Schweineherz in Mensch implantiert (Foto: SWR DASDING, picture alliance/dpa/University of Maryland School of Medicine | Tom Jemski)

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Ein Monat mit transplantiertem Schweineherz in der Brust

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Leo Eder
Leo Eder (Foto: )

Seit einem Monat lebt ein schwerkranker Patient jetzt mit einem Schweineherz, das ihm Ärzte transplantiert haben.

David Bennett hatte keine große Wahl: sterben oder es mal mit dem Schweineherz probieren. Auch wenn das vorher noch nie jemand gemacht hat. Es war den Versuch wohl wert: Jetzt, einen Monat später, scheint es dem Patienten den Umständen entsprechend gut zu gehen.

Der 57-Jährige sei am Leben und wohlauf, teilte eine Sprecherin der Universität von Maryland, wo die Transplantation durchgeführt worden war, mit. Es gebe bei Bennett keine Zeichen der Abstoßung. Er sei wach, ansprechbar und frage medizinisches Personal danach, wann er nach Hause gehen dürfe.

Größte Gefahr: Organ wird abgestoßen

Einen normalen Alltag wird Bennett wohl nie wieder haben. Momentan muss er in der Klinik rund um die Uhr beobachtet werden. Die größte Gefahr für sein Leben ist, dass doch eine Abstoßung des Körpers stattfindet, sagt Joachim Denner, Transplantationsexperte an der Freien Universität Berlin. Das Immunsystem brauche eine gewisse Zeit, ehe es eine Immunantwort aufbaue. "Im Moment werden erst die Antikörper und Immunzellen gebildet, die in der Lage wären, das Organ abzustoßen."

Dennoch ist es jetzt schon eine medizinische Sensation:

Die lange Überlebenszeit von einem Monat ist ein Riesenerfolg für die Xenotransplantation [das Verpflanzen von tierischen Organen], vor allem, wenn man bedenkt, dass die erste Herztransplantation von Mensch zu Mensch in Deutschland nicht einmal 24 Stunden anhielt.

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