Blick auf ein Gästehaus in Potsdam, in dem AfD-Politiker nach einem Bericht des Medienhauses Correctiv im November an einem Treffen teilgenommen haben sollen.

Geheimtreffen

"CORRECTIV": Wollen AfD-Politiker Millionen Menschen vertreiben?

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Autor/in
Hans Liedtke
Hans Liedtke  NEWSZONE
Max Stokburger
Max Stokburger

Im November fand wohl eine Versammlung von Rechtsextremen, AfD-Politikern und reichen Helfern mit diesem Ziel statt.

Die Leute haben sich offenbar in einem Hotel in Potsdam getroffen. "Ihr wichtigstes Ziel: Menschen sollen aufgrund rassistischer Kriterien aus Deutschland vertrieben werden können - egal, ob sie einen deutschen Pass haben oder nicht." Das schreibt das "CORRECTIV" nach ihrer Recherche.

Was hat "CORRECTIV" rausgefunden?

Beim Treffen ging es laut "CORRECTIV" um einen "Masterplan", mit dessen Hilfe man zugewanderte Menschen loswerden wollte. Der Plan sehe auch die Abschiebung von deutschen Staatsbürgern mit Migrationsgeschichte vor. Beim Treffen wurde das Vorhaben "Remigration" genannt. Ein Redner, der zu der rechten "Identitären Bewegung" gehört, hat aufgelistet, wer genau gemeint ist:

  • Asylbewerber
  • Ausländer mit Bleiberecht
  • "nicht assimilierte Staatsbürger"

Das Treffen der Rechten sollte geheim bleiben. Trotzdem hat "CORRECTIV" davon erfahren und einen Reporter undercover eingeschleust. Auch Greenpeace hatte wohl zu dem Thema recherchiert. "CORRECTIV" schreibt, dass sei "ein Vorgeschmack auf das, was passieren könnte, sollte die AfD in Deutschland an die Macht kommen."

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CORRECTIV-Recherche

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Beitrag von Petra Mittermayer

Wer war alles beim "Remigration"-Treffen in Potsdam?

Eingeladen dazu hatte unter anderem ein Miteigentümer der Burgerkette "Hans im Glück", Hans-Christian Limmer. Er selbst war aber nicht beim Treffen dabei. Die Kette hat sich nach eigenen Angaben noch am Abend von Limmer getrennt. Auf ihrer Internetseite steht: Als Unternehmen "distanzieren wir uns klar von rechtsextremen Ansichten, sie stellen das genaue Gegenteil unserer Grundwerte dar."

Bei dem Treffen waren neben Rechtsextremisten offenbar auch hochrangige Politiker von der AfD dabei. Auch CDU-Politiker waren wohl anwesend.

Die CDU will die Sache checken und sagte: "Wer an solchen Treffen teilnimmt, verstößt gegen die Grundsätze der CDU." Weitere Teilnehmer distanzieren sich von dem Treffen ebenfalls.

Das sagt die AfD dazu!

Die Partei hat bestätigt, dass Mitglieder an dem Treffen teilgenommen haben. Es sei aber kein Parteitreffen gewesen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz wollte sich zu dem Bericht auf Anfrage nicht äußern.

Rechte Influencer auf TikTok?

Ein AfD-Politiker sagte, die AfD könnte eine Agentur mitfinanzieren, die mit Influencern junge Leute vor den Wahlen beeinflussen könnten.

Walerija und Vika vom Podcast "Njette Mädchen" haben über das Geheimtreffen gesprochen. Die Folge checkst du hier:

Njette Mädchen Cover

Folge 61 #61 Magische Wasserkocher, mysteriöse Briefe & unsere Gedanken zum Geheimtreffen

Dauer

Frohes Neues! S Novym Godom! Njette Mädchen sind wieder am Start und möchten gemeinsam mit euch auf die letzte Zeit blicken.
In der Frage der Woche fragen wir uns: Was hat uns in letzter Zeit beschäftigt? Wenn wir an unsere Feiertage denken, dann denken wir an: blaue Deko, überdimensionale Kinderfotos, Olivje-Hacks & Kartoffel-Pralinen, aber leider auch ungefragte Kommentare zum Körper und Streit. Außerdem hat Vika einen russischen, handgeschriebenen Brief in ihrem Briefkasten gefunden. Die Absender: die Zeugen Jehovas. Die streng religiöse Glaubensgemeinschaft gilt als Sekte und wirbt immer wieder um Menschen mit Migrationsgeschichte. Was könnte die aktuelle politische Lage damit zu tun haben?
Wir bleiben im Njetztalk beim Thema und sprechen über unsere Gedanken zum „Geheimtreffen von AfD-Mitgliedern und Rechtsextremen“. Wie waren unsere ersten Gefühle dazu? Walerija hat mit ihrer Mutter gesprochen, die vorher nichts davon mitbekommen hat. Nach dem kurzen Briefing folgte ein nüchternes Gespräch mit der Fluchtgeschichte der Familie und den Fragen: Wohin würde man gehen? Und wie ernst muss man das nehmen? Vika musste dabei an die Aussage von einem Jungen aus ihrer Klasse in Russland denken. Wir fragen uns: Wie können wir mit dieser belastenden Situation umgehen? Einige Menschen mit Migrationsgeschichte haben da – zumindest auf TikTok - einen Weg für sich gefunden.
Am Ende bleibt nicht nur die Frage: Was ist der Plan? Sondern auch: Was können wir jetzt ALLE tun?
Und ein kleines bisschen wünschen wir uns, dass ein magischer Wasserkocher und die Kraft der Manifestierung diesmal etwas bewirken könnten…
Habt ihr Gedanken zu der Folge? Schickt uns gerne eine Nachricht an njettemaedchen@dasding.de oder per DM:
Vika auf Instagram: https://www.instagram.com/vickymerkulova/
Walerija auf Instagram: https://www.instagram.com/walerija_/
Hier kommt ihr zu den Infos von dem „Geheimtreffen“: https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/
Hier gibt es einen russischen Artikel zu dem Thema:
https://www.dw.com/ru/adg-na-poroge-zapreta-reakcii-na-vstrecu-s-neonacistami/a-67955400
Hier kommt ihr zum Post vom SWR Instagramkanal @migra_toechter:
https://www.instagram.com/p/C19lnzQMV3E/
Hier sind die TikToks, die wir in der Folge erwähnen:
von
@tahdur: https://www.tiktok.com/@tahdur/video/7323213588129156384?lang=de-DE
@kampfpudelmann: https://www.tiktok.com/@kampfpudelmann/video/7323967511207103776?lang=de-DE
@jde.mmd: https://www.tiktok.com/@jde.mmd/video/7322597376777014560?lang=de-DE
@rima.luu: https://www.tiktok.com/@rima.luu/video/7323646956192992544?lang=de-DE
+++ Hinweis: Diese Folge wurde am 16. Januar 2024 aufgezeichnet. Da sich die Nachrichtenlage in der Ukraine ständig verändert, sind einige in dieser Folge besprochenen Dinge möglicherweise nicht mehr aktuell.
+++
Njette Mädchen gehört seit dem 06.01.2022 zu DASDING.

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Wenn Personen, Vereine oder Unternehmen Neuigkeiten direkt kommunizieren, dann ist das eine Quelle für uns. Das können zum Beispiel exklusive Interviews oder Pressemitteilungen sein. In der Regel kennzeichnen wir bereits im Text, auf welche Quelle wir uns konkret beziehen – vor allem dann, wenn es keine zweite unabhängige Bestätigung zu der Neuigkeit gibt.

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