Der deutsche Rockmusiker Gil Ofarim steht im Saal des Landgerichts in Leipzig.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt)

Antisemitismus

Gil Ofarim gesteht vor Gericht: Geschichte war erfunden

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Zilan Hatun
Autorenprofil Zilan Hatun (Foto: SWR, privat Zilan Hatun)
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Redakteurin Katharina Kunz (Foto: SWR)

Ofarim behauptete 2021, dass er in einem Hotel antisemitisch beleidigt wurde. Vor Gericht sagt er, dass er gelogen hat.

Gegen den jüdischen Sänger lief ein Strafverfahren vor dem Landgericht Leipzig. Ihm wurden unter anderem Verleumdung, falsche Verdächtigung und Betrug vorgeworfen. Am sechsten Prozesstag gab Gil Ofarim zu, dass alle Vorwürfe stimmten. Er entschuldigte sich beim Hotelmanager, der diese annahm. Ofarim und der Manager einigten sich auf Schmerzensgeld.

Der Zentralrat der Juden zeigt sich sauer. Gil Ofarim habe die Öffentlichkeit und die jüdische Gemeinde belogen:

Damit hat Gil Ofarim all denen, die tatsächlich von Antisemitismus betroffen sind, großen Schaden zugefügt.

Verleumdung und falsche Verdächtigung: Das passiert jetzt mit Gil Ofarim

Das Verfahren wird endgültig eingestellt, wenn Ofarim innerhalb eines halben Jahres 10.000 Euro zahlt. Die Hälfte davon soll an die jüdische Gemeinde Leipzig und eine Gedenk- und Bildungsstätte für die Opfer des Holocaust gehen.

Gil Ofarim gesteht: Was hatte er behauptet?

Im Oktober 2021 hat Ofarim auf Instagram behauptet, dass er antisemitisch vom Mitarbeiter des Leipziger Hotels beleidigt wurde. Er soll wegen seiner Kette mit dem Davidstern nicht ins Hotel einchecken können. Der Mitarbeiter soll ihn gezwungen haben, seine Kette "einzupacken".

Kurze Zeit später wurden Bilder der Überwachungskamera veröffentlicht. Sie zeigen, dass Ofarims Kette nicht zu sehen war. Die Staatsanwaltschaft in Leipzig ermittelte und kam zu der Einschätzung, dass die Geschichte nicht so passiert sei. So kam es zum Prozess gegen Gil Ofarim.

Sylvia Stadler von der ARD erklärt, warum es wohl zum Geständnis kam:

Newszone-Logo (Foto: SWR DASDING)

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