Deutschlands Spieler Antonio Rüdiger bedankt sich nach dem Abpfiff bei den Zuschauern.

Fußball

Rüdiger: Lasse mich nicht als Islamist verunglimpfen!

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Autor/in
Aslı Kaymaz
Asli Kaymaz
Niklas Behrend
Niklas Behrend

Ex-Bild-Chef Reichelt hat dem Nationalspieler Islamismus unterstellt. Eine Anzeige hat Reichelt dafür bereits kassiert. Jetzt spricht Rüdiger selbst.

Antonio Rüdiger hat sich in der Bild "entschieden von jeglicher Art von Extremismus und den Islamismus-Vorwürfen" distanziert. Warum eigentlich?

Zur Erinnerung: Rüdiger ist gläubiger Muslim. Zu Beginn des Ramadan-Monats postete er dieses Bild:

Für diesen Tweet gab es diese Woche eine Anzeige wegen "Hate Speech"

Ex-Chefredakteur der BILD-Zeitung Julian Reichelt teilte das Foto auf X und behauptete:

Für alle, die beim Islamisten-Gruß von Antonio Rüdiger keinen Islamismus erkennen wollen: Der Verfassungsschutz nennt diese Geste den "IS-Finger" und wertet den Zeigefinger als klares Zeichen für Islamismus. Man kann es nicht schönreden, der DFB muss sich dazu äußern.

Der DFB äußerte sich dazu auch - in Form einer Anzeige gegen Reichelt wegen "Hate Speech". Außerdem meldete der Deutsche Fußball-Bund den Fall bei der Zentralstelle für Internetkriminalität. Die Anzeige des DFB und des Fußballers gegen Reichelt bezieht sich auf den Vorwurf der Beleidigung beziehungsweise Verleumdung, verhetzenden Beleidigung und Volksverhetzung.

Rüdiger: Finger ist Symbol der Einzigkeit Gottes

Rüdiger selbst hat am Freitag in der Bild alles klargestellt:

Bei der Geste, die ich verwendet habe, handelt es sich um den sogenannten Tauhid-Finger. Dieser gilt im Islam als Symbol der Einheit und Einzigartigkeit Gottes. Die Geste ist unter Muslimen auf der ganzen Welt verbreitet und wurde erst die letzten Tage auch vom Bundesinnenministerium wieder als unproblematisch eingeordnet.

In den letzten Tagen sei das Foto "von einzelnen Personen zu unbegründeten Anschuldigungen genutzt" worden, hat der Profi geschrieben.

Ist der erhobene Zeigefinger ein Zeichen des IS?

Die Geste stammt aus einer Überlieferung, in welcher der Prophet beim Gebet den Finger in die Luft streckte, um seinen Glauben an die Einheit Gottes auszudrücken. Praktizierende Muslime erheben den Finger zu jedem Gebet - die Geste gehört quasi zum Gottesdienst.

Durch Gruppen wie den IS, die die Geste ebenfalls ausführen, wurde sie in nicht-muslimischen Communities als Zeichen von Islamismus gedeutet. So wird der Finger auch vom Verfassungsschutz Bayerns als genau das aufgeführt. Andere, darunter Bundesinnenministerin Faeser, halten ihn für eine ganz normale Geste muslimischer Menschen.

Fußball und Ramadan vertragen sich in Frankreich nicht so gut:

Sport Ramadan: Französischer Fußballbund verbietet Nationalspielern zu fasten?!

Berichten zufolge müssen muslimische Spieler beim FFF zwischen dem Sport und ihrem Glauben entscheiden.

DASDING DASDING

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