Tebboune soll laut Wahlkommission knapp 95 Prozent der Stimmen erhalten haben. Der Wahlleiter sagte, dass nach bisheriger Auszählung wohl nur 48 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt haben.

Algerien-Wahl: Tebboune bleibt Präsident
- Dauer
Beitrag von Susanne Tappe
Warum gingen in Algerien so wenige wählen?
- Beobachter sagen, dass die geringe Wahlbeteiligung ein Hinweis dafür sei, dass viele dem Präsidenten misstrauen würden.
- Der 78-jährige Tebboune war zwar offiziell als unabhängiger Kandidat angetreten, aber er wurde von vier großen Gruppierungen unterstützt.
- Seine Herausforderer Abdelaali Hassani von der größten islamistischen Partei MSP und Youssef Aouchiche von der Front der sozialistischen Kräfte FFS galten als chancenlos.
- Um die Wahlbeteiligung zu steigern, waren am Samstag öffentliche Verkehrsmittel in Algerien for free.
- Das Wahlkampfteam von Oppositionskandidat Hassani nannte die von der Kommission veröffentlichten Zahlen zur vorläufigen Wahlbeteiligung "seltsam" und warf ihr den Versuch vor, die Zahlen "schönzurechnen".
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht von einer "brutalen Unterdrückung der Menschenrechte" in Algerien und prangert "eine Null-Toleranz-Politik gegenüber abweichenden Meinungen" in einem "Klima der Angst und Zensur" an.
Amnesty International Menschenrechte so bedroht wie lange nicht
Das ist das Ergebnis des Jahresberichts von Amnesty International. Wie sieht's in Deutschland aus?