Mohamed Toumba, einer der Soldaten, die den nigrischen Präsidenten Mohamed Bazoum gestürzt haben, spricht zu Anhängern der nigrischen Junta. Die neue Militärjunta im Niger hat ihre Macht am Wochenende gefestigt - trotz eines auslaufenden Ultimatums der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas, die den Putschisten mit einem militärischen Eingreifen droht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/AP | Sam Mednick)

Afrika

Nach Putsch: Militär im Niger ernennt Ministerpräsidenten

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Djamila Chastukhina
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Zuvor wurde der Luftraum geschlossen. Jetzt gibt es einen neuen Ministerpräsidenten und Kommandeur. Was bedeutet das?

Im Niger gab es Ende Juli einen Putsch: Das Militär hat die Macht übernommen und der eigentliche Präsident, Mohamed Bazoum, wird in seinem Palast festgehalten. Am Montagabend hat das Militär verkündet, wen es als neuen Ministerpräsidenten ernannt hat: Ali Mahaman Lamine Zeine. Dieser war 2001 Kabinettschef und von 2002 bis 2010 Finanzminister unter einem früheren Präsidenten. Kommandeur der Präsidentengarde ist jetzt Oberstleutnant Habibou Assoumane.

Putsch im Niger: USA setzt auf Diplomatie - ohne viel Erfolg

Victoria Nuland, eine Diplomatin aus den USA, traf sich mit dem führenden Militär. Ausrichten konnte sie allerdings wenig: Das Gespräch sei "sehr offen und bisweilen ziemlich schwierig" gewesen. Mit dem entmachteten Präsidenten Bazoum konnte sie nur telefonieren. Beim Treffen sprach Nuland auch über die Folgen, sollte die Demokratie im Niger nicht zurückkehren. Hilfen für den Staat wurden erstmal eingefroren.

Militär schließt Luftraum über Niger

Kurz bevor der Ministerpräsident und Kommandeur ernannt wurden, schloss das Land nach Angaben der Putschisten seinen Luftraum. Das heißt, dass Flugzeuge nicht mehr über dem Niger fliegen oder dort landen dürfen. Der Grund ist laut der Nachrichtenagentur AFP die "Gefahr einer Intervention" - also ein Eingriff anderer Staaten. Die Nachbarländer Mali und Burkina Faso - wo es übrigens auch Militärputsche gab - stehen dabei auf Nigers Seite und haben sich sogar kriegsbereit erklärt.

Putsch in Niger: ECOWAS-Länder könnten eingreifen

Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS hatte den Putschisten ein 15-tägiges Ultimatum gestellt, das mittlerweile ausgelaufen ist. Sie sollten den nigrischen Staatschef Mohamed Bazoum in sein Amt als Präsident zurückkehren lassen - andernfalls sei ein "Einsatz von Gewalt" nicht auszuschließen. Am Donnerstag wollen sich die Regierungs- und Staatschefs der ECOWAS-Mitglieder beraten. Ein Afrika-Experte geht allerdings nicht davon aus, dass das Bündnis eingreift:

Ich wäre überrascht, wenn wir überhaupt eine Intervention sehen. Es ist nicht im Interesse irgendeines westafrikanischen Staates, einen Krieg gegen den Niger zu führen.

Hier gibt's noch mehr Infos zum Putsch im Niger:

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