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Auf Instagram, Facebook und YouTube gibt es gerade jede Menge Werbung für Rätsel-Spiele. Aber halten die Games auch, was die Werbung verspricht? Ben vom funk-Format reporter wollte das genauer wissen.

Eigentlich scrollst du nur ein bisschen durch deinen Insta-Feed oder klickst dich durch YouTube-Videos. Dann werden dir auf einmal diese Mini-Spiele angezeigt, so kleine Rätsel, bei denen du das Gefühl hast: Das muss man doch irgendwie lösen können?! Und schon bist du im Play Store gelandet und dein Finger schwebt über dem "Installieren"-Button.

Kennst du das? Ben vom funk-Format reporter auch. Deshalb hat er sich das mal genauer angeschaut. Was ist der Trick hinter diesen Mini-Spielen? Und lohnt sich der Download überhaupt?

Was genau Ben anhand der Spiele Gardenscapes und Hero Wars herausgefunden hat und ob er sich die Mini-Games wirklich downloaden würde, erzählt er im Video. 👆

So gut sind Mobile-Games wie Gardenscapes und Hero Wars wirklich

Reporter Ben fühlt sich getriggert: Ihm wird das Spiel Gardenscapes im Insta-Feed angezeigt. In dem Beispielvideo stellen sich aber alle ultra blöd dran. Das geht doch besser?

Wenn er auf das Video klickt, wird er zum Play Store weitergeleitet. Dort sieht das Spiel aber irgendwie ganz anders aus. Statt Rätselspaß gibt’s hier eher eine Candy Crush-Kopie. Aber immerhin hat Gardenscapes über 100 Mio. Downloads. Für Ben Grund genug, dem Ganzen eine Chance zu geben.

Sein erster Eindruck im Play Store bestätigt sich beim Spielen aber: Die Rätsel sind Nebensache und tauchen nur hin und wieder auf, als eine Art „Belohnung“ oder um ein Level abzuschließen. Teilweise spielt Ben eine ganze Stunde, bis er zum nächsten Rätsel kommt. Das eigentliche Spiel erinnert tatsächlich eher an den Handyspiele-Klassiker Candy Crush.

Dazu gibt es einen In Game-Shop, in dem man für verschiedene Packages ganz schön viel Geld loswerden kann. Teilweise bis zu 109 Euro.

Beim zweiten Spiel, das Ben testweise runtergeladen hat, sieht es ähnlich aus: Rätsel sind bei Hero Wars nicht das Wichtigste.

Die Rätsel gibt’s, die kommen immer wieder mal vor als Bonus auf der Karte, aber sie spielen im Spiel kaum eine Rolle.

Ben vom funk-Format reporter

Aber warum wird damit dann in den sozialen Netzwerken geworben?

Gardenscapes, Hero Wars und Co.: Warum werben Mini-Spiele mit Inhalten, um die es im Spiel gar nicht geht?

Ben fragt bei Spieleentwickler Justus nach. Er kann das Phänomen erklären:

Das erste Ziel bei Mobile-Games ist immer, neue Nutzer zu kriegen

Justus Wegener, Brancheninsider

Inzwischen gebe es so viele Spiele, dass es schwierig geworden sei, die User zu einer App oder auf eine Seite zu kriegen. Die Rätsel-Werbung funktioniere durch Clickbait: In den Videos scheitere immer jemand an den vermeintlich schwierigen Rätseln. Als User habe man das Gefühl, das besser zu können. Die Versuchung, das selbst mal zu probieren, ist groß.

Aber warum konzentrieren sich die Spielemacher dann nicht auf die Entwicklung von Rätsel-Spielen? Auch darauf kennt Justus die Antwort:

Die Rätselspiele sind so simpel, dass man damit niemanden halten könnte.

Justus Wegener, Brancheninsider

Es soll aus Sicht der Spieleentwickler also kein neues Spiel entstehen. Das schon bestehende soll einfach nur neu vermarktet werden. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Dürfen Mobile-Games mit Inhalten werben, die es im Spiel gar nicht gibt?

Als User ist man über den Unterschied zwischen Werbung und Realität vielleicht enttäuscht. Aber das muss ja nicht gleich bedeuten, dass so etwas verboten ist. Ben fragt deshalb bei der Landesmedienanstalt nach und erfährt:

Wenn Spielinhalte beworben werden, die im eigentlichen Spiel überhaupt nicht vorkommen, dann kann man von irreführender Werbung sprechen. Wenn der Nutzer animiert wird, sich das Spiel aufgrund der Werbung runterzuladen.

Auszug aus dem Interview mit der Landesmedienanstalt

Bei den getesteten Mobile-Games ist das aber gar nicht so eindeutig! Schließlich bekommt man die Rätsel ja schon. Nur nicht so viele, wie man vielleicht zuerst denkt. Falsch ist die Werbung deshalb nicht unbedingt. Damit dürften die Spiele also durchkommen.

Fazit: Lohnen sich die Mini-Games, die auf Instagram, Facebook und Twitter beworben werden?

Die Werbung funktioniert laut Ben zumindest ziemlich gut. Das Marketing-Konzept geht also auf.

Die machen das, weil’s funktioniert. Mich triggert das total, diese Werbung zu sehen. Ich will das lösen und spielen und mich haben die auch schon vor der Recherche auf die Store-Page gebracht.

Ben vom funk-Format reporter

Wirklich überzeugt haben die Spiele Ben im Test aber nicht. Sein ausführliches Fazit gibt’s oben im Video. 👆

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