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Seit Anfang März sind kostenlose Corona-Schnelltests möglich, in den Städten und Gemeinden ist das Angebot an Tests aber sehr unterschiedlich. Corona-Selbsttests für zu Hause gibt's mittlerweile in Discountern, Drogerie-, Supermärkten und Apotheken zu kaufen. Wie die Tests im Allgemeinen funktionieren und wie sicher sie eigentlich sind, checkst du hier.

Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte Schnelltests wichtige "Helfer" in der Pandemie. Gemeint sind auf der einen Seite Tests, die von geschultem Personal gemacht werden, auf der anderen Seite auch Selbsttests für zu Hause, die erste Discounter seit dem 6. März im Sortiment haben und mittlerweile auch Drogerie-, Supermärkte und Apotheken. Seit dem 8. März gibt es das Angebot von kostenlosen Schnelltests, so war es das Versprechen von Gesundheitsminister Jens Spahn. Dabei kommt es aber zu regionalen Unterschieden. Nicht überall sind die Schnelltests erhältlich und auch bei den kostenlosen Testungen gibt es Unterschiede bei Städten und Gemeinden.

Wie funktionieren Corona-Schnelltests?

Das Bundesministerium für Gesundheit erklärt auf seiner Seite, dass es im Moment zwei Test-Möglichkeiten gibt: PCR-Tests, bei denen die Proben in einem Labor untersucht werden müssen und Antigen-(Schnell-)Tests, die das Ergebnis innerhalb von Minuten auf einem Teststreifen anzeigen.


👉 Außerdem gibt es PCR-Schnelltests, die nicht ins Labor geschickt werden, dafür aber auch ungenauer sind. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sich darauf zu testen, ob der Körper Antikörper gegen den Erreger gebildet hat. Dann war oder ist man infiziert.

Bei Antigen-Schnelltests wurde bisher von geschultem medizinischen Personal ein Nasen- und/oder Rachenabstrich gemacht und die Probe dann auf das Testfeld gegeben. Mittlerweile gibt es zugelassene Schnelltests, die von Laien zu Hause angewendet werden können. Mehr dazu weiter unten im Artikel.

Falls die Probe SARS-CoV-2-Eiweiße enthält, reagieren die mit dem Teststreifen und verfärben ihn. Nach einigen Minuten (etwa 15 bis 30) erscheint auf dem Test dabei ein Streifen (negativ) oder es erscheinen zwei Streifen (positiv). Die Tests gelten aber als weniger empfindlich als die PCR-Tests, das bedeutet, dass ein negatives Ergebnis nicht unbedingt heißt, dass man nicht infiziert ist. Das kann auch bedeuten, dass einfach eine zu geringe „Virusmenge“ bei dem Abstrich vorhanden war.

Die Gefahr ist dabei, dass sich jemand wegen seines negativen Ergebnisses sicher fühlt und andere trotzdem ansteckt. Umgekehrt kann es aber auch passieren, dass ein Test fälschlicherweise positiv ausfällt, obwohl man nicht infiziert ist. Deshalb sollte ein positives Ergebnis im besten Fall durch einen PCR-Test überprüft werden.

Mai Thi vom YouTube-Kanal "maiLab" hat das mit den „korrekt positiven“ und „falsch negativen“ Tests in einem Video nochmal genauer erklärt. Zum Video geht's hier.

Wie sicher sind Corona-Schnelltests?

Zusammengefasst kann man sagen: Der Schnelltest kann nur für ein paar Stunden eine Sicherheit geben, weil er als Momentaufnahme gesehen werden muss, sagt David von der SWR-Wissenschaftsredaktion:

Wenn ich mich heute negativ teste, bin ich sehr wahrscheinlich die nächsten paar Stunden okay, aber morgen sollte ich mich dann nicht mehr drauf verlassen.

David, SWR-Wissenschaftsredaktion

Die Schnelltests zeigen an, wenn man hochinfektiös ist. Wenn man nur wenig infektiös ist, also am Anfang oder Ende einer Infektion, zeigen das die Schnelltests nicht so gut an. Das ist aber auch die Phase, in der man nicht so ansteckend ist - trotzdem ist man infiziert.

Alle Tests werden vorher geprüft vom Paul-Ehrlich-Institut, dem deutschen Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel und haben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine Sonderzulassung erhalten. "Es werden nur Tests als Selbsttest zugelassen, die bisher auch als Schnelltests im professionellen Bereich eingesetzt wurden“, sagt David.

Man kann schon davon ausgehen, dass sie mindestens so zuverlässig sind wie die Schnelltests, die es bisher schon gibt.

David, SWR-Wissenschaftsredaktion

Wichtig!
Trotz Schnelltests sollte natürlich auf Abstands- und Hygieneregeln geachtet werden, wie zum Beispiel Masken tragen und regelmäßig lüften. Außerdem sind die Schnelltests nicht so empfindlich wie PCR-Tests.

Die Corona-Selbsttests für Laien

Mittlerweile gibt es mehrere für den Laien zugelassene Selbsttests in Discountern, Drogerie- und Supermärkten und Apotheken - zur privaten Anwendung ohne medizinisches Personal.

Bei diesen Selbsttests werden Proben durch einen Abstrich im vorderen Nasenbereich entnommen. Laut Robert-Koch-Institut seien die Ergebnisse vergleichbar mit der Entnahme durch medizinisches Personal - wenn der Abstrich aber nicht korrekt gemacht wird, kann das natürlich das Ergebnis verfälschen. Eine Studie vom Uniklinikum Heidelberg zeigt, dass Antigentests von Laien durchgeführt werden können. Beim Laientest wurden innerhalb der Studie von 40 Corona-Infizierten 33 entdeckt. Beim Abstrich durch medizinisches Fachpersonal waren es 34.

Die Qualität vieler Selbsttests soll sich in den letzten Monaten deutlich verbessert haben: "Die Empfindlichkeit dieser Schnelltests ist immer besser geworden, und das ist die Voraussetzung dafür, dass wir sie jetzt in der Breite anwenden", sagte Karl Broich, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Bei den über 20 von dem Institut geprüften Produkten lägen die Gütekriterien "Empfindlichkeit" wie auch "Spezifität" - also die Zuverlässigkeit, Infektionen und Nicht-Infektionen zu erkennen - weit über 90 Prozent, sagte Karl Broich weiter.

Positiver Corona-Selbsttest - und jetzt?

Hast du einen Corona-Schnelltest selbst zu Hause gemacht und er zeigt dir ein positives Ergebnis an, solltest du das Ergebnis durch einen PCR-Test bestätigen lassen und dich am besten zu Hause isolieren bis du das Ergebnis hast. Meldepflichtig ist ein positives Ergebnis deines Corona-Selbsttests jedoch nicht. Ein positiver Antigen-Schnelltest, der von geschultem Personal durchgeführt wurde, muss jedoch gemeldet werden.

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