Bei mehreren israelischen Angriffen auf ein Flüchtlingslager im Gazastreifen sind offenbar 195 Menschen gestorben und 777 weitere verletzt worden. Außerdem seien noch 120 Menschen vermisst. Das hat die radikalislamische Hamas mitgeteilt. Das Flüchtlingslager Dschabalia befindet sich im Norden des Palästinensergebiets.
Laut der israelischen Armee seien bei den Angriffen der führende Hamas-Vertreter Ibrahim Biari und zahlreiche weitere Kämpfer getötet worden. Angaben zu getöteten Zivilisten könne man nicht machen. Das israelische Militär bezeichnete den Angriff auf Dschabalia als "breit angelegten Schlag gegen Terroristen und Terror-Infrastruktur".
Wichtig: Angaben der Konfliktparteien können wir momentan nicht unabhängig überprüfen.
"Gaza ist jetzt die Hölle auf Erden"
Die israelische Armee befindet sich im Gazastreifen. Das Ziel? Die Auslöschung der Terror-Gruppe Hamas. Darunter leidet vor allem die Zivilbevölkerung, denn: Humanitäre Hilfsgüter wie Essen, Trinken oder Treibstoff sind Mangelware. Der palästinensische Vertreter bei den Vereinten Nationen (UN), Riad Mansur, sagt: "Gaza ist jetzt die Hölle auf Erden".
Am Mittwochmorgen konnten mehrere ausländische Staatsangehörige den Gazastreifen verlassen - zum ersten Mal seit Beginn der Kämpfe. Denn: Der Gazastreifen ist derzeit komplett abgeriegelt. Die Grenzen sind meistens dicht. Außerdem sind auch Verletzte über die Grenze nach Ägypten gebracht worden.
Israel: Netanjahu zieht Vergleich zu Kämpfen gegen die Nazis
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde am Montag gefragt, ob Israel mit den Luftangriffen auch Menschen bestrafen würde, die nicht zur Hamas gehören. Netanjahu verglich die Situation daraufhin mit dem Kampf der Alliierten gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg: Bei den Kämpfen seien zwar auch Zivilisten gestorben, es sei aber eine "legitime Kriegshandlung" und man könne den Alliierten dafür keine Schuld geben.
Krieg im Gazastreifen: Es geht um Leben und Tod
Weltweit gibt es heftige Kritik am Vorgehen Israels. Eine große Mehrheit der UN hat eine Waffenruhe gefordert, die es laut Netanjahu aber nicht geben wird. Auch US-Präsident Joe Biden und das UN-Hilfswerk für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) wollen eine Feuerpause: Für viele Menschen im Gazastreifen gehe es um Leben und Tod.
Die Gegenwart und Zukunft von Palästinensern und Israelis hängt davon ab.
Die meisten Menschen im Gazastreifen befänden sich in einem Krieg, mit dem sie nichts zu tun hätten, so Lazzarini. Laut dem von der Hamas betriebenen Gesundheitsministerium sind im Gazastreifen bereits mehr als 8.000 Menschen gestorben. Ob die Angaben so stimmen, lässt sich nicht unabhängig bestätigen.
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Die radikal-islamistische Palästinensergruppe Hamas hat am 7. Oktober Israel massiv angegriffen. Die Folgen und Entwicklungen im Nahen Osten lest ihr hier.
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