WhatsApp (Foto: dpa Bildfunk, Ritchie B. Tongo)

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Neue WhatsApp-Datenschutzregeln: Jetzt doch keine Nachteile, wenn du nicht zustimmst

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Die neuen Datenschutz-Regeln bei WhatsApp haben in den letzten Wochen für Verwirrung gesorgt. Wer bis 15. Mai nicht zugestimmt hat, sollte die App nur noch eingeschränkt nutzen können. Jetzt wurde die Ankündigung zurückgenommen.

WhatsApp hat uns in den letzten Wochen ganz schön unter Druck gesetzt: Entweder wir sind einverstanden, oder wir sind raus.

Neue WhatsApp-Regeln: Verwirrung um Zustimmungsfrist

Viele User*innen hatten schon das Pop-Up bekommen, das über die neuen Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien informiert hat. Hier konntest du ganz einfach "zustimmen" klicken und warst safe, um die App weiter nutzen zu können. Am Anfang galt aber auch: Machst du das nicht, ist WhatsApp ab dem 8. Februar für dich gesperrt. Dann wurde diese Frist bis 15. Mai verlängert. Der Grund dafür waren wohl zahlreiche Nutzer-Proteste, viele sollen auch schon zu anderen Plattformen abgewandert sein.

Datenschutz-Änderung bei WhatsApp: Was passiert, wenn ich bis 15. Mai nicht zugestimmt habe?

Dann gab es aber auch zu dieser Frist ein Update, das für Verwirrung sorgte. In einem WhatsApp-FAQ hieß es zwischenzeitlich:

Es werden aufgrund der Aktualisierung am 15. Mai weder Accounts gelöscht, noch die Funktionalität von WhatsApp eingeschränkt.

Wer bis dahin nicht zugestimmt hat, soll aber irgendwann eine permanente Erinnerung angezeigt bekommen. Das hätte bedeutet, dass man einige Funktionen nur noch eingeschränkt nutzen könnte - bis man auf "zustimmen" klickt. Die Chatliste wäre dann zum Beispiel nicht mehr sichtbar gewesen. Nach ein paar Wochen mit diesen Einschränkungen, hätte man das Konto dann gar nicht mehr nutzen können und auch keine Benachrichtigungen mehr bekommen.

Neue WhatsApp-AGB: App weiternutzen, ohne zuzustimmen

Jetzt wurde auch diese Info zurückgenommen. Wer nicht zustimmt, soll nun weder eine permanente Erinnerung bekommen, noch in der Nutzung eingeschränkt werden. Die App kann also weiter genutzt werden wie bisher. Es sollen keine Funktionen wegfallen und auch keine Accounts gesperrt werden. User*innen sollen aber "von Zeit zu Zeit" an das Update erinnert werden.

Neue WhatsApp-Datenschutzrichtlinien: Für Nutzer aus Europa ändert sich nicht viel

Nachdem in den letzten Monaten viele Menschen im Netz über die neuen Datenschutzregeln diskutiert haben, hat sich WhatsApp gezwungen gesehen, ihre Sicht auf die Dinge zu veröffentlichen. Auf Twitter schrieb das Unternehmen, dass sie keine privaten Nachrichten sehen könnten, keine Anrufe abhören, die geteilten Standorte nicht einsehen könnten und dass Kontaktdaten nicht mit Facebook geteilt würden. WhatsApp Gruppen würden privat bleiben.

We want to address some rumors and be 100% clear we continue to protect your private messages with end-to-end encryption. https://t.co/6qDnzQ98MP

Das heißt: Für uns in Europa ändert sich durch die neuen AGB nicht viel. WhatsApp hat nämlich zwei verschiedene Versionen der künftig geltenden Datenschutzbestimmungen veröffentlicht: Eine für Nutzer in Europa, eine für den Rest der Welt. Wir Europäer sind also mit der hier geltenden DSGVO besser geschützt, für uns scheint sich deswegen nicht so viel zu ändern.

Werden meine Daten also nicht für Werbung genutzt?

Richtig. Ein Facebook-Sprecher hat zum "SPIEGEL" gesagt, dass keine Nutzerdaten aus der europäischen Region und Großbritannien mit Facebook geteilt würden, um diese Daten zur Verbesserung von Werbeanzeigen zu nutzen.

Kann Facebook meine WhatsApp-Nachrichten lesen?

Jein. Wenn du eine direkte Nachricht schreibst, kann Facebook das nicht mitlesen, da WhatsApp nach wie vor eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung hat. Es wird allerdings schwieriger, wenn du im Chat zum Beispiel Links verschickst, sagt Eva von Heise-Online.

In dem Moment, in dem ich über WhatsApp einen Link teile, wird der kurzfristig gespeichert und kann eingesehen werden.

Aber welche meiner Daten werden denn weitergegeben?

WhatsApp hat Zugriff auf folgende Daten und diese werden eventuell mit Facebook geteilt:

  • deine Telefonnummer
  • Transaktionsdaten
  • dienstleistungsbezogene Informationen
  • Interaktionen mit anderen Diensten
  • Informationen zu deinem Mobilgerät
  • deine IP-Adresse
  • usw.

Als Grund für diesen Zugriff wird eine Zusammenführung von WhatsApp und Facebook genannt, damit der User "eine einheitliche Erfahrung" haben kann.

Und wenn wir hier von Facebook sprechen, betrifft es nicht das soziale Netzwerk an sich, sondern alle Facebook-Unternehmen! Dazu gehören zum Beispiel Instagram, Oculus, Workplace, Portal und Novi.

Sind die WhatsApp-Richtlinien trotzdem ein generelles Problem?

Was mit unseren Daten ganz konkret passiert, können wir nie wissen. Außerdem warnen Datenschützer vor einer Monopolstellung im Social Media-Bereich. Die meistbenutzen Plattformen - WhatsApp, Instagram und Facebook - gehören zu einem einzigen Unternehmen.

Tatsächlich wurde Facebook im Dezember in den USA wegen angeblicher Verletzung des Kartellrechts verklagt. Das Hauptproblem ist hier, dass Facebook seinen Nutzer und Nutzerinnen einen Wettbewerb im Social Media-Bereich verwehren würde. Das mache Facebook, indem das Unternehmen keine Konkurrenz zuließe und beispielsweise mögliche Konkurrenzprodukte aufkaufe. Facebook wäre ganz einfach ein Monopol.

Sollte ich WhatsApp also lieber löschen?

Ganz ehrlich? JA!

Eva von Heise-Online sagt ganz klar, dass alle Messenger-Alternativen besser sind, als WhatsApp. Zumindest, was eben den Datenschutz angeht.

Ob das Signal ist, ob das Telegram ist, oder wir können selbst auf eine SMS ausweichen - alles, was aus dem Facebook-Universum ist, ist fragwürdig.

Natürlich ist es schwierig, weil alle unsere Kumpels und Freundinnen bei WhatsApp sind. 80 Prozent aller Deutschen nutzen WhatsApp TÄGLICH! Das zeigt die ARD-ZDF Onlinestudie aus dem Jahr 2020.

Du kannst den Messenger natürlich weiter nutzen, wenn du das möchtest. Man sollte sich aber zumindest bewusst machen, was man da eigentlich erlaubt, wenn man auf "zustimmen" klickt - gilt aber übrigens für jede App!

Update: In einer früheren Version des Artikels hatten wir geschrieben, dass Facebook nun mehr Macht bekäme. Das ist aber nur außerhalb des europäischen Raums der Fall.

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