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Ab jetzt gelten noch schärfere Vorsichtsmaßnahmen im Kampf gegen Corona. Unter anderem ein Kontaktverbot. Was dir in den nächsten Wochen verboten ist und welche Strafen es gibt, checkst du hier.

Sowohl der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, haben auf Pressekonferenzen erklärt, dass der Großteil der Menschen verstanden hat, wie ernst die Lage derzeit sei.

Es gebe kaum noch Corona-Partys und man hoffe, dass das auch so bleibt, wenn das Wetter noch besser wird. Trotzdem breitet sich die Corona-Pandemie immer schneller aus. Deshalb gelten ab jetzt neue Maßnahmen im Kampf gegen das Virus.

Kontaktverbot und Mindestabstand - das ist jetzt noch okay 👍

Während Corona umzuziehen, ist erlaubt

Klaus Hempel aus der SWR-Rechtsredaktion meint:

"Aus den Verordnungen der Länder ist nicht ersichtlich, dass jemand nicht mehr umziehen bzw. einen Umzug durchführen darf. Wo es beruflich notwendig ist, gilt die strenge Kontaktsperre nicht. Das bedeutet: Professionelle Umzugsunternehmen dürfen weiterhin Aufträge durchführen. Unbedenklich dürfte auch sein, wenn man mit Familienmitgliedern, die zum gleichen Haushalt gehören, den Umzug durchführt. Mit entfernten Verwandten oder Freunden, die mit anpacken, dürfte ein Umzug dagegen nicht mehr erlaubt sein, wenn mehr als eine Person dabei hilft."

Wohnung verlassen, aber nur wenn unbedingt nötig

In Spanien, Italien und Frankreich gilt bereits seit einigen Tagen eine komplette Ausgangssperre im ganzen Land. Soweit geht die Regelung in Deutschland nicht. Für alle notwendigen Besorgungen, Arzttermine und ähnliches ist es weiter erlaubt, die Wohnung zu verlassen.

Sport und Spaziergänge im Freien bleiben erlaubt

Außerdem ist es auch weiterhin okay, draußen zum Beispiel joggen zu gehen oder Fahrrad zu fahren. Spaziergänge alleine oder mit den Menschen, mit denen man im Haushalt lebt, sind ebenfalls erlaubt.

Kontakt nur noch mit der Familie oder einer weiteren Person, die nicht im Haushalt lebt

Die neue Regelung umfasst außerdem ein Kontaktverbot. Das heißt aber nicht, dass man sich mit niemandem mehr treffen darf. Im öffentlichen Raum darf man sich mit einer weiteren Person, mit der man nicht im Haushalt wohnt, aufhalten. Wenn du also zum Beispiel eine Fernbeziehung führst, dürft ihr euch auch weiterhin treffen. Außerdem darf man natürlich auch mit der Familie, mit der man in einem Haushalt wohnt, weiter nach draußen - auch wenn die aus mehr als zwei Personen besteht.

Derzeit überprüft die Polizei auch verstärkt die Ausweise von Personen, die sich draußen aufhalten:

Guten Morgen #Berlin. Irgendwie haben wir letzte Nacht von #Ausweis|en geträumt. Dieser o. andere Dokumente sollen unseren Kolleg. bei Zweifeln im Einzelfall die Prüfung ermöglichen, ob Sie mit Personen desselben Haushaltes unterwegs sind. #Danke für Ihr Verständnis. #covid19

  • Was passiert, wenn ich mich ausweisen muss, den Personalausweis aber vergessen habe?

Klaus Hempel aus der SWR-Rechtsredaktion sagt:

"Die Polizei kann verlangen, dass man sich ausweist und notfalls mit auf die Wache kommt, um die Personalien festzustellen. Oder man lässt sich nach Hause begleiten und zeigt ihn dort vor. Es besteht übrigens keine gesetzliche Pflicht, den Ausweis immer bei sich führen zu müssen."

  • Und wie soll ich beweisen, dass meine Begleitperson und ich im selben Haushalt wohnen, wenn wir uns noch nicht ummelden konnten?

Klaus Hempel:

"Das ist dann in der Tat schwierig. Entscheidend ist grundsätzlich, wo ich meinen Wohnsitz offiziell gemeldet habe. Jeder ist auch verpflichtet, bei einem Umzug sich unverzüglich umzumelden. Wer an einem bestimmten Wohnort nicht gemeldet ist, gehört nach den Vorschriften auch nicht zum dortigen Haushalt."

Essen kann noch bestellt werden und wird geliefert

Die Restaurants müssen alle schließen, das besagt die neue Regelung. Aber keine Angst: Auch alle Leute, für die es in der eigenen Küche nicht zu mehr als Spaghetti mit Tomatensoße reicht, dürfen weiter ihr Essen bestellen und sich an die Haustür liefern lassen.

Kein generelles Kontaktverbot am Arbeitsplatz

Natürlich darfst du weiter zur Arbeit gehen, wenn du deinen Job nicht im Home Office ausüben kannst. Die Regeln, wie der Mindestabstand von 1,5 Metern, gilt aber natürlich auch am Arbeitsplatz. Restaurants und Dienstleister für den Hygienebedarf sind ab jetzt jedoch geschlossen.

Das ist jetzt verboten 👎

Mindestabstand ab jetzt 1,5 Meter zu jedem

Wer anderen Menschen begegnet, ist ab jetzt dazu verpflichtet einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Wenn du also zum Beispiel an der Supermarktkasse stehst oder beim Bäcker wartest, gilt diese Regel zu jedem anderen Menschen.

Frisöre, Tattoo-Studios und Co. werden geschlossen

Logischerweise ist es schwierig, die Haare auf 1,5 Meter Entfernung zu schneiden. Auch ein neues Tattoo oder eine Massage bieten sich bei dieser Regelung nicht unbedingt an. Deshalb müssen all diese Dienstleister ab sofort schließen. Wir sind gespannt auf die Frisuren in zwei Wochen!

Partys oder Treffen mit der Clique - egal ob drinnen oder draußen

Corona-Partys waren noch nie cool, es wurde aber nochmal betont, dass diese strikt verboten sind. Egal ob drinnen oder draußen darf es zu keinen Treffen in größeren Gruppen mehr kommen.

Die Regeln gelten alle zunächst für zwei Wochen. Erst dann kann man sagen, ob die Maßnahmen erfolgreich waren und ob diese aufgehoben oder verlängert werden müssen - das sagen die Fachleute. Zu möglichen Strafen, wenn man sich nicht an die neuen Regeln hält, wollte die Bundeskanzlerin nichts sagen. Dass ein Verstoß gegen diese Regeln sehr ernst genommen wird, hat aber auch schon die Landesregierung Baden-Württemberg in einem Pressestatement am 20.03. deutlich gemacht: Hier wurde erklärt, dass im schlimmsten Fall Bußgelder verhängt werden. Polizei und Ordnungsamt sollen die Einhaltung in den nächsten Tagen kontrollieren.

Inzwischen hat Baden-Württemberg einen genauen Bußgeldkatalog veröffentlicht. Rheinland-Pfalz verhängt ebenfalls Strafen in einem Bußgeldkatalog, bis zu 25.000 Euro werden hier bei Verstoß fällig:

Wer sich nicht an die Abstandsregeln hält, muss zahlen. In Rheinland-Pfalz regelt ein Bußgeldkatalog wie in Zeiten des Coronavirus Verstöße gegen die neuen Auflagen bestraft werden. Bei einem Treffen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht direkt verwandt sind, werden demnach 200 Euro von jedem Beteiligten fällig. Eine Strafe von 2.500 Euro droht, wenn beispielsweise Tattoostudios oder Kosmetiksalons geöffnet sind. Die Geldstrafen gelten für einen Erstverstoß. Bei Vorsatz oder Wiederholung können sie verdoppelt werden. In besonders schweren Fällen können bis zu 25.000 Euro Bußgeld fällig werden. . . . #swr #swraktuell #corona #coronavirus #covid_19 #kontaktverbot #RP #RLP #rheinlandpfalz #geldstrafe

Für euch da #zusammenhalten (Foto: DASDING)