie ohnehin schon hatten.

Neue WhatsApp-Datenschutzrichtlinien: Für Nutzer aus Europa ändert sich nicht viel

Nachdem in den letzten Tagen viele Menschen im Netz über die neuen Datenschutzregeln diskutiert haben, hat sich WhatsApp nun gezwungen gesehen, ihre Sicht auf die Dinge zu veröffentlichen. Auf Twitter schrieb das Unternehmen, dass sie keine privaten Nachrichten sehen könnten, keine Anrufe abhören, die geteilten Standorte nicht einsehen könnten und dass Kontaktdaten nicht mit Facebook geteilt würden. WhatsApp Gruppen würden privat bleiben.

Twitter

Das heißt: Für uns in Europa ändert sich durch die neuen AGBs nicht viel. WhatsApp hat nämlich zwei verschiedene Versionen der künftig geltenden Datenschutzbestimmungen veröffentlicht: Eine für Nutzer in Europa, eine für den Rest der Welt. Wir Europäer sind also mit der hier geltenden DSGVO besser geschützt, für uns scheint sich deswegen nicht so viel zu ändern.

Werden meine Daten also nicht für Werbung genutzt?

Richtig. Ein Facebook-Sprecher hat zum "SPIEGEL" gesagt, dass keine Nutzerdaten aus der europäischen Region und Großbritannien mit Facebook geteilt würden, um diese Daten zur Verbesserung von Werbeanzeigen zu nutzen.

Kann Facebook meine WhatsApp-Nachrichten lesen?

Jein. Wenn du eine direkte Nachricht schreibst, kann Facebook das nicht mitlesen, da WhatsApp nach wie vor eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hat. Es wird allerdings schwieriger, wenn du im Chat zum Beispiel Links verschickst, sagt Eva von Heise-Online.

In dem Moment, in dem ich über WhatsApp einen Link teile, wird der kurzfristig gespeichert und kann eingesehen werden.

Aber welche meiner Daten werden denn weitergegeben?

WhatsApp hat Zugriff auf folgende Daten und diese werden eventuell mit Facebook geteilt:

  • deine Telefonnummer
  • Transaktionsdaten
  • dienstleistungsbezogene Informationen
  • Interaktionen mit anderen Diensten
  • Informationen zu deinem Mobilgerät
  • deine IP-Adresse
  • usw.

Als Grund für diesen Zugriff wird eine Zusammenführung von WhatsApp und Facebook genannt, damit der User "eine einheitliche Erfahrung" haben kann.

Und wenn wir hier von Facebook sprechen, betrifft es nicht das soziale Netzwerk an sich, sondern alle Facebook-Unternehmen! Dazu gehören zum Beispiel Instagram, Oculus, Workplace, Portal und Novi.

Sind die WhatsApp-Richtlinien trotzdem ein generelles Problem?

Was mit unseren Daten ganz konkret passiert, können wir nie wissen. Außerdem warnen Datenschützer vor einer Monopolstellung im Social Media-Bereich. Die meistbenutzen Plattformen - WhatsApp, Instagram und Facebook - gehören zu einem einzigen Unternehmen.

Tatsächlich wurde Facebook im Dezember in den USA wegen angeblicher Verletzung des Kartellrechts verklagt. Das Hauptproblem ist hier, dass Facebook seinen Nutzer und Nutzerinnen einen Wettbewerb im Social Media-Bereich verwehren würde. Das mache Facebook, indem das Unternehmen keine Konkurrenz zuließe und beispielsweise mögliche Konkurrenzprodukte aufkaufe. Facebook wäre ganz einfach ein Monopol.

Sollte ich WhatsApp also lieber löschen?

Ganz ehrlich? JA!

Eva von Heise-Online sagt ganz klar, dass alle Messenger-Alternativen besser sind, als WhatsApp. Zumindest, was eben den Datenschutz angeht.

Ob das Signal ist, ob das Telegram ist, oder wir können selbst auf eine SMS ausweichen - alles, was aus dem Facebook-Universum ist, ist fragwürdig.

Eva-Maria Weiss / Heise-Online

Natürlich ist es schwierig, weil alle unsere Kumpels und Freundinnen bei WhatsApp sind. 80 Prozent aller Deutschen nutzen WhatsApp TÄGLICH! Das zeigt die ARD-ZDF Onlinestudie aus dem Jahr 2020.

Du kannst den Messenger natürlich weiter nutzen, wenn du das möchtest. Man sollte sich aber zumindest bewusst machen, was man da eigentlich erlaubt, wenn man auf "zustimmen" klickt - gilt aber übrigens für jede App!

Wechselt jetzt jemand weg von #WhatsApp oder machen alle wieder nur den: https://t.co/hSmN9jdoNl

Update: In einer früheren Version des Artikels hatten wir geschrieben, dass Facebook nun mehr Macht bekäme. Das ist aber nur außerhalb des europäischen Raums der Fall.

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