Russische Militärmaschine des Typs Il-76 (Symbolbild) (Foto: IMAGO, IMAGO / ITAR-TASS)

Russland-Ukraine-Krieg

Flugzeug abgestürzt: Waren Kriegsgefangene an Bord?

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Kim Patro
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Portraitfoto von Alina Surawicz (Foto: DNA Creative Collective / Niko Neithardt)

Laut Russland sollen in dem Militärflugzeug 65 ukrainische Kriegsgefangene gesessen haben.

Was ist derzeit bekannt?

  • Das russische Militärflugzeug ist am Mittwoch in der westrussischen Region Belgorod abgestützt. Das haben Russland und die Ukraine bestätigt.
  • Außerdem war ein Gefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine geplant. Auch das haben beide Seiten bestätigt.

Das sagen Russland und die Ukraine:

  • Laut Russland sollen in der Maschine 65 ukrainische Kriegsgefangene gesessen haben, die bei dem Absturz getötet worden sind. Sie sollen auf dem Weg zum Gefangenenaustausch gewesen sein. Die Ukraine sagt, dass es bisher keine Beweise gibt, dass wirklich Kriegsgefangene an Bord der Maschine waren.
  • Russland wirft der Ukraine vor, das Flugzeug mit Raketen abgeschossen zu haben. Das hätten russische Soldaten mit Radargeräten beobachtet. Russland spricht von einem "Verbrechen der ukrainischen Regierung".
  • Die Ukraine sagt, dass Russland vor dem Austausch nicht Bescheid gegeben hätte. Es habe keine Info seitens Russland gegeben, dass der Luftraum über Belgorod zu einer bestimmten Zeit gesichert werden muss. Das sei in der Vergangenheit anders gewesen. Laut der Ukraine könnte das auf einen Plan Russlands hinweisen, "das Leben und die Sicherheit von Gefangenen zu gefährden."

Wichtig: Die Infos können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

Internationale Untersuchung gefordert

Am Mittwochabend hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft eine internationale Aufklärung des Absturzes gefordert. Für die russische Seite wäre das okay, wenn der Absturz als ein "Verbrechen der ukrainischen Regierung" behandelt wird. Das hat Russland mitgeteilt und forderte seinerseits eine Sitzung der Vereinten Nationen. Diese wird am Donnerstag stattfinden.

Newszone-Logo (Foto: SWR DASDING)

Russischer Außenminister Sergej Lawrow fordert UN-Dringlichkeitssitzung

Dauer

Nach dem Absturz einer russischen Militärmaschine hat Außenminister Lawrow eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Er warf dem ukrainischen Militär vor, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Aus der (NDR-) Nachrichtenredaktion, Christoph Johanssen.
Lawrow sprach von einem kriminellen Akt Die Ukraine müsse im Sicherheitsrat erläutern, wie es dazu kommen konnte. Das Flugzeug war in der russischen Region Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine abgestürzt. Laut russischem Verteidigungsministerium waren unter den Opfern auch 65 ukrainische Kriegsgefangene, die gegen russische Gefangene ausgetauscht werden sollten. Die Ukraine bestätigte einen geplanten Gefangenenaustausch, wollte die russischen Vorwürfe zunächst aber weder bestätigen noch dementieren. Präsident Selensykj sprach sich für eine internationale Untersuchung aus. Der Geheimdienst bemühe sich um Aufklärung.
Der Geheimdienst selbst hatte zuvor erklärte, man sei anders als vor einem Gefangenenaustausch üblich von Russland nicht gebeten worden, den Luftraum zu sichern. Das russische Verteidigungsministerium wies das zurück: Die ukrainische Führung habe genau gewusst, dass die Gefangenen mit einem Militärflugzeug nach Belgorod gebracht werden sollten.
040-4156-123761

Die Ukraine wehrt seit fast zwei Jahren einen russischen Angriffskrieg ab - an diesem Mittwoch ist der 700. Kriegstag.

Die NATO plant ein Großmanöver:

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Die dpa ist eine Nachrichtenagentur. Dort arbeiten Journalisten, Kameraleute, Fotografen. Sie sind in Deutschland und weltweit bei wichtigen Ereignissen dabei. Informationen, Bilder und Videos stellen sie anderen zur Verfügung. Das hat den Vorteil, dass Zeitungen, Sender und Online-Portale über Themen berichten können, bei denen sie keine eigenen Leute vor Ort hatten. Weitere Nachrichtenagenturen, mit denen wir arbeiten, sind zum Beispiel Reuters, AFP, AP und SID.

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