Anwar el Ghazi während des Freundschaftsspiels: Der Fußballer wurde von seinem Mainz wegen eines Social-Media-Posts zu Israel und Palästina freigestellt

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Nach Palästina-Post: Mainz 05 und El Ghazi gehen vor Gericht

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Hans Liedtke
Hans Liedtke  NEWSZONE
Johannes Seiler
Johannes Seiler

Spieler Anwar El Ghazi hatte gegen seine fristlose Kündigung von Mainz 05 geklagt. Im Sommer ist nun die Verhandlung.

Am Mittwoch haben beide Parteien abgecheckt, ob sie sich auch ohne offizielle Gerichtsverhandlung einigen können. Das hat nicht geklappt. Deswegen hat die Richterin einen Gerichtstermin angesetzt. Losgehen soll es am 19. Juni 2024. Btw.: El Ghazi war bei dem Termin nicht persönlich da.

Gerichtsverhandlung: Um was gehts?

  • El Ghazi wurde am 3. November 2023 fristlos gekündigt. Es wird verhandelt, ob das in Ordnung war oder nicht.
  • Er hatte einen laufenden Vertrag bis 2025 bei dem Bundesliga-Club. Mainz 05 sagt, El Gahzi hat gegen "Vertragspflichten" verstoßen und möchte 523.000 Euro von dem Spieler zurückhaben.
  • El Ghazi fordert dagegen seine offenen Monatsgehälter, die bei rund 150.000 Euro liegen.

Mehr Infos zum anstehenden Prozess:

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El Ghazi Verhandlung am Mainzer Arbeitsgericht im Sommer

Dauer

Im Sommer wird die Kündigung von El Ghazi vor dem Mainzer Arbeitsgericht verhandelt.

Mainz 05 kündigt El Ghazi: Was ist passiert?

Der 28-jährige El Ghazi hatte am 15. Oktober mehrere Insta-Posts veröffentlicht. In einem hieß es unter anderem: "From the river to the sea, Palestine will be free." Damit ist gemeint, dass sich Palästina vom Fluss Jordan bis zum Mittelmeer ausdehnen soll. Das würde bedeuten, dass Israel von der Landkarte verschwindet. Der Post wurde später wieder gelöscht.

Mainz 05 hatte kurz danach mitgeteilt, dass der niederländisch-marokkanische Fußball-Profi von seinen Aussagen vom 15. Oktober abrückt. El Ghazi sagte später, dass er die Statements vom Verein nicht autorisiert hatte.

Nach Kritik: El Ghazi bleibt bei seinem Standpunkt

El Ghazi hatte am 1. November einen weiteren Post veröffentlicht. Darin sagte er, dass sein Post vom 27. Oktober sein "einziges und finales" Statement gewesen sei. Er verurteile "die Tötung aller unschuldigen Zivilisten in Palästina und Israel". El Ghazi sagte, er bereut seinen Standpunkt überhaupt nicht.

Ich distanziere mich nicht von dem, was ich gesagt habe, und stehe bis zum letzten Tag, an dem ich atme, für Menschlichkeit und an der Seite der Unterdrückten.

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