Musik Musik "Mephisto" von Bushido - eine Abrechnung mit Arafat Abou-Chaker

Der neue Bushido Song "Mephisto" wurde schon vor der Veröffentlichung als Disstrack gegen Arafat Abou-Chaker bezeichnet - zumindest von Bushido-Fans und Medienseiten. Wer jetzt aber Beleidigungen erwartet hat, wird sich wundern: "Mephisto" ist weit mehr als das.

Bushido spricht in seinem 10 minütigen Epos ausschließlich in klassischen Bildern von Himmel und Hölle: Als Figuren tauchen der Junge, das Mädchen, die Engel und natürlich Mephisto auf. Mehr braucht es auch nicht, denn jeder der nur ein bisschen um die Geschichte von Bushido und Arafat weiß, kapiert um was und wen es geht.

"Mephisto" ist Realität

Wenn sich zwei Rapper dissen, dann werden meist unschuldige Mütter beleidigt. Es geht um möglichst viele fantasievolle Beleidigunen, um den Gegner fertig zu machen. Meistens kann man über solche Disses lachen.

Was aber, wenn der Gegner kein Rapper ist, sondern ein mächtiger Anführer einer Gruppierung mit zweifelhaftem Ruf? Genau, der Spaß hört ganz schnell auf. Laut eines Instagram Posts von Bushidos Ehefrau gab es wohl sogar Morddrohungen und ernsthafte Pläne den Release des neuen Albums und die Veröffentlichung von "Mephisto" zu verhindern. Laut BILD-Zeitung ermittelt anscheinend auch die Polizei.

"Mephisto" ist ehrlich

Im Song geht es quasi um die komplette Karriere von Bushido. Vor allem geht es aber um Bushidos Innenleben. Seine Zweifel, seine Gefühle, seine Sorgen - das alles lässt er mal eben so raus. Teilweise muss man etwas genauer hinhören, teilweise serviert er uns seine Gefühle in kompromissloser Ehrlichkeit auf dem Silbertablett. Gleichzeitig hat man noch nie so viel über die Beziehung zu seiner Frau Anna-Maria Ferchichi erfahren wie jetzt.

"Mephisto" ist diplomatisch

Wie oben schon erwähnt: einen Mann wie Arafat Abou-Chaker mit einfachen Beleidigunen anzugreifen wäre nicht nur plump, sondern könnte auch sehr riskant werden. Zudem würde es der gemeinsamen Vergangenheit nicht gerecht werden. Der epische Vergleich mit dem Teufel ist an dieser Stelle sehr clever, er hilft aber auch direkte Anspielungen auf tatsächliche Geschehnisse zu vermeiden. Damit schafft Bushido eine Art Distanz zum Erlebten und schützt sich so auch ein bisschen davor, Dinge zu erzählen, die lieber nicht erzählt werden sollten.

"Mephisto" zieht einen Schlussstrich

Natürlich ist Bushidos neuer Song eine Abrechnung. Es hat viel mehr aber auch den Charakter eines ehrlichen Schlussstriches. Bushido reflektiert im Song sehr über sich und seine Rolle in der Beziehung zu Arafat. Er verzichtet auf krasse Reimstrukturen zugunsten des Storytellings und das ist wohl überlegt. Er strahlt keine wirkliche Aggression aus, sondern wirkt eher abgeklärt und fokussiert. Eine Reaktion seitens Arafat bleibt abzuwarten, seinen Instagram Account hat er jedenfalls gelöscht.

Die Fans sind hart am philosophieren

Weil Bushido im Track jetzt nicht einen Diss nach dem anderen raushaut, suchen die Fans mehr zwischen den Zeilen die vermuteten Anspielungen auf Arafat.

Er will einfach nur erzählen wie Arafat ihn und seine Denkweise vergiftet hat und dass er dachte, es sei wahre Freundschaft. Jemanden, den man so lange kennt, disst man nicht auf dumme Art und Weise. Das Lied ist ein Abschluss für ihn mit gewissen Menschen. 

steffi__katharina auf Instagram

Klar, der Song kommt nicht bei allen sooo gut an...

Viele bezeichnen Mephisto aber auch als "lyrisches Meisterwerk". Und User pridemusikde schreibt: "Gänsehaut pur jede einzelne Sekunde 🔥"

Wer jetzt im Song der Mephisto ist, kann jeder selbst entscheiden...