Ein Straßenhändler verkauft mit Lachgas gefüllte Luftballons in Amsterdam am Rembrandtplein, einem Vergnügungsviertel. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Annette Birschel)

Drogen

Gefährlicher Lachgas-Hype: Experte fordert strengere Regeln

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Louis Leßmann
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Kim Patro
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Egal ob bei Rappern oder jungen Menschen: Lachgas wird immer beliebter. Und Deutschland geht dagegen kaum vor.

Genau das kritisiert Suchtexperte Heino Stöver von der Uni Frankfurt. Großbritannien hat den Besitz von Lachgas komplett verboten - so weit müsse Deutschland aber gar nicht gehen, sagt Stöver. Wichtiger sei es, sachlich aufzuklären, Lachgas nicht mehr an unter 18-Jährige zu verkaufen und nur noch geringe Mengen frei erhältlich zu machen. Momentan kann sich jeder einfach Lachgas besorgen als Treibgas in Spraydosen und als Aufschäummittel in Sahnespenderkapseln.

Wir sollten alles daran setzen, Jugendliche davor zu schützen.

Was ist Lachgas eigentlich?

Lachgas ist ein anderes Wort für Distickstoffmonoxid - ein farbliches Gas, das süß riecht. Eigentlich wird es in der Medizin zum Betäuben oder in der Industrie benutzt. Menschen, die durch Lachgas high werden wollen, konsumieren es oft durch Luftballons, die mit Sahnespenderkapseln befüllt werden. Der Rausch tritt sehr schnell nach dem Einatmen ein und wird so beschrieben:

  • Schwache Halluzinationen
  • Wärme- und Glücksgefühle
  • Traumähnlicher Zustand

Die Wirkung hält allerdings nur wenige Minuten an. Suchtexperte Stöver warnt vor Langzeitschäden wie einer geminderten Hirnentwicklung. Auch Bundesdrogenbeauftragte sagen, dass bei exzessivem Lachgas-Konsum schwere und dauerhafte Schäden am Nervensystem entstehen können.

Süchtig nach Lachgas? Das sagt Haftbefehl

Ein prominentes Beispiel für den Missbrauch von Lachgas ist Haftbefehl: Sein abgebrochener Auftritt in Mannheim ging viral. Haftbefehl selbst sprach später von einer Sucht nach Lachgas. 50 Flaschen am Tag soll er konsumiert haben. Hafti erzählte, dass auch andere Rapper Probleme mit Lachgas hätten und so hart konsumieren würden, bis sie nicht mehr laufen könnten.

Quellencheck

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drugcom.de ist ein Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Das Internetportal informiert über legale und illegale Drogen und bietet Interessierten und Ratsuchenden die Möglichkeit, sich auszutauschen oder auf unkomplizierte Weise professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Ziel des Angebots ist es, die Kommunikation über Drogen und Sucht anzuregen und eine selbstkritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten zu fördern.

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